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Rohstoffe Preis für Palladium markiert historisches Hoch – Gold schwächelt

Erstmals kostet Palladium mehr als 1.400 Dollar pro Unze und hängt damit alle anderen Edelmetalle ab. Der Preissprung könnte der Auftakt für eine breite Edelmetallrally sein.
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Das Edelmetall hat Gold, Silber und Platin bei der Wertentwicklung deutlich hinter sich gelassen. Quelle: Reuters
Palladium-Barren in einer Fabrik in Russland

Das Edelmetall hat Gold, Silber und Platin bei der Wertentwicklung deutlich hinter sich gelassen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer neuerliche Sprung fiel besonders drastisch aus: Um zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent schnellte der Preis für das Edelmetall Palladium am Donnerstag in die Höhe. Erstmals wurde damit die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm) geknackt. Damit ist Palladium derzeit rund 100 Dollar teurer als Gold. „Palladium eilt von Rekord zu Rekord“, schreiben die Rohstoffanalysten der Commerzbank.

Palladium wird vor allem in der Automobilindustrie verwendet. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Abgaskatalysatoren in Benzinmotoren. Das Metall kommt jedoch auch in Brennstoffzellen, Zündkerzen für die Luftfahrt oder als Katalysator für chemische Reaktionen in der Nanotechnologie zum Einsatz.

Selbst schwache Absatzzahlen aus der Autobranche konnten den jüngsten Höhenflug des Palladiumpreises nicht stoppen, schreiben die Analysten der Commerzbank. Die Nachfrage nach dem Hightech-Metall bleibt weiter hoch: „Sowohl der weltweit größte Platin- und Palladiumverarbeiter, Johnson Matthey, als auch das auf Edelmetalle spezialisierte Beratungsunternehmen Metals Focus erwarten für dieses Jahr ein weiteres Angebotsdefizit am globalen Palladiummarkt“, schreiben die Commerzbank-Experten weiter.

Zudem sinken die Lägerbestände von Palladium seit mehr als acht Jahren. An den Terminmärkten liegt der Kassapreis aktuell deutlich höher als die Terminpreise für die Lieferung des Metalls in den kommenden Monaten – üblicherweise ist es umgekehrt. Experten sprechen deshalb von einem Terminmarkt in „Backwardation“, einer inversen Preissituation. Dieses Phänomen tritt besonders bei extrem knappen Märkten auf.

Innerhalb der vergangenen sechs Monate hat sich Palladium um rund 55 Prozent verteuert. Damit hat der Rohstoff alle anderen Edelmetalle abgehängt. Gold notiert auf Sicht von sechs Monaten 5,5 Prozent im Plus. Silber hat sich im selben Zeitraum leicht verbilligt, der Preis von Titan ist sogar um 1,6 Prozent gesunken.

Aus Sicht von Mike McGlone, Rohstoffstratege bei Bloomberg Intelligence, treiben die weltweit verschärften Abgasnormen für Autos die Nachfrage nach Palladium. Diese seien „die Hauptquelle der Nachfrage“.

Die Palladiumrally könnte auch der Anstoß für eine breite Erholung bei den Edelmetallen sein. „Starke Palladium-Preise und ein Dollar-Kurs, der seinen Höhepunkt erreicht hat, sind gewöhnlich eine mächtige Kombination für einen Goldpreisanstieg“, schreibt McGlone in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse.

Das zeige auch die Historie: Palladium war erst ein einziges Mal für einen längeren Zeitraum teurer als Gold: zwischen 1999 und 2002. Ab 2002 trat der Goldpreis in einen beispiellosen Bullenmarkt ein, der bis 2011 anhielt. Aus technischer Sicht habe Gold im Vergleich zu Palladium daher derzeit großes Aufholpotenzial, argumentiert der Bloomberg-Rohstoffexperte.

Im Zuge des Ausverkaufs am Aktienmarkt im November und Dezember des Vorjahres hat der Goldpreis deutlich zugelegt, stagniert jedoch seit Jahresbeginn unterhalb der Marke von 1.300 Dollar pro Unze. „Das Aufwärtspotenzial für Gold übertrifft um Längen das Abwärtspotenzial“, ist McGlone überzeugt.

Einziges Risiko am Palladium-Markt sei jedoch ein Dämpfer bei der Nachfrage aus China. „Es gibt Zeichen, dass China und einige Autobauer ihre Läger wieder aufstocken“, sagt McGlone. Steigende Lägerbestände sind gewöhnlich ein Indikator für eine schwächere Nachfrage in der Zukunft. Doch auch der Bloomberg-Analyst ist sicher: Das Angebotsdefizit dürfte Bestand haben – und den Palladiumpreis weiter in die Höhe treiben.

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