Rohstoffe Sanktionen gegen Russland machen Öl-Anleger nervös

Der Westen verschärft die Sanktionen gegen Russland. Das wirkt sich auf den Ölpreis aus. Das in Dollar gehandelte Rohöl verteuert sich um ein halbes Prozent.
Update: 21.03.2014 - 15:46 Uhr Kommentieren
Der zuletzt gegenüber allen großen Währungen gestiegene US-Dollar belastet laut Händlern die Ölpreise. Quelle: dpa

Der zuletzt gegenüber allen großen Währungen gestiegene US-Dollar belastet laut Händlern die Ölpreise.

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FrankfurtAngesichts verschärfter Sanktionen des Westens gegen Russland hat sich Öl am Freitag verteuert. Der Brentpreis kletterte um 0,5 Prozent auf 107,10 Dollar je Fass. Öl der US-Sorte WTI wurde mit 99,29 Dollar je Barrel 0,4 Prozent höher gehandelt. Anleger fürchteten, dass sich die Sanktionen des Westens früher oder später auch gezielt gegen den Energiesektor richten könnten – Russland ist der weltweit zweitgrößte Öl-Exporteur.

US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag den Weg frei gemacht für Sanktionen gegen Kernbereiche der russischen Wirtschaft und kündigte weitere Visasperren gegen prominente Russen an. Ins Visier nahmen die USA 20 der engsten Verbündeten von Präsident Wladimir Putin aus Politik und Wirtschaft.

Darunter befand sich auch der Milliardär Gennadi Timtschenko, der deswegen seinen fast 50-prozentigen Anteil an dem von ihm mitgegründeten Ölhandels-Konzern Gunvor verkaufte. „Die Unsicherheit ist definitiv zurück“, sagte Abhishek Deshpande von Natixis. „Die USA hat deutlich gemacht, dass sie gewillt ist, die Sanktionen gegen Putins inneren Zirkel zu verstärken.“ Damit könnten auch dem Energiesektor Sanktionen drohen.

Am Morgen war der Ölpreis WTI auf die dritte Woche mit Verlusten zugelaufen und hatte sich von der Marke bei 100 Dollar je Barrel entfernt. In der vergangenen Woche waren die Lagerbestände an Rohöl auf das höchste Niveau seit November gestiegen, wie das Energieministerium in Washington am Mittwoch mitteilte.

„Lagerdaten und die Ölproduktion haben für Schwäche im Markt gesorgt”, drückte es Chefanalyst Ric Spooner von CMC Markets in Sydney aus. Selbst die Turbulenzen wegen der Lage in der Ukraine seien „nicht wirklich” entscheidend für die Ölversorgung, stellte er fest.

So hatte die Ölsorte Brent an der Londoner Rohstoffbörse ICE um 0,1 Prozent leichter bei 106,39 Dollar je Barrel notiert. Die US- Sorte WTI wurde zu 98,63 Dollar gehandelt, das waren 0,3 Prozent weniger als am Vortag.

Gold war am Kassamarkt mit 1331,22 Dollar je Unze 0,3 Prozent höher. Das Edelmetall steht vor dem über die Woche gesehen deutlichsten Preisrückgang seit November, was die Nachfrage nach physischem Gold anregen könnte.

Der Goldpreis enthalte keine Risikoprämie mehr, sagte Jonathan Barratt von Barratt's Bulletin in Sydney. Wenn Gold nicht mehr als Wertanlage nachgefragt werde, dann könne sich ein Boden für den Preis nur noch aus der Nachfrage nach physischen Beständen bilden.

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