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Rohstoffmärkte Ist der Ölpreisverfall gestoppt?

Der Ölpreis der Nordseesorte Brent hat seinen Verlust seit Jahresanfang wieder gutgemacht. Am Montag durchbrach er die 40-Dollar-Marke. Ist das mehr als eine kurzfristige Korrektur?
„Ich bin optimistisch, dass wir am Ende des Jahres eine Korrektur der Preise sehen werden.“ Quelle: dpa
Ölfässer

„Ich bin optimistisch, dass wir am Ende des Jahres eine Korrektur der Preise sehen werden.“

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Ölpreise sind zum Start in die neue Woche weiter gestiegen. Am Montagabend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 40,26 Dollar - das ist der höchste Stand seit Dezember vergangenen Jahres. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im April stieg um 67 Cent auf 36,59 Dollar. Die Ölpreise steigen damit seit gut drei Wochen in Folge, über solch einen langen Zeitraum konnten die Preise für den Rohstoff zuletzt im Mai 2015 steigen.

Vom Anstieg der Ölpreise profierten eine Reihe von Ölunternehmen in der Golfregion. Der Bloomberg GCC 200 Index, der die 200 größten Titel der Region umfasst, kletterte am Freitag um zwei Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Monaten.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

(Foto: AFP)
Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

(Foto: AFP)
Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

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Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

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China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

(Foto: dpa)
China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

(Foto: Reuters)
Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

(Foto: Reuters)

Mehrere Gründe sorgen derzeit an den Märkten für den Aufschwung. Zum einen treibt der zuletzt schwächere Dollar den Ölpreis nach oben. Denn eine schwächere US-Währung führt meist zu einer höheren Nachfrage, weil das in Dollar notierte Erdöl für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger wird. Zum anderen verweisen Experten auf den Trend geringerer Förderstellen in den USA. Entsprechend ist die US-Ölproduktion in der Tendenz rückläufig, bislang sinkt sie aber nicht besonders stark.

Zudem sorgten die überraschend positiven Arbeitsmarktdaten aus den USA am Freitag für einen Anstieg der Preise. Die Arbeitslosenquote in den USA bleibt auf dem tiefsten Stand seit acht Jahren. Nach Angaben des Arbeitsministeriums verharrte sie im Februar bei 4,9 Prozent. Außerdem schaffte die US-Wirtschaft im abgelaufenen Monat 242.000 neue Jobs, dieser Wert liegt deutlich über den Erwartungen. Der US-Wirtschaft scheint es also besser zu gehen, als bisher erwartet.

Doch Experten sind sich uneinig, ob es sich beim aktuellen Preisanstieg des Rohstoffes nur um eine kurzfristige oder um eine nachhaltige Erholung handelt.

Die Vereinigten Arabischen Emirate jedenfalls sind sich sicher, dass die Ölpreise weiter steigen werden. „Ich bin optimistisch, dass wir am Ende des Jahres eine Korrektur der Preise sehen werden“, sagte Suhail Al Mazroueider, Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate am Montag in Dubai. Doch man müsse geduldig sein. „So eine Korrektur passiert nicht in Wochen oder in Monaten, sondern braucht Zeit.“

Viele Experten hoffen derzeit auf eine Einigung der wichtigen Ölförderländer, die eine Begrenzung der Ölproduktion zur Folge haben könnte. Zuletzt hatten viele Ölförderstaaten ihre Produktion ausgeweitet, um sinkende Einnahmen im Staatshaushalt durch steigende Exportmengen auszugleichen. Auf dem Weltmarkt weitete sich dadurch das Überangebot an Öl immer weiter aus – der Ölpreis gab immer weiter nach.

Mitte Februar einigten sich die wichtigen Förderländer Saudi-Arabien, Katar, Venezuela und Russland angesichts der fallenden Ölpreise darauf ihre Produktion vorübergehend einzufrieren. Saudi-Arabien und Russland seien bereit, ihre Ölförderung auf dem Januar-Niveau einzufrieren, wenn andere große Förderländern sich diesem Schritt anschließen, bestätigte ein Sprecher der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec).

Diesem Abkommen hätten sich Venezuela und Katar angeschlossen. Voraussetzung für die Vereinbarung sei, dass auch „andere große Produzenten mitmachen“, wie Katars Energieminister al-Sada erklärte. Katar führt derzeit den Vorsitz der Opec.

Große Hoffnung auf Opec-Treffen
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