Rohstoffe Soros steigt aus Gold aus

Starinvestor George Soros hat seine Gold-Positionen im vergangenen Quartal reduziert – offenbar in weiser Voraussicht. Denn der Preis für das Edelmetall sinkt. Auch der Ölpreis hat nachgelassen.
Update: 15.02.2013 - 10:10 Uhr 13 Kommentare
Investor George Soros hat seine Gold-Positionen reduziert. Quelle: dpa

Investor George Soros hat seine Gold-Positionen reduziert.

(Foto: dpa)

SingapurDer Preis für Gold hat am Freitag nachgelassen. Am Kassamarkt wurde das Edelmetall mit 1633,85 Dollar je Unze 0,1 Prozent niedriger gehandelt als am Vortag. Die Investoren George Soros und Louis Moore Bacon haben die Positionen an börsengehandelten Goldprodukten im vergangenen Quartal reduziert.

„Die Welt geht nicht vor die Hunde, warum also sollte man Gold kaufen?”, meinte Jonathan Barratt, Chef des Rohstoff-Newsletters Barratt's Bulletin in Sydney. Anleger gingen „bei Aktien am Bord”.

Der Ölpreis hat am Freitag geringfügig nachgegeben, läuft aber noch immer auf den neunten Wochengewinn innerhalb von zehn Wochen zu. Hintergrund der steten Aufwärtsbewegung sind bessere Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft. Zudem berichtete Oil Movements, die OPEC werde in diesem Monat die Öllieferungen um 0,9 Prozent drosseln.

„Es ist klar, dass sich ein besseres Wachstumsszenario für die Weltwirtschaft abzeichnet, und das wird von den Märkten generell und bei Öl insbesondere eingepreist”, sagte Michael McCarthy, Chefmarktstratege von CMC Markets in Sydney. „Wir hatten weitere Hinweise auf eine Besserung bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Das passt zu dem breiteren, besseren Nachfrageszenario.”

Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
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Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
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Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
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Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
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Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
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In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
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Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
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Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

Technische Indikatoren deuten allerdings darauf, dass der Ölpreis in New York in den kommenden Tagen sinken könnte. Die Futures nähern sich einem „Doppel-Top” an, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

Die US-Sorte WTI zur Lieferung im März kostete zuletzt 97,18 Dollar und damit 0,1 Prozent weniger als am Vortag. Die Nordsee-Sorte Brent notierte bei 117,86 Dollar um 0,1 Prozent fester.

Im asiatischen Handel habe es wenige Impulse für den Ölmarkt gegeben, sagten Händler. Im Nachmittagshandel könnten Konjunkturdaten aus den USA die Ölpreise bewegen. So stehen die Zahlen zur Industrieproduktion und zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan auf dem Kalender.

  • dpa
  • Bloomberg
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13 Kommentare zu "Rohstoffe: Soros steigt aus Gold aus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Verkauft nur euer Gold.
    Wer glaubt, das Indien, Brasilien & China auch 2020 ca. 5% Ihrer Devisenreserven in Gold Hlaten und 85% in Dollar, der wird sich wundern.

  • zu der frage: soros investiert in gold über den spdr goldshares. dieser hält das gold physisch (über 1000 tonnen)

  • @Rechner

    Englisch ist eine schwerer Sprache...

    Aus dem link kopiert.....

    "2013 gold production is expected to be 7.0-7.4 million ounces at all-in sustaining cash costs of $1,000-$1,100 per ounce"

    Bedeutet sie erwarten Gesamtkosten von $1000 - $1100 pro Unze fuer 2013...

    Die Kosten steigen und steigen...

    Warum sollte Gold langfristig fallen?

    Rechner scheint irgendwie den Einstieg verpasst zu haben und hofft auf niedrigere Kurse. Mit etwas Glück sehen wir noch mal die 1550$, aber tiefer sollte es nicht gehen...

  • Aus dem link kopiert.....

    "2013 gold production is expected to be 7.0-7.4 million ounces at all-in sustaining cash costs of $1,000-$1,100 per ounce"

    Bedeutet sie erwarten Gesamtkosten von $1000 - $1100 pro Unze fuer 2013...

    Die Kosten steigen und steigen...

    Warum sollte Gold langfristig fallen?

    Rechner scheint irgendwie den Einstieg verpasst zu haben und hofft auf niedrigere Kurse. Mit etwas Glück sehen wir noch mal die 1550$, aber tiefer sollte es nicht gehen...

