Rohstoffe: Energiemärkte im Bann der Geopolitik: Nord-Stream-Streit und Iran-Patt treiben Preise für Gas, Strom und Öl
Der Preis für Gas zur Lieferung in einem Monat kletterte am Dienstag am Handelsplatz Rotterdam kurzzeitig auf knapp 120 Euro pro Kilowattstunde.
Foto: imago images/ITAR-TASSZürich, Düsseldorf. Manchmal reichen wenige Worte, um Chaos an den Märkten auszulösen – diese Erfahrung muss in diesen Tagen auch die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) machen: Am Wochenende sagte sie im ZDF, dass sie derzeit keine Möglichkeit sehe, die Gaspipeline Nord Stream 2 zu genehmigen. Seither kennen die Preise für Erdgas in Europa kein Halten mehr. Der Preis für Gas zur Lieferung in einem Monat kletterte am Dienstag am Handelsplatz Rotterdam kurzzeitig auf über 122 Euro pro Kilowattstunde.
Damit stieg der europäische Gaspreis erneut auf das Rekordniveau von Mitte Oktober, als zahlreiche Industrieunternehmen wegen hoher Energiepreise ihre Produktion drosseln mussten und die ersten Gasanbieter auf dem europäischen Kontinent Insolvenz anmeldeten.
Bereits seit Wochen befinden sich die Strompreise in Europa auf einem Höhenflug. Der Preis für Strom in Deutschland zur Lieferung im kommenden Jahr stieg Daten des Finanzdienstes Bloomberg zufolge auf 192 Euro pro Megawattstunde – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnittspreis in diesem Jahr; und sechs Mal so viel wie im Jahr 2020.