Rohstoffe Ölpreis bleibt auf Erholungskurs

Die Anleger setzen auf eine mögliche Förderkürzung und ein Krisentreffen der Ölförderstaaten. Dem Ölpreis verhilft das nach oben. Die Sorten Brent und WTI verteuern sich um jeweils zwei Prozent.
Update: 04.02.2016 - 09:53 Uhr
Anleger setzen auf Marktstabilisierung. Quelle: dpa
Ölpreis

Anleger setzen auf Marktstabilisierung.

(Foto: dpa)

FrankfurtSpekulationen auf eine mögliche Förderkürzung haben den Ölpreis am Donnerstag erneut nach oben getrieben. Brent und WTI verteuerten sich in der Spitze um rund zwei Prozent auf 35,73 und 32,96 Dollar je Fass. Am Mittwoch waren die Preise bereits um sieben und acht Prozent nach oben geschnellt. Unter dem Druck des monatelangen Ölpreisverfalls sind einem Bericht aus dem Iran zufolge mehrere Rohölproduzenten zu einem Krisentreffen bereit. Darunter sollen sowohl Opec-Länder wie der Iran sein als auch Staaten, die nicht dem Kartell angehören. Auch Russland befürwortet demnach eine Zusammenkunft.

Bisher haben sich die Förderländer nicht auf eine Drosselung ihrer Produktion verständigen können, die die Ölmärkte stabilisieren könnte. Der Preis für Rohöl ist in den vergangenen 18 Monaten um etwa 70 Prozent eingebrochen, weil der schwächelnden Nachfrage ein Überangebot gegenüber steht.
Unterstützt ist der Ölpreis auch von den zuletzt heftigen Verlusten der US-Währung, wodurch Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger werden. Der schwächere Dollar habe sicherlich seinen Anteil an der jüngsten Preisrally beim Öl, aber die Schwankungen dürften hoch bleiben, erklärten Börsianer. Die steigenden US-Öllagerbestände könnten den Preisauftrieb bremsen. Morgan Stanley senkte die Preisprognose für das Nordsee-Öl Brent auf 30 Dollar von zuvor 49 Dollar je Fass.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

  • rtr
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