  • Aktueller Auszug aus den WirtschaftsNachrichten:

    ++ Krisen-Angst: Zentralbanken kaufen im großen Stil Gold +++

    Im vierten Quartal 2012 lag die Goldnachfrage mit 1.195,9 Tonnen circa 4 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Zentralbanken kauften 2012 so viel Gold wie seit 1964 nicht mehr.

    http://www.goldseiten.de/artikel/161605--Quo-vadis-Geldsystem.html
    Quo vadis, Geldsystem?

    http://euro-med.dk/?p=29426#respond
    Gold-Standard Wieder Befürwortet - Führt zu Geldeinzug/Deflation und Wirtschaftszusammenbruch?

    Langsam mache ich mir Sorgen um Soros. Er wettet auf den Erhalt des Euros und verkauft sein Gold. Da soll noch einer schlau draus werden, weil dumm ist er ja nicht. Oder propagiert er genau das Gegenteil von dem, was er tatsächlich macht? Das erscheint mir viel logischer.

  • 'hafnersp' sagt
    ------------------
    Gold ist u.a. genau deshalb von monetärem Interesse, weil es NICHT verbraucht wird (relativ zum Bestand, beachte auch, daß Schmuck kein wirklicher Verbrauch ist, in vielen Ländern dient dies zur Goldhortung)
    ------------------

    In dem Maße in dem sich in Indien und China ein vernübftiges Bankwesen etabliert werden die Leute auch auf edm Kand langsam merken daß es gescheitere Formen der Wertaufbewahrung gibt als Goldschmuck.

    Und dann ist es auch mit dem "monetären Interesse" vorbei.

    Und Gold WIRD verbraucht. Wenn auch nicht viel im Vergleich zur Förderung.

    Zwar wird viel Schmuck-, Zahn- und Industriegold zurückgewonnen, aber nicht alles. Und das ist der Verbrauch.

    'hafnersp' sagt
    ------------------
    Aber das alles ist für den Goldpreis irrelevant, genauso wie der jährliche "Goldverbrauch".
    ------------------

    Nur solange es in Form von Notenbanken der Förderländer und Spekulanten andere Abnehmer gibt.

    Sobald der letzte Narr gekauft hat, ist damit aber Schluß.

    Und das kann jederzeit passieren.

  • @G_Horn

    da haben Sie völlig recht, zumal Soros selbst sich sowieso aus dem op. Geschäft offiziell zurückgezogen hat und was er persönlich macht, weiß man nicht. Aber die Marke "Soros" verkauft sich eben gut, nachrichtenmäßig.

    Solche Meldungen sind davon abgesehen sowieso nutzlos, da zu spät, nicht komplett und ohne Angabe der zugrundeliegende Strategie für diese offensichtlich taktischen (Papier)Gold-Transaktionen.

  • Das heißt, Sorros erwartet bald einen steigenden Goldpreis.
    In einigen Monaten wird es am Aktienmarkt gewaltig krachen, jetzt noch schnell die Aktieneuphorie auf die Spitze treiben und die Goldzitterer aus dem Markt drängen. PS: Nächste Woche sind die Chinesen aus dem Neujahrsfest zurück, die werden natürlich dann alle verkaufen.

  • @Rechner

    diese "Förderkosten" sind reine Definitionssache der Firmen, die sich am Goldpreis (und - für Zyniker - am Preis der Firma) orientiert, nicht umgekehrt (klingt zwar paradox, ist aber so). Kapitalkosten sind darin übrigens nicht enthalten.

    Aber das alles ist für den Goldpreis irrelevant, genauso wie der jährliche "Goldverbrauch". Gold ist u.a. genau deshalb von monetärem Interesse, weil es NICHT verbraucht wird (relativ zum Bestand, beachte auch, daß Schmuck kein wirklicher Verbrauch ist, in vielen Ländern dient dies zur Goldhortung)

    Wir haben dieses Thema jetzt schon oft genug (und offenbar vergeblich) diskutiert, deshalb werde ich das nicht weiters ausführen.

  • 'G_Horn' sagt
    ----------------
    Frage: hat Soros nun physisches Gold verkauft oder irgendwelche schwindeligen Papiere ? Natürlich kann der Jornalist diese Frage nicht beantworten !
    ----------------

    Das ist relativ unerheblich.

    Auch die "schwindligen Papiere" werden am Markt für Gold und Goldfutures gehedget.

    Und natürlich beeinflußen Futures-Preise und Spot-Preise einander.

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