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Rohstoffe Die Opec stabilisiert den Ölpreis – doch die US-Konkurrenz wird stärker

Die Opec-Mitglieder bremsen gemeinsam den Ölpreis-Absturz. Die USA dürften ihre Produktion jedoch ausweiten – und die Kürzungen damit mehr als kompensieren.
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Opec hat die Förderung stark gekappt. Quelle: Reuters
Ölförderung in Venezuela

Opec hat die Förderung stark gekappt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat im Januar ihre Ölproduktion um rund 2,5 Prozent reduziert. Wie das Ölkartell am Dienstag in Wien mitteilte, lag die Förderung seiner Mitgliedstaaten im vergangenen Monat bei durchschnittlich 30,8 Millionen Barrel (rund 159 Liter) täglich. Das sind 800.000 Barrel weniger als im Dezember. Damit haben die Opec-Länder ihre Förderung so stark gekappt wie seit zwei Jahren nicht.

Hintergrund der Produktionskürzungen ist der im Dezember vereinbarte Opec+-Deal. Die Opec-Staaten und verbündete Länder wie Russland hatten sich darauf verständigt, ihre Produktion um insgesamt 1,2 Millionen Barrel täglich im Vergleich zum Dezember 2018 zu kürzen.

800.000 Barrel sollten der Vereinbarung zufolge auf die Opec-Länder entfallen, der Rest auf die verbündeten Nicht-Opec-Staaten. Die am Dienstag veröffentlichten Daten zeigen nun: Das Öl-Förderkartell hält sich weitgehend an die eigenen Verpflichtungen. Das ist nicht selbstverständlich – in der Vergangenheit waren immer wieder einzelne Länder ausgeschert, um ihren Staatshaushalt aufzubessern.

Der Zusammenhalt der Opec-Staaten hat dazu beigetragen, den Ölpreis-Absturz Ende 2018 zu bremsen. Zwischen Oktober und Dezember war der Preis der Referenzsorte Brent um mehr als 40 Prozent gesunken. Mit aktuell rund 63 Dollar pro Barrel liegt er weiterhin knapp 30 Prozent unter dem Mehr-Jahres-Hoch vom Herbst 2018 – und auch deutlich unterhalb der Marke von 80 Dollar, die als Komfortzone für das wichtigste Opec-Mitglied Saudi-Arabien gilt.

Dass der Ölpreis nicht stärker auf die Einschnitte der Opec reagiert, liegt auch an der sinkenden Nachfrage. Wegen der abkühlenden Konjunktur insbesondere in Europa mussten die Opec-Analysten ihre Prognose für die globale Ölnachfrage leicht senken. Noch stärker dürfte die Nachfrage nach Opec-Öl sinken.

Die Analysten rechnen für das Jahr 2019 mit 30,6 Millionen Barrel täglich – damit besteht am Weltmarkt weiterhin ein Überschuss an Opec-Öl. Die Nachfrage nach Öl aus Nicht-Opec-Ländern dürfte dagegen leicht steigen.

Die Daten offenbaren das Dilemma, in dem das Kartell mit seiner Strategie der Produktionskürzungen steckt. Besonders die Vereinigten Staaten stehen bereit, um dem Förderkartell Marktanteile abzunehmen. So dürfte der Boom des US-Schieferöls auch 2019 weitergehen.

Den Opec-Prognosen zufolge dürften die USA ihre Förderung 2019 um knapp elf Prozent ausweiten und damit die vereinbarten Produktionskürzungen mehr als kompensieren. Auch Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur, sagte kürzlich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: „Wer denkt, wir haben bereits die volle Wirkung der Schieferölrevolution gesehen, begeht einen großen Fehler.“

Angesichts der US-Konkurrenz verschärft insbesondere Saudi-Arabien den Druck, weitere Kürzungen durchzusetzen. Mit 350.000 Barrel hat das Land fast die Hälfte der Opec-Produktionskürzungen gestemmt. Und Energieminister Khalid Al-Falih sagte am Dienstag der „Financial Times“ („FT“), sein Land wolle im März seine Förderung um weitere 400.000 Barrel kappen.

Gleichzeitig will Saudi-Arabien über die staatliche Erdölgesellschaft Saudi Aramco künftig Öl- und Gasvorkommen im Ausland erschließen. „Wir werden nicht länger nur nach innen schauen und ausschließlich die Ressourcen des Königreichs monetarisieren“, sagte Al-Falih der „FT“.

Innerhalb der Opec hat sich auch Algerien für weitere Produktionskürzungen starkgemacht. Das Kartell könne bei seinem nächsten Treffen Mitte April in Wien für weitere Kürzungen stimmen, sagte der algerische Energieminister Mustapha Gitouni am Dienstag. Zwar habe sich der Ölpreis stabilisiert, doch die Krisenstaaten Libyen und Venezuela blieben ein Risiko für die Stabilität auf dem Ölmarkt.

Völlig offen ist, ob Russland dabei mitzieht. Insbesondere die Ölindustrie sieht den aktuellen Opec+-Deal kritisch. Igor Setschin, Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft, hat in einem Brief an Präsident Wladimir Putin das Abkommen als strategische Bedrohung für die russische Ölindustrie kritisiert.

Das Abkommen würde den USA dabei in die Hände spielen, Marktanteile hinzuzugewinnen. Der Zusammenhalt des erweiterten Ölkartells könnte daher nur von kurzer Dauer sein.

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