Rohstoffe Rückschlag für Gold – Warum die Mini-Rally des Edelmetalls stockt

Der starke Dollar und die bessere Stimmung am Aktienmarkt verpassen der Gold-Rally einen Dämpfer. Doch Euro-Anlegern bleibt immerhin ein Vorteil.
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Mit 1221 Dollar pro Feinunze pendelt der Preis aktuell um seinen 100-Tages-Durchschnitt. Quelle: dpa
Goldbarren in einem Tresor

Mit 1221 Dollar pro Feinunze pendelt der Preis aktuell um seinen 100-Tages-Durchschnitt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Erholungs-Rally währte nur kurz: Der Oktober-Ausverkauf an den weltweiten Aktienmärkten hatte den Goldpreis innerhalb eines Monats um etwa fünf Prozent steigen lassen. Doch an den Höhenflug des Vormonats konnte das Edelmetall in den ersten November-Handelstagen nicht anknüpfen.

Mit derzeit 1221 Dollar pro Feinunze (rund 31 Gramm) pendelt der Preis aktuell um seinen 100-Tages-Durchschnitt. „Gold scheint wieder in Lethargie verfallen zu sein“, kommentieren die Rohstoff-Analysten der Commerzbank.

Als wichtiger Grund für die erneute Schwächephase des Goldpreises gilt Beobachtern der erstarkte Dollar. Das Edelmetall entwickelt sich tendenziell gegenläufig zur US-Währung. Da Gold in Dollar gehandelt wird, verteuert eine starke US-Währung die Goldkäufe wichtiger Importländer wie China.

Der negative Zusammenhang zwischen Dollar und Gold wird derzeit noch vom hohen Zinsniveau in den USA verstärkt. Kurzlaufende US-Staatsanleihen werfen derzeit fast drei Prozent Zinsen ab. Selbst nach Abzug der Inflation bleibt davon noch etwas übrig.

Das bedeutet: In den USA lassen sich mit risikofreien Anlageklassen positive reale Erträge erwirtschaften. Edelmetall-Investments, die keine Zinsen abwerfen, sind damit weniger attraktiv – und auch als Absicherung gegen reale Kaufkraftverluste weniger stark gefragt.

Hinzu kommt: Weder von den US-Kongresswahlen Anfang der Woche noch von der Sitzung der US-Notenbank Fed am Donnerstagabend gingen positive Impulse aus. Zwar erhöhte die Fed die Leitzinsen nicht – doch angesichts der boomenden Konjunktur gilt ein Zinsschritt bei der letzten Notenbanksitzung des Jahres im Dezember als ausgemacht. Der Dollar verteuerte sich nach der Fed-Sitzung leicht und sorgte damit für weiteren Druck auf den Goldpreis.

Wie stark dieser Zusammenhang andere fundamentale Entwicklungen überlagert, zeigt auch der Fall Südafrika. Die Nachricht, dass einer der größten Minenbetreiber des Landes wegen eines Streiks seine Produktion drosseln musste, konnte dem Goldpreis Auftrieb verleihen.

Axel Merk, Manager des 135 Millionen Dollar schweren VanMerk Gold Trust, meint daher, dass der Preis des Edelmetalls noch länger auf dem Niveau von etwa 1200 Dollar pro Feinunze festhängt. „Der Goldpreis wird das tun, was er schon eine Weile lang tut: hin- und herpendeln“, sagte er der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Immerhin: Die Dollar-Stärke kommt Euro-Anlegern entgegen: Sie sorgt dafür, dass sie von Preissteigerungen beim Gold stärker profitieren als Dollar-Anleger und gleichzeitig weniger stark unter Abschwüngen leiden. So notiert der Goldpreis in Dollar auf Jahressicht rund 4,2 Prozent im Minus. Der Euro-Preis ist nur 1,9 Prozent im Minus. Auf Oktober-Monatsbasis ist Gold in Dollar 3,9 Prozent im Plus, in Euro sind es 5,1 Prozent.

Und auch aus einem anderen Grund ist Gold für Anleger aus dem Euroraum wesentlich attraktiver: Nach Abzug der Inflation sind die Erträge etwa für zehnjährige Bundesanleihen deutlich negativ. Das heißt: Als Absicherung gegen einen realen Kaufkraftverlust erfüllt Gold im Euroraum noch einen weiteren Zweck.

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