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Rohstoffe Palladium-Preis überspringt erstmals 1600 Dollar-Marke

Spekulationen auf Lieferengpässe sorgen beim Palladium-Preis für ein Rekordhoch. Doch der hohe Preis könnte bald zum Nachteil werden.
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Die russische Regierung denkt nach eigenen Angaben über einen Exportstopp für recycelte Edelmetalle nach. Quelle: Reuters
Palladium

Die russische Regierung denkt nach eigenen Angaben über einen Exportstopp für recycelte Edelmetalle nach.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer Preis für das Edelmetall Palladium steigt unaufhaltsam: Am Dienstag markierte er mit rund 1600 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm) ein neues Rekordhoch. Allein seit Jahresbeginn hat sich das Edelmetall um 25 Prozent verteuert. Auf 12-Monats-Sicht beträgt das Plus sogar 75 Prozent.

Längst hat Palladium Gold als wertvollstes Edelmetall abgelöst. Und auch die Entwicklung zum Platin-Preis ist bemerkenswert: 2008 kostete Platin 2300 Dollar pro Feinunze, die gleiche Menge Palladium war zu dem Zeitpunkt für 200 Dollar zu haben. Dieses Bild hat sich seit Oktober 2017 umgekehrt. Doch nie war die Preisdifferenz zwischen den beiden Edelmetallen höher als jetzt: Mit rund 855 Dollar pro Unze kostet Platin nur gut halb so viel.

Den jüngsten Preissprung bei Palladium führen die Rohstoffexperten der Commerzbank auf „spekulatives Kaufinteresse zurück“. Philip Newman, Manager bei der Beratungsfirma Metals Focus, sagt: „Es gibt Gerüchte, denen zufolge Russland den Export bestimmter Altmetalle beschränken will.“ Doch die beispiellose Preisrally der vergangenen Monate hat fundamentale Gründe.

Palladium wird vor allem in der Automobilindustrie verwendet und dort in Katalysatoren von Benzin-Motoren eingesetzt. Die Autoindustrie macht Bloomberg Intelligence zufolge 85 Prozent der globalen Palladium-Nachfrage aus.

Das Edelmetall ist dadurch ein Gewinner der Dieselkrise: Denn Platin kommt in Katalysatoren von Diesel-Motoren zum Einsatz. Weil immer weniger Diesel-Autos gekauft werden, geht auch die Nachfrage nach Platin zurück, während die für Palladium steigt.

Ein weiterer Preistreiber für Palladium ist das knappe Angebot: Der Markt habe zum achten Jahr in Folge ein Angebotsdefizit, sagte Jonathan Butler, Rohstoff-Stratege bei Mitsubishi UK der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Der kurzfristige Ausblick sieht nicht besser aus, besonders in Südafrika.“

Das Land ist nach Russland der zweitgrößte Palladium-Förderer der Welt. In den südafrikanischen Minen kommt es immer wieder zu Streiks. Zudem denkt die russische Regierung nach eigenen Angaben über einen Exportstopp für recycelte Edelmetalle nach.

Noch kein Ende der Rally in Sicht

Bislang sieht es nicht nach einem Ende der Palladium-Rally aus: So schreiben etwa die Rohstoff-Analysten der Citibank: „Wir bleiben bullish, da der physische Palladium-Markt weiter knapp bleibt und der Wechsel zu Alternativen Jahre dauert.“

Doch der hohe Preisaufschlag gegenüber Platin könnte viele Autobauer zum Umdenken bringen: Benzin-Katalysatoren können auch mit Platin gebaut werden, allerdings müssten die Unternehmen ihre Produktionsprozesse entsprechend umstellen.

Eily Ong, Rohstoffexpertin bei Bloomberg Intelligence erwartet, dass die Angebotsknappheit auf dem Palladium-Markt noch bis 2020 anhält. Doch mit den steigenden Preisen steige auch das Risiko, dass die Autobauer auf Platin umschwenken, schreibt sie in einer Analyse.

Darauf spekulieren auch die Märkte: Während Palladium am Dienstag rund ein Prozent zulegte, waren es bei Platin zwei Prozent. Die historisch hohe Preisdifferenz könnte daher nur von begrenzter Dauer sein.

Mehr zum Thema: Warum Gold und andere Edelmetalle Steuerprivilegien genießen.

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