Rohstoffe Kein Bock auf Gold

Die Anleger hoffen auf ein Happy End im Griechenland-Streit und greifen zu Aktien. Gold steht auf der Verkaufsliste. Das Edelmetall rutscht auf den tiefsten Stand seit einem Monat – und es könnte weiter abwärts gehen.
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Eine Feinunze Gold kostete am Montag 1185,40 Dollar und damit 1,2 Prozent weniger als am Vortag. Anders als Aktien und Anleihen profitiert Gold kaum von politischer Stabilität. Quelle: dpa
Gold

Eine Feinunze Gold kostete am Montag 1185,40 Dollar und damit 1,2 Prozent weniger als am Vortag. Anders als Aktien und Anleihen profitiert Gold kaum von politischer Stabilität.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Anleger sind im Vorfeld des EU-Sondergipfels zum griechischen Schuldenstreit voller Optimismus. Der Dax gewann im Verlauf des Tages rund 3,5 Prozent. Der EuroStoxx 50 legte ebenfalls mehr als drei Prozent zu und markierte ein neues Hoch seit Januar.

Und während die Aktien steigen, wird Gold für die Anleger immer unattraktiver. Das Metall, das gerne als Geldparkplatz für Krisenzeiten genutzt wird, verbilligte sich am Montag um 1,2 Prozent. Eine Feinunze Gold kostete 1185,40 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit vier Wochen.

„Die Anleger an den europäischen Börsen hegen derzeit großen Optimismus für Aktien”, kommentiert Tai Wong, Rohstoffexperte bei BMO Capital Markets. „Das lenkt sie vom Gold ab, das eigentlich als sicherer Hafen gilt.”

Mitsubishi-Analysten glauben, dass der Preis für das Edelmetall sogar auf unter 1050 US-Dollar pro Feinunze und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2010 fallen kann. Grund dafür ist die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed. In der vergangenen Woche hatte die Vorsitzende der Federal Reserve, Janet Yellen, angekündigt, dass eine Zinsanhebung noch im laufenden Jahr möglich sei. Die Anleger haben die Nachricht als die Vorbereitung zu einer „sanften Zinswende” interpretiert.

Für den Goldpreis verheißen steigende Zinsen allerdings nichts Gutes. Schließlich wird das Metall überwiegend zum Werterhalt genutzt. Anders als Aktien oder Anleihen wirft Gold keine Zinsen ab und nützt vor allem jenen Anlegern, die die Inflation fürchten. Fällt mit den steigenden Leitzinsen die Inflationsgefahr flach, wird auch Gold uninteressant.

Zuletzt hatten Investoren sich mit dem Edelmetall gegen die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Griechenland-Krise und der ultralockeren Geldpolitik der EZB abgesichert. Jetzt, wo die Politik sich zu stabilisieren scheint, wollen die Anleger das Geld für sich arbeiten lassen, anstatt es in Gold zu parken.

  • Bloomberg
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8 Kommentare zu "Rohstoffe: Kein Bock auf Gold"

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  • Hallo kein Bock auf Gold ? Kaum noch physisches Gold vorhanden alles nach China abgewandert Silber für eine Jahresproduktion Leerverkauf . Um Gold aus dem Boden zu holen benötigt man in einigen China Minen 2400 Dollar per Unze ..hallo aufwachen .60 % der deutschen haben am Ende es Monats eh kein Geld den ist der Goldpreis egal .Leser dieser Zeitung die vielleicht mehr auf Konto haben sollten ihr Vermögen mit min 30% in Gold oder Silber abdecken .Den Zusammenbruch der Schuldenstaaten kann man nicht verhindern und mir ist als Hauptschüler mit nur Klasse 9 auch bewusst was 3 % Zinsen auf die Schulden der Welt bedeuten wurden ? Also worauf sollten wir kein Bock mehr haben ich den auf die Menschen die und das zu verantworten haben.

  • Danke Handelsblatt das war die verblümte Aufforderung Gold zu kaufen und zwar es ist höchste Zeit dazu. Allerdings ist Silber in Krisenzeiten wenns bergab geht bedeutend volatiler als Gold - in beide Richtungen. Wers sich leisten kann legt Silber in zollfreier Zone an dann kann er sich die 19% Steuern sparen - wichtig ist immer physikalisch zu ordern.
    /K

  • Ich schließe mich an! (Fehlt jetzt nur noch die Meinung der GoldmännerSachsen!) Es ist 5 vor 12 und es gilt nur noch: Kaufen,kaufen, kaufen! Nämlich Au und Ag und raus aus allen Schulden und Anlageprodukten in Papier und digitalen Guthaben! Denn Ignoranten und Sparbuchschlafmicheln wünsche ich demnächst viel Spaß beim Salatzubereiten mit den vielen Papierzettelchen und Kontoasuzügen. Wems nicht so schmeckt, der kann ja noch die Wände damit tapezieren.

  • Es gibt KEINEN besseren Kontraindikator für ein Investment als Anti-Propaganda im Mainstream.
    Ich habe nur einem einzigen Fehler gemacht: als damals ca 2011 die BILD-Zeitung für Gold warb, hätte ich den (Papier-)Preis bereits mit Puts abhedgen sollen...

  • Wenn so ein Artikel im Handelsblatt steht, ist es allerhöchste Zeit, das Aktiendepot aufzulösen, den DAX zu shorten und den gesamten Rest in physisches Gold (und Silber!!) zu stecken.

  • Da ist er wieder, dieser Satz !! "" wollen die "Anleger" wieder ihr Geld für sich ARBEITEN lassen""" !
    Es gibt glaube ich kaum einen Satz der blödsinniger ist.
    Geld ARBEITET nicht ! Menschen ARBEITEN für die Gier dieser ...Anleger.und das zumeist unter wenig netten bedingungen.
    Ich verstehe eh nicht , wieso diese Art des Geld machens nicht maximal besteuert wird.
    Schließlich wird dieses Geld nicht verdient sondern ... abgeschöpft.
    Wenn ich sehe, wie der Staat Aleinerziehende zb. besteuert und wie diese Geldgeschäfte, da kommt mir die Galle hoch.

  • Cool, dann kann ich meinen physischen Bestand weiter günstigst aufstocken, genauso, wie es die Chinesen tun... ;-))))
    Und fallende Papierpreise hedge ich ab mit Put-OS. Den (Papier-)Gewinn aus dem Hedge-Verkauf investiere ich dann wieder in Metall.

  • Tiefster stand seit 4 wochen bei 1185,4?? Letzte woche erst hat gold tiefer geschlossen und vor 2 wochen war es sogar unter 1175. Bitte besser recherchieren

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