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Rohstoffe Ölpreise geben wieder nach – US-Lagerdaten verschärfen Ausverkauf

Der Handelskonflikt belastet den Rohölmarkt. Am Mittwoch geht es für die Ölpreise im Handelsverlauf um vier Prozent abwärts.
Update: 07.08.2019 - 17:22 Uhr Kommentieren
Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City in Oklahoma (USA). Quelle: dpa
Erdölförderung

Ölpumpen auf einem Ölfeld bei Ponca City in Oklahoma (USA).

(Foto: dpa)

Singapur Nach einem überraschenden Anstieg der Rohölbestände ist der Ölpreis in einen sogenannten Bärenmarkt eingetreten. Seit April hat sich der Preis für die Nordseesorte Brent um mehr als 20 Prozent verbilligt.

Am Mittwoch markierte er ein neues Sieben-Monats-Tief. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete zwischenzeitlich weniger als 57 US-Dollar und damit vier Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel zwischenzeitlich um über vier Prozent auf unter 52 Dollar. Günstiger war Öl zuletzt im Januar dieses Jahres.

Auslöser des jüngsten Kursrutsches waren Daten der US-Energiebehörde EIA: Demnach stiegen die Lagerbestände für Rohöl überraschend um knapp 2,4 Millionen Barrel, wie die EIA am Mittwoch mitteilte. Die Benzinlager füllten sich sogar um mehr als vier Millionen Barrel. Marktteilnehmer waren zuvor von einem Abbau der Lagerbestände ausgegangen.

Steigende Lagerbestände werden als Signal für eine schwache Ölnachfrage interpretiert. Daher sorgen steigende Bestände in den USA, dem größten Ölkonsumenten der Welt, oft für fallende Preise.

Die US-Lagerdaten verschärften angesichts der zuletzt gestiegenen Sorgen vor einer Rezession den Pessimismus der Investoren. Seitdem US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche neue Strafzölle auf chinesische Waren verkündete, ist der Preis für Brent um zehn Prozent gefallen. „Am Markt wächst wegen der Verschlechterung der Handelsgespräche zwischen den USA und China die Unsicherheit, was die Aussichten für die Nachfrage betrifft“, sagte Warren Patterson, Rohstoff-Analyst der ING Bank. Es wird befürchtet, dass der Handelsstreit die ohnehin geschwächte Weltwirtschaft zusätzlich belastet. Dies würde die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin belasten. „Je länger der Handelskonflikt andauert, desto größer sind die Abwärtsrisiken für die Ölnachfrage.“

Risiken, dass das Ölangebot einbrechen könnte, blenden die Investoren nach Ansicht von Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank aktuell aus. Selbst eine mögliche Eskalation der Krise im Persischen Golf konnte die Ölpreise zuletzt nicht stützen. Dabei hatte Großbritannien kürzlich angekündigt, sich einer Schutzmission für Öltanker in der Straße von Hormus anzuschließen. Dies dürfte der Iran als Provokation auffassen. Der Iran hatte erst vor einer Woche in der Region einen britischen Tanker beschlagnahmt. Zuvor hatten die Briten einen mit iranischem Öl beladenen Tanker vor Gibraltar festgesetzt.

„Wir denken, dass der Ölmarkt inzwischen in einer Übertreibungsphase ist“, sagt Coba-Analyst Fritsch daher. Er erwartet, dass die Ölnachfrage weiterhin robust steigt. „Dafür sorgen insbesondere die aufstrebenden Schwellenländer in Asien.“

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.

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