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Rohstoffe bewegen die Welt Der Kampf um die Bodenschätze

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Während Eurofer die Europäische Kommission nachdrücklich zum Einschreiten auffordert, lässt China bereits mit direkten Eingriffen in den Übernahmekampf die Muskeln spielen. Der Staatskonzern Chinalco hat sich kurzerhand mit neun Prozent bei Rio Tinto eingekauft, um die Megafusion auf diesem Wege zu verhindern. Ob das gelingt, ist offen, aber China hat sich immerhin einen Platz am Verhandlungstisch gesichert. Für die neue Wirtschaftsmacht aus Asien sind die hohen Rohstoffpreise das Wachstumsrisiko Nummer eins.

Andere aufstrebende Staaten profitieren dagegen kräftig vom aktuellen Rohstoffboom. In Südamerika hat der Reichtum an Bodenschätzen in vielen Ländern zu einem neuen wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen. Brasilien hat mit Vale einen Weltkonzern hervorgebracht; Chile dominiert mit Codelco den Kupfermarkt. Südafrikas relativer Wohlstand beruht schon seit Jahrzehnten auf den Erträgen der Gold- und Platinminen. Unter den etablierten Wirtschaftsmächten profitieren vor allem Australien und Kanada, aber auch die USA von ihren Bodenschätzen. Eine große Rolle spielt auch Russland, wo sich inzwischen nationale Giganten mit internationalen Ambitionen formiert haben.

Der Boom hat eine gewaltige Investitionswelle ausgelöst. Die Rohstoffkonzerne haben bestehende Bergwerke erweitert und neue Projekte in den etablierten Produktionsländern realisiert. Nun treibt es sie in neue Gefilde. Eines davon ist Afrika: Der britisch-südafrikanische Konzern Anglo American hat ein Bündnis mit der China Development Bank für gemeinsame Projekte auf dem Kontinent geschlossen. Länder wie der Kongo erschließen Rohstoffreserven, die bisher mangels Infrastruktur und politischer Stabilität niemand bergen wollte. Schließlich ist ein Bergwerk eine Investition mit einem Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren. Auch in Indien könnte es nach Einschätzung von Geologen enorme Erzreserven geben, doch diese sind noch nicht einmal erforscht.

Eine rasche Entspannung der Märkte und sinkende Preise dank höherer Produktion sind allerdings nicht zu erwarten. Es dauert viele Jahre, bis eine neue Mine zu produzieren beginnt, und die Bergbaukonzerne kämpfen mit gewaltigen Kostensteigerungen wegen der allgegenwärtigen Knappheit von Arbeitskräften und Material. Ein Großteil des Investitionswachstums verpufft wegen der Inflation – ähnlich wie in der Öl- und Gasindustrie.

Anders als die Ölmultis haben die Rohstoffriesen allerdings den Vorteil, dass ihnen der Großteil der weltweiten Reserven an Metallen prinzipiell zugänglich ist. Die bedeutendsten Minen der Welt – das zeigt die Grafik – liegen in politisch stabilen Ländern mit freien Märkten, während die Öl- und Gasreserven zu mehr als drei Vierteln in staatlichen Händen sind. Die Minenkonzerne haben es weitgehend selbst in der Hand, die Produktion und damit auch die Preise zu steuern.

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