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Rohstoffe Opec senkt Prognose – Ölpreise wieder unter Druck

Die Rohölnachfrage wird nach Einschätzung des Öl-Kartells niedriger ausfallen als erwartet. Der Preis für Brent-Öl sinkt daraufhin wieder unter 50-Dollar.
14.12.2020 Update: 14.12.2020 - 17:12 Uhr Kommentieren
Öl zählte zuletzt zu den populärsten Anlagen für Spekulanten. Quelle: Reuters
Raffinerie in Mexiko

Öl zählte zuletzt zu den populärsten Anlagen für Spekulanten.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Eine pessimistische Prognose der Opec hat der Öl-Rally ein Ende gesetzt. Dem Monatsbericht des Öl-Kartells zufolge wird die Rohölnachfrage im ersten Quartal des kommenden Jahres niedriger ausfallen als erwartet.

Aufgrund der Coronakrise und Unsicherheiten über die Verteilung von Impfstoffen würden eine Million Barrel pro Tag weniger nachgefragt werden als zuvor prognostiziert. Damit würde die Ölnachfrage nur noch um 500.000 Barrel pro Tag zum Vorquartal steigen. Der Preis für Brent-Öl sank wieder unter die 50-Dollar-Marke, auch der Preis der US-Sorte WTI gab nach.

Ein möglicher Angriff auf einen Öltanker in Saudi-Arabien hatte den Ölpreisen am Montag zunächst weiter Auftrieb gegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent kostete zwischenzeitlich 50,58 US-Dollar. Das waren 61 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 54 Cent auf 47,11 Dollar.

Laut Medienberichten kam es im saudischen Hafen Dschidda zu einer Explosion an einem Tanker, der Raffinerieprodukte geladen hatte. Der Reederei Hafnia zufolge wurde das Schiff beim Entladen von einem „externen Objekt“ getroffen. Die Crew habe das durch eine Explosion ausgelöste Feuer unter Kontrolle gebracht. Niemand sei verletzt worden.

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    Die genauen Umstände des Vorfalls sind bislang noch unklar. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben in den vergangenen Wochen und Monaten jedoch immer wieder saudische Öl-Infrastruktur sowohl im Roten Meer als auch im Persischen Golf attackiert. Der Konflikt ist zuletzt wieder aufgeflammt und schürt die Sorge, die Instabilität in der für den globalen Ölhandel wichtigen Golfregion könnte das Ölangebot verknappen.

    Erst vor drei Wochen wurde ein Öllager des Staatskonzerns Saudi Aramco von Raketen getroffen. Die Huthi-Milizen übernahmen die Verantwortung für die Attacke. Zudem wurde kürzlich ein Tanker im Roten Meer durch eine Seemine beschädigt. Im September 2019 hatten die Huthi-Rebellen mit einem Drohnenangriff eine der größten saudischen Raffinerieanlagen getroffen.

    Aus Sicht von Warren Patterson, Chefanalyst für Rohstoffe bei der ING Bank, könnten die Spannungen in der Golfregion die Ölpreise weiter stützen. Viel bedeutender für den Ölpreis sei jedoch die Hoffnung auf einen Impfstoff.

    Grundsätzlich wurden die Rohölpreise in den vergangenen Wochen durch die gute Stimmung an den Finanzmärkten beflügelt. Der Preis für Nordseeöl war deshalb erstmals seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr wieder über 50 Dollar gestiegen.

    Grafik

    Öl ist derzeit eine der populärsten Anlageklassen, mit denen spekulative Investoren auf eine Erholung nach der Corona-Pandemie setzen. Die Zahl der Wetten von Finanzinvestoren auf steigende Ölpreise an der US-Rohstoffterminbörse sei auf den höchsten Stand seit neun Monaten gestiegen, so Patterson.

    Doch aus Sicht der Rohstoff-Experten der ING hat der Optimismus bei den Spekulanten an den Terminbörsen auch eine Schattenseite: „Damit hat sich ein beträchtliches Korrekturpotenzial aufgebaut, sollten die Erwartungen einer schnellen Nachfrageerholung enttäuscht werden“, schrieben sie in einer Studie.

    Auch die Commerzbank-Analysten erwarten, dass die Ölpreise im ersten Halbjahr 2021 nochmals unter Druck geraten und sich die Nordseesorte Brent erst gegen Ende nächsten Jahres deutlich über der Marke von 50 Dollar stabilisiert.

    Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.

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