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Rohstoffe Ölpreis steigt über 60 Dollar – Saudi-Arabien lässt Öl-Reserven schätzen

Dass die Ölpreise steigen – trotz der anwachsenden Lagergestände in den USA – zeigt: Der Ölmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Auch Saudi-Arabien reagiert.
Update: 09.01.2019 - 23:42 Uhr Kommentieren
Brent: Ölpreise steigen trotz höherer Lagerbestände in den USA Quelle: dpa
Ölpumpen in Texas

Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China lässt Ölpreis wohl steigen.

(Foto: dpa)

Singapur Der Höhenflug der Ölpreise hat sich auch an diesem Mittwoch fortgesetzt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich zum Handelsschluss um mehr als vier Prozent auf 61,30 US-Dollar pro Barrel (rund 159 Liter). Auch der Preis für die US-Sorte WTI notierte fast fünf Prozent im Plus.

Selbst ein überraschend starker Anstieg der Öllagerbestände in den USA konnte die Rally nicht bremsen. Zwar waren die Rohölbestände der Vereinigten Staaten um rund 1,7 Millionen Barrel im Vergleich zur Vorwoche gesunken, teilte die US-Regierungsbehörde EIA am Mittwoch mit. Doch ein deutliches Plus bei Benzin und Öl-Zwischenprodukten ließ die US-Lagerbestände um mehr als 13 Millionen Barrel anschwellen.

Üblicherweise wirken steigende Lagerbestände dämpfend auf den Ölpreis, da Marktteilnehmer von einer sinkenden Nachfrage in der Zukunft ausgehen.

Dass die Ölpreise dennoch gestiegen sind, verdeutlicht den Wandel am Ölmarkt: Noch Ende Dezember hatte der Preis für die Nordseesorte Brent rund 40 Prozent unterhalb seines Jahreshochs notiert. Doch innerhalb von nur drei Wochen drehte sich das Bild.

Der Ölpreis legte die längste Rally seit eineinhalb Jahren hin und ist seit dem Dezember-Tief um rund 17 Prozent gestiegen. Klettert der Preis um weitere drei Prozentpunkte, können die Analysten einen neuen Bullenmarkt ausrufen.

Zuletzt hatten Hinweise auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China den Preis für US-Öl erstmals seit Dezember wieder über die Marke von 50 Dollar steigen lassen.

Ein Handelskrieg der beiden Weltmächte könnte das Wachstum der Weltwirtschaft und damit auch die Ölnachfrage noch immer hemmen. Doch allein die vage Aussicht, dass es so schlimm wohl doch nicht kommt, hat dem Ölpreis im Januar zu einer Rally verholfen. Da hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, die Verhandlungen liefen „sehr gut“. Mittlerweile haben die USA und China weitere Handelsgespräche beendet – und positive Signale gesendet. Details wurden offiziell noch nicht bekannt gegeben.

Zudem haben viele Investoren offenbar die Macht des wichtigsten Opec-Mitglieds Saudi-Arabien unterschätzt. Dass das Königreich einen Ölpreis von rund 80 Dollar für einen ausgeglichenen Staatshaushalt benötigt und Preisniveaus von um die 50 Dollar kaum tolerieren würde, dürfte die wenigsten Marktbeobachter überraschen. Trotzdem konnten die Anfang Dezember beschlossenen Produktionskürzungen der Opec-Staaten und Russland den Preissturz zunächst nicht stoppen.

Mittlerweile ist klar, dass Saudi-Arabien Ernst macht. Am Mittwoch sagte der saudische Energieminister Khalid al-Falih, sein Land werde im Januar nur noch 7,2 Millionen Barrel täglich exportieren. Im November waren es noch 7,6 Millionen Barrel täglich. Sein Land habe kein konkretes Preisziel, wolle den Markt jedoch in der Balance halten, ergänzte er.

Die saudischen Ölreserven liegen bei 268,5 Milliarden Barrel

Kürzlich hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass das Königreich seine Exporte im Vergleich zum November 2018 um bis zu 800 000 Barrel täglich zurückschrauben will. Die Opec-Staaten und Russland hatten sich darauf verständigt, ihre Produktion um insgesamt 1,2 Millionen Barrel täglich zu kürzen. Damit reagierten die Ölförderländer auf den Boom des US-Schieferöls und Sorgen eines Überangebots auf dem Ölmarkt.

Warren Patterson, Rohstoffanalyst der niederländischen ING-Bank, rechnet mit weiter steigenden Ölpreisen: „Es gibt weiteres Aufwärtspotenzial, da sich immer mehr abzeichnet, dass sich die Mitgliedsstaaten des Opec+-Verbunds an die beschlossenen Produktionskürzungen halten.“

Unterdessen hat Saudi-Arabien erstmals seit 40 Jahren seine Ölreserven von einem unabhängigen Gutachter schätzen lassen. Wie Energieminister al-Falih mitteilte, bezifferte das Gutachten die Ölreserven des Landes auf 268,5 Milliarden Barrel. Das ist etwas mehr als die 266,3 Milliarden, die das Königreich zuvor angegeben hatte. Die neuen Schätzungen wurden im Zuge des geplanten Börsengangs des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco veröffentlicht.

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