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Rohstoffe Trump-Tweet zum Drohnenabschuss treibt Ölpreise in die Höhe

Der Iran schießt eine US-Drohne ab, und Donald Trump sorgt mit einem Tweet für noch mehr Anspannung. Die Folge: Die Preise für Rohöl steigen deutlich.
Update: 21.06.2019 - 00:06 Uhr Kommentieren
Seit 2017 ist die Förderbremse in Kraft. Quelle: dpa
Ölförderung

Seit 2017 ist die Förderbremse in Kraft.

(Foto: dpa)

SingapurEin Tweet von US-Präsident Donald Trump zum Abschuss einer US-Militärdrohne durch den Iran hat am Donnerstag die Ölpreise nach oben getrieben. Nachdem Trump getwittert hatte, dass der Iran „einen sehr großen Fehler“ gemacht habe, stieg der Preis des Nordseeöls Brent um 4,25 Prozent auf 64,45 Dollar je Barrel (159 Liter). Ein Barrel West Texas Intermediate verteuerte sich um 5,9 Prozent auf 57,16 US-Dollar.

Bereits am Morgen hatte die Nachricht des Drohnenabschusses für steigende Ölpreise gesorgt. Der Iran hatte nach eigenen Angaben eine US-Spionagedrohne abgeschossen, die in der südlichen Provinz Hormosgan in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. US-Insider gaben dagegen an, die Drohne sei in internationalem Luftraum getroffen worden. Der Vorfall schürte Sorgen über militärische Zusammenstöße zwischen den USA und dem Iran.

Der Drohnenabschuss ist der jüngste in einer Serie von Vorfällen in der Golfregion. Erst vergangene Woche waren zwei Öltanker im Golf von Oman attackiert worden. Die USA beschuldigen den Iran, für die Angriffe verantwortlich zu sein. Die iranische Regierung hat das stets zurückgewiesen. In den vergangenen Wochen waren weitere Tanker im Persischen Golf sowie eine wichtige Ölpipeline auf der arabischen Halbinsel sabotiert worden.

Damit wächst die Furcht vor einer militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Lange Zeit hatte insbesondere der Ölmarkt dieses Risiko ausgeblendet. Nach der Tankerattacke vergangene Woche zogen die Ölpreise zwar kurzzeitig an, gaben einen großen Teil der Zugewinne im Lauf der Woche aber wieder ab.

Zwischenzeitlich war Öl sogar in einen Bärenmarkt eingetreten, zwischen April und Anfang Juni hatte der Preis um rund 20 Prozent nachgegeben. Grund dafür waren Sorgen über eine Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die die Weltkonjunktur schwächen und auch die Ölnachfrage dämpfen dürfte.

Doch mit dem Drohnenabschuss erhält die Angst vor einer Krise im Golf von Oman und einem knappen Ölangebot neue Nahrung. Die Straße von Hormus, die den Persischen Golf und den Golf von Oman verbindet, gilt als wichtigstes Nadelöhr im globalen Ölhandel. Mehr als 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölzwischenprodukte werden der Internationalen Energieagentur zufolge täglich durch die Meerenge verschifft, das entspricht gut einem Fünftel des globalen Ölangebots.

Der Drohnenabschuss dürfte auch Thema auf dem Treffen des Ölförderkartells Opec mit den verbündeten Ölexporteuren um Russland und Kasachstan werden. Anfang Juli will die „Opec+“ genannte Allianz über neue Förderkürzungen beraten. Ein im Dezember 2018 ausgehandelter Deal, die Ölfördermenge um 1,2 Millionen Barrel täglich zu drosseln, läuft Ende Juni aus.
Beobachter erwarten, dass sich die Opec+-Allianz dazu durchringt, die Förderkürzungen zu verlängern. Das könnte den Ölpreisen weiter Auftrieb verleihen. Doch der Drohnenabschuss und der daraufhin gestiegene Ölpreis könnten neue Dynamik in die Verhandlungen bringen.

Zusätzlich gestützt wurden die Preise von den jüngsten Rückgängen bei den US-Lagerbeständen, die stärker als erwartet waren. Nach Angaben der US-Behörden vom Mittwoch fielen die Bestände in der vergangenen Woche um 3,1 Millionen Barrel, Experten hatten nur mit einem Rückgang um 1,1 Millionen gerechnet.

Mit Agenturmaterial.

Mehr: US-Präsident Trump kämpft mit harten Bandagen gegen den Iran – bislang aber ohne Erfolg. Warum das die USA planlos wirken lässt, kommentiert Handelsblatt-Redakteurin Annett Meiritz.

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