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Rohstoffe „Blutbad am Ölmarkt“: Ölpreis erlebt größten Einbruch seit vier Jahren

Neue Zolldrohungen des US-Präsidenten Donald Trump entfachen Rezessionssorgen an den Märkten. Rohstoff-Anleger greifen zu Edelmetallen.
Update: 02.08.2019 - 13:07 Uhr 2 Kommentare
Die neuen Zolldrohungen sorgen für einen Ausverkauf an den Rohstoffmärkten. Quelle: Reuters
Öltanker in chinesischem Hafen

Die neuen Zolldrohungen sorgen für einen Ausverkauf an den Rohstoffmärkten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Anleger an den Rohstoffmärkten rechnen offenbar fest mit einer Rezession. Das zumindest legen die Marktbewegungen nahe, die die erneuten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump ausgelöst haben. Der Ölpreis brach am späten Donnerstagabend in der Spitze um acht Prozent ein.

Es war der größte Tagesverlust von Öl seit vier Jahren. Die Analysten der Commerzbank sprachen in einer Analyse von einem „Blutbad am Ölmarkt“. Trump habe ihm „einen massiven Schock verpasst und den Ölpreis in die Knie gezwungen“.

An diesem Freitag machte der Ölpreis zwar einen Teil dieser Verluste wieder wett. Die Nordseesorte Brent kostete am Morgen rund 62 US-Dollar pro Barrel (rund 159 Liter), die US-Sorte WTI rund 55 Dollar. Doch der seit einigen Wochen anhaltende Aufwärtstrend beim Ölpreis wurde jäh gestoppt.

Der Goldpreis kletterte dagegen um zwischenzeitlich zwei Prozent auf mehr als 1450 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm). Das war ein neuer Jahreshöchstwert. Am Freitagmorgen hatte Gold jedoch einen Teil der Gewinne wieder abgegeben.

US-Präsident Trump hatte via Twitter den Handelskonflikt mit China neu angeheizt. Auf dem Kurznachrichtendienst kündigte er an, dass die USA ab dem 1. September Zölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Waren und Produkte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar erheben würden.

Die für September angekündigten Strafzölle könnten auf 25 Prozent oder „deutlich darüber hinaus“ erhöht werden, warnte Trump. Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab.

China droht mit „Gegenmaßnahmen“

Peking droht bereits „nötige Gegenmaßnahmen an“, sollte Trump die erhöhten Zölle durchsetzen. „China akzeptiert weder maximalen Druck noch Drohungen oder Erpressung“, sagte ein Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Die Anleger gehen davon aus, dass der Konflikt die Weltwirtschaft abkühlen lässt. Der ohnehin schon trübe Ausblick für die globale Konjunktur habe sich weiter eingetrübt, sagte Analyst Stephen Innes von VM Markets. In diesem Umfeld rechnen die Anleger mit einer geringeren Ölnachfrage – und verkaufen den Rohstoff.

Noch bevor Trump am Donnerstag seine neuen Zolldrohungen ausgesprochen hatte, waren die Ölpreise wegen schwacher Industriedaten deutlich unter Druck geraten. Der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie war stärker gefallen, als von Analysten erwartet.

Gold hingegen gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Daher profitiert das Edelmetall von der verschärften Rhetorik im Handelsstreit. Seit Jahresbeginn hat es bereits um mehr als zwölf Prozent zugelegt.

„Konflikte zwischen den USA und dem Iran und die Unterbrechung der laufenden Handelsgespräche zwischen den USA und China sind zwei der Sorgen, die Gold in diesem Sommer Auftrieb geben“, sagt Steve Land, Analyst beim Vermögensverwalter Franklin Templeton.

Die Konjunktursorgen erfassten die Rohstoffmärkte auf breiter Front: Der Kupferpreis rutschte deutlich unter die Marke von 6000 Dollar pro Tonne. Auch die Preise für andere Industriemetalle wie Aluminium, Zink und den in der Baubranche verwendeten Betonstahl sanken teils deutlich.

Der Bloomberg Commodity Index, ein Index der weltweit am meisten gehandelten Rohstoffe, gab um 2,5 Prozent nach. Das ist der höchste Tagesverlust seit Juni 2018. „Mit der jetzigen Eskalation gibt es für die Metallpreise aber wieder mehr Abwärtsrisiken“, so das Fazit der Coba-Analysten.

Während es für die konjunkturabhängigen Rohstoffe düster aussieht, sehen Experten bei Edelmetallen weiteres Aufwärtspotenzial. Dafür spricht neben den Konjunktursorgen die lockere Geldpolitik der Zentralbanken. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

Auch die Europäische Zentralbank hat niedrigere Zinsen in Aussicht gestellt. Die lockere Ausrichtung der Zentralbanken dies- und jenseits des Atlantiks sollte die Goldpreise langfristig stützen, schreibt Christopher Louney, Rohstoffexperte der Investmentbank RBC Capital Markets in einer Analyse.

Mehr: Donald Trump übernimmt an den Märkten wieder das Kommando. Der Dax verliert mehr als zwei Prozent, die Rendite für die Bundesanleihe erreicht einen Rekord.

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2 Kommentare zu "Rohstoffe: „Blutbad am Ölmarkt“: Ölpreis erlebt größten Einbruch seit vier Jahren"

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  • @Herr Christof Furch
    Stimmt :), siehe: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/china-waechst-so-langsam-wie-seit-27-jahren-nicht-mehr-a-1277300.html

  • Das Bild zum Artikel ist leider nicht richtig untertitelt. Das abgebildete Schiff ist KEIN Öltanker. Warum? 1. Es liegt offensichtlich an einem Ladekai mit Kränen, Öltanker legen an Ölterminals an. 2. Das Schiff hat Ladeklappen und keine Rohre. Es handelt sich um ein Frachtschiff, das höchswahrscheinlich lose Massengüter transportiert.

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