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Satoshi Nakamoto Das Phantom, das den Bitcoin erfand

Satoshi Nakamoto hat vor zehn Jahren den Bitcoin erfunden und damit den Kryptowährungen zur Geburt verholfen. Wer er ist, weiß aber niemand.
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Satoshi Nakamoto lautet das Pseudonym des Erfinders der Bitcoin-Kryptowährung. Quelle: EyeEm/Getty Images
Anonym im Netz

Satoshi Nakamoto lautet das Pseudonym des Erfinders der Bitcoin-Kryptowährung.

(Foto: EyeEm/Getty Images)

FrankfurtEs ist Anfang Mai 2016 im New Yorker Marriott Marquis, einem Hotelklotz am Times Square. Hunderte von Experten, Enthusiasten und Neugierigen haben sich auf mehreren Etagen zur „Consensus“ eingefunden, der führenden Messe zum Thema Bitcoin, Blockchain und Co.

Zwei Prominente der Szene streiten sich auf dem Podium: Gavin Andresen, der bekannteste Entwickler des Bitcoin-Bezahlsystems, und Vitalik Buterin, der Erfinder des Bitcoin-Konkurrenten Ethereum. Andresen, im blauen Anzug, erzählt dem Publikum, warum er glaubt, der australische Geschäftsmann Craig Wright sei der Erfinder des Bitcoins, der sich hinter dem japanisch klingenden Pseudonym Satoshi Nakamoto verberge.

„Er hat in meiner Anwesenheit den privaten Schlüssel von Block Nummer 1 benutzt“, sagt er und schließt daraus, nur Satoshi könne diesen elektronischen Schlüssel kennen. „Ich bin überzeugt, dass Wright Satoshi ist“, sagt er. Buterin, im weißen T-Shirt, unterbricht Andresen. „Lasst mich erklären, warum ich glaube, dass er nicht Satoshi ist“, fährt er unter dem Gelächter des Publikums dazwischen.

Dann macht er mit einem für ihn typischen Wortschwall deutlich, Wright könne leicht genügend Informationen ins Internet stellen, die belegten, dass er Satoshi sei – wenn er es tatsächlich sei. „Wenn jemand aber die Möglichkeit eines klaren Beweises hätte und stattdessen nur verwirrende Hinweise liefert, dann in der Regel deswegen, weil er tatsächlich nichts nachzuweisen hat“, sagt er.

Ist Craig Wright also Satoshi? Während sonst alle Ideen, wer sich hinter dem Pseudonym verbergen könnte, von Dritten kamen, hat Wright sich kurz vor der Konferenz in einem Blog selbst dafür ins Gespräch gebracht.

Aber nicht nur Vitalik Buterin ist skeptisch. Die ganze Szene stellt sich nach und nach gegen ihn. Er wird später beschuldigt, ein Patent-Troll zu sein, also nur darauf aus zu sein, wertvolle Rechte im Bereich der Blockchain-Technik zu ergattern. Und im vergangenen Februar wird ein Prozess bekannt, bei dem ein anderer Bitcoin-Entwickler ihn des Betrugs im Wert von zehn Milliarden Dollar beschuldigt.

Wer ist Satoshi? Darüber rätselt die Welt seit zehn Jahren – bis heute. Ende Oktober 2008 hatte jemand unter diesem Pseudonym das Konzept für die Kryptowährung Bitcoin ins Netz gestellt, mit einer E-Mail-Adresse und einer Website.

Er startete Anfang 2009 die zugehörige Software und arbeitete daran bis etwa Mitte 2010 weiter. Dann übergab er das Projekt, das Anstoß für unzählige neue Kryptowährungen gab, Gavin Andresen als Hauptentwickler, alles per E-Mail. Seither ließ er nichts mehr von sich hören. Einmal machte das Gerücht die Runde, er habe von seiner E-Mail-Adresse eine Nachricht verschickt. Aber wahrscheinlich hatte jemand den Account gehackt.

Satoshi gilt als Genie. Er hat ein Problem gelöst, das vorherige Ansätze einer virtuellen Währung immer im Sande verlaufen ließ. Durch den Prozess des „Bitcoin-Minings“, den er vor zehn Jahren erstmals in Grundzügen darstellte, wird verhindert, dass die virtuellen Münzen einfach kopiert und somit doppelt ausgegeben werden können. Sein Trick hat weitreichende Folgen.

Er besteht darin, die Mehrheit der angeschlossenen Computerkapazität über die Korrektheit der Zahlungen wachen zu lassen und zum Nachweis der jeweiligen Kapazität rechenaufwendige Aufgaben lösen zu lassen. Als Folge sind sogenannte Computerfarmen entstanden, die ungeheuer viel Energie verbrauchen. Das größte Problem des Bitcoins.

Satoshi ist wahrscheinlich gar kein Japaner. Das vermuten viele, weil sein Englisch eher nach einem Muttersprachler klingt. Einmal wurde ein Physiker in Kalifornien, der unter dem Namen Satoshi Nakamoto geboren wurde, für den Bitcoin-Erfinder gehalten, aber der stritt das ab. Immer wieder neue Namen tauchten auf, meist von Softwareentwicklern, doch nie gelang eine eindeutige Zuschreibung.

Wer immer es ist – er hat geschafft, was vielen im Internetzeitalter Sorgen bereitet: seine Privatsphäre zu schützen.

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