Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Rohstoffe Ölpreis fällt um fast sieben Prozent – Das steckt hinter dem historischen Verlust

Der Ölpreis setzt seine fast zweiwöchige Talfahrt fort. Allein am Dienstag sackt er um 6,6 Prozent ab. Die Opec wirkt machtlos.
Update: 13.11.2018 - 21:43 Uhr Kommentieren
Der Ölpreis notiert den zwölften Tag in Folge im Minus – die bislang längste Verlustserie der Historie. Quelle: dpa
Ölpumpe

Der Ölpreis notiert den zwölften Tag in Folge im Minus – die bislang längste Verlustserie der Historie.

(Foto: dpa)

SingapurDer Absturz der Ölpreise ist nicht aufzuhalten: Allein am Dienstag hat sich der Rohstoff um fast 6,6 Prozent verbilligt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 65,47 Dollar. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel sogar um 7,1 Prozent unter die Marke von 56 Dollar.

Der Ölpreis notiert damit den zwölften Tag in Folge im Minus – die bislang längste Verlustserie der Historie. Seit ihren Höchstständen Ende Oktober haben Brent und WTI mehr als 20 Prozent eingebüßt und befinden sich damit in einem Bärenmarkt. Aus Sicht vieler Anleger ist das ein Signal für weiter fallende Preise.

Auch das Ölförderkartell Opec zeichnete in seinem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht ein pessimistisches Bild für die Nachfrage nach Opec-Öl. Diese werde im kommenden Jahr auf 31,5 Millionen Barrel täglich sinken – ein Rückgang um 1,4 Millionen Barrel im Vergleich zur aktuellen Tagesproduktion.

Gleichzeit steige die Nachfrage nach Öl aus Exportländern außerhalb der Opec, etwa USA oder Kanada. Der Generalsekretär des Ölförderkartells, Mohammed Barkindo, bezeichnete das Erstarken der Konkurrenz als „alarmierend.“

Bereits am Montagabend hatte US-Präsident Donald Trump via Twitter erneut Saudi-Arabien und die Opec attackiert. Die Ankündigung der Saudis, ihre Ölausfuhren im Dezember zu reduzieren sowie die Forderung weiter gehender Produktionskürzungen für 2019 hatten seine Attacke provoziert.

Trump appellierte an Saudi-Arabien und die Opec, ihre Produktion nicht zu drosseln. „Die Ölpreise sollten angesichts des Angebots viel niedriger sein!“, twitterte der amerikanische Präsident. William Patterson, Rohstoffexperte der ING-Bank, sagte: „Dieser Tweet hat den Ölpreis sicherlich nicht gestützt.“

Am Wochenende und zum Wochenauftakt hatten Saudi-Arabien, das von ihm faktisch geführte Ölkartell Opec sowie weitere große Förderer zwiespältige Signale gesendet. Während Saudi-Arabien eine Produktionskürzung um eine Million Barrel je Tag ins Gespräch brachte, äußerte sich der zweite Öl-Riese Russland wesentlich zurückhaltender.

Saudi-Arabien strebt einen Ölpreis von 80 Dollar an und versucht daher, neue Produktionskürzungen durchzusetzen. Doch der Vorstoß ist unter den großen Ölexporteuren umstritten. So sagte der russische Energieminister Alexander Vovak: „Ich würde mich nicht ausschließlich auf Produktionskürzungen fokussieren.“

Anfang Dezember könnte der Opec ein turbulentes Jahresendtreffen bevorstehen. ING-Experte Patterson erwartet, dass das Kartell trotz des Dissenses neue Kürzungen der Produktion beschließt. „Ein Deal ist mehr als wahrscheinlich.“

Je länger die Verlustserie am Ölmarkt anhält, desto stärker geraten die Ölförderer unter Druck. Drosseln sie die Produktion dennoch nicht, könnte sich der Preisverfall fortsetzen, sagt Patterson. „Das ist das größte Abwärtsrisiko für die Märkte.“

Mit Material von Bloomberg und Reuters.

„Die Ölpreise hängen wie ein Stein an der Wall Street“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Rohstoffe - Ölpreis fällt um fast sieben Prozent – Das steckt hinter dem historischen Verlust

0 Kommentare zu "Rohstoffe: Ölpreis fällt um fast sieben Prozent – Das steckt hinter dem historischen Verlust"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.