Russland und die Ölkrise Rubel rutscht auf Rekordtief

Die drastischen Kursverluste an den Aktienmärkten sorgen auch bei den Devisen für deutliche Verwerfungen. Auf der Verliererseite steht der russische Rubel, eine andere Währung erweist sich nun als sicherer Hafen.
Umtauschkurse für die Währungen von US-Dollar, Euro und Rubel sind in Simferopol (Ukraine) auf einer Anzeigetafel zu sehen. Der Rubel ist gegenüber dem Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Quelle: dpa
Krise auf der Krim

Umtauschkurse für die Währungen von US-Dollar, Euro und Rubel sind in Simferopol (Ukraine) auf einer Anzeigetafel zu sehen. Der Rubel ist gegenüber dem Dollar auf ein Rekordtief gefallen.

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FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch zum Dollar zugelegt, notierte gegen Mittag jedoch unter seinem Tageshoch. Zuletzt wurden für einen Euro 1,0925 Dollar gezahlt, das sind 0,2 Prozent mehr als am Vortag. Auch gegenüber den meisten anderen Hauptwährungen präsentierte sich die Gemeinschaftswährung fester.

Mit deutlichem Abstand die stärkste Währung unter den meistgehandelten Devisen war der japanische Yen, der vom Ausverkauf bei Aktien und Rohstoffen profitierte. Die als vergleichsweise sicher geltende japanische Währung war daher gefragt. Zum Euro verteuerte sich der Yen 0,8 Prozent auf 127,24 Yen je Euro, gegenüber dem Dollar gewann er ein Prozent auf 116,46 je Dollar.

Was Sie über den Devisenhandel wissen müssen
Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang
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Weltweiter Riese

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Währungen werden an diesem Foreign Exchange (FX) direkt oder indirekt zwischen den einzelnen Marktteilnehmern gehandelt.

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Wer handelt da?

Dominiert wird der Devisenmarkt von großen, institutionellen Investoren wie Banken, Hedge- oder Investmentfonds. Wichtig sind insbesondere die Zentralbanken, die über Devisenkäufen oder –verkäufe ihre Währungen zu stützen. Vor allem bei asiatischen Zentralbanken sind diese sogenannten Devisenmarktinterventionen üblich. Privatanleger können allerdings auch am Währungsmarkt aktiv werden, wie etwa die Causa Uli Hoeneß gezeigt hat.

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Wie Privatanleger in den Handel einsteigen

Für den direkten Handel am Devisenmarkt wird ein Depot bei einem entsprechenden Broker benötigt. Immer mehr Online-Broker bieten solche Depots an, Anleger müssen genau hinschauen, um seriöse Angebote herauszufiltern. Verbreiteter ist der indirekte Handel über Derivate. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten.

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Mit welchen Derivaten gehandelt werden kann

Wer die einzelnen Währungspaare nicht direkt kaufen oder verkaufen will, muss auf Derivate ausweichen. Das geht beispielsweise mit Hilfe von Devisenoptionen, also strukturierten Produkten. Mit ihnen erwirbt der Anleger das Recht, eine bestimmte Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Wert zu kaufen oder zu verkaufen. Er ist allerdings nicht dazu gezwungen. Eine Kaufoption wird als Call bezeichnet, bei einer Verkaufsoption handelt es sich um einen Put. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Wetten auf eine bestimmte Kursentwicklung.

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Was sind Margins?

Eine Margin fordern Banken von ihren Kunden, wenn diese Devisen handeln wollen. Es handelt sich dabei also um Geld, welches zur Absicherung der Geschäfte bei der Bank hinterlegt werden muss. Privatkunden müssen mit Margins von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent rechnen. Wer also mit 100.000 Euro Währungen handeln will, muss bei einem Satz von einem Prozent 1000 Euro bei der Depotbank hinterlegen.

Mehrheit fuer Neuregelung der Maklergebuehren in Sicht
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Welche Risiken bestehen?

Wie der Fall Hoeneß gezeigt hat, lassen sich mit Währungsgeschäften zwar sehr schnell viele Millionen erwirtschaften, die Gewinne können sich aber auch genauso schnell wieder in Luft auflösen. Denn oft reichen kleine Kursbewegungen aus, um das Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten im eigenen Depot zu kippen. Und gerade der Devisenmarkt ist ständig in Bewegung.

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Warum ist der Markt so volatil?

Die starken Schwankungen am Devisenmarkt resultieren aus den zahlreichen Einflussfaktoren, die darauf einwirken. Nicht nur die Zinsen und geldpolitische Entscheidungen können den Wechselkurs beeinflussen, auch politische Ereignisse wie Kriege, die Inflationsrate oder Naturkatastrophen können Währungskurse bewegen.

Der Preisverfall des wichtigen russischen Exportguts Rohöl hat den Rubel am Mittwoch auf ein Rekordtief gedrückt. Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 2,8 Prozent auf 80,79 Rubel. Allein seit Jahresbeginn hat die russische Währung zur US-Devise bereits mehr als sieben Prozent an Wert verloren, seit Beginn des Ölpreisverfalls Mitte 2014 sind es mehr als 50 Prozent.

Auch an den Aktienmärkten in Russland ging es am Mittwoch weiter abwärts. Der Moskauer Leitindex RTS verlor zeitweise mehr als vier Prozent auf 631 Zähler. „Für russische Kapitalanlagen ist nichts Positives in Sicht“, sagte Analyst Nicholas Spiro vom Beratungshaus Spiro Sovereign Strategy.

In Russland machen Energieverkäufe etwa die Hälfte der Staatseinahmen aus. Durch den Preisrutsch droht Regierungsangaben zufolge eine Haushaltslücke von umgerechnet 36 Milliarden Euro. Die Talfahrt am Ölmarkt ging zur Wochenmitte rasant weiter: das weltweite Überangebot drückte den Preis für das US-Öl WTI um bis zu vier Prozent auf 27,32 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit war der Rohstoff so billig wie zuletzt im September 2003.

Yen als sicherer Hafen
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