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Sparen in der digitalen Zukunft In Bitcoins investieren

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Bitcoin-ETFs sind noch nicht erlaubt

Einen offiziellen ETF auf Bitcoins gibt es in den USA bisher nicht. Die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss, bekannt zunächst als Ruderer und dann als Investoren, versuchen seit Langem, von der US-Wertpapier-Aufsicht (SEC) die Genehmigung für einen Bitcoin-ETF zu erhalten. Bisher ohne Erfolg. Der Börsenbetreiber Bats hat aber gegen die Ablehnung der SEC Einspruch erhoben, deswegen ist das Verfahren jetzt wieder offen. Letztlich geht es darum, die Behörde davon zu überzeugen, dass der neue ETF nicht allzu anfällig für Kursmanipulationen ist, wie aus einem Schreiben der Bats-Anwälte hervorgeht. Sollte er doch noch genehmigt werden, dann würde die Nachfrage nach Bitcoins möglicherweise noch einmal deutlich steigen.

Eine weitere Möglichkeit, auf die schöne neue Bitcoin-Welt zu setzen, bieten Unternehmen, die sich in dieser Zukunft bereits angesiedelt haben. Sheri Kaiserman arbeitet derzeit an einem Konzept für einen Fonds, der zum Teil Anteile an solchen Unternehmen, zum Teil auch direkt virtuelle Währungen kaufen soll. Als eine interessante Firma nennt sie Gem. Die hat sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe der Blockchain, der Software hinter den Bitcoins, medizinische Daten so zu verwalten, dass sie für alle Beteiligten im Gesundheitsbereich identisch und leicht zugänglich sind. „Bei Blockchain denken die meisten Leute nur an den Finanzbereich, dabei gibt es viel mehr Einsatzmöglichkeiten“, sagt Kaiserman. Gem kooperiert mit dem Großkonzern Philips.

Die Vermögensverwaltung Pantera bietet Investoren bereits die Chance, in Unternehmen rundum Bitcoin und Blockchain zu investieren. Dafür muss der Anleger allerdings mindestens stolze 50.000 Dollar auf den virtuellen Tisch legen. Zurzeit hat Pantera Anteile von 18 Unternehmen im Fonds. Darunter sind relativ bekannte Namen, etwa der Bezahldienst Abra, die Bitcoin-Börse Bitstamp, außerdem Chain, ein Anbieter von maßgeschneiderten Blockchain für Banken und andere Finanzdienstleister. Ein weiteres Unternehmen im Portfolio ist Brave, das einen Browser bereitstellt, der Zahlungen von Mini-Beträgen per Bitcoin erleichtert und damit bessere Chancen verspricht, mit Inhalten Geld zu verdienen. Außerdem ist Z-Cash dabei, der Anbieter einer alternativen Währungen, die noch anonymer als Bitcoins funktioniert. Vor kurzem hat dieses Unternehmen eine Kooperation mit der Großbank JP Morgan vereinbart. RippleLabs, Gründer des Ripple-Systems, ist ebenfalls dabei.

Wer es ganz wild liebt, kann sich in der relativ neuen Welt der ICOs austoben. ICO steht für Initial Coin Offering und klingt nicht zufällig so ähnlich wie IPO, das Kürzel für Börsengänge. Bei ICOs verkaufen neue Unternehmen eigengestrickte virtuelle Währungen, die sich zurzeit oft an Ethereum anlehnen, und lassen sich meist mit Bitcoins oder anderen virtuellen Währungen dafür bezahlen. In den letzten Monaten hat diese Art der Mittelaufbringung zumindest bei Unternehmen mit Bezug zu Blockchains und Crypto-Währungen sogar traditionelle Formen der Wagnis-Finanzierung in den Schatten gestellt. Letztlich erwirbt der Anleger für seine virtuelle Währung eine sozusagen noch virtuellere Währung, dafür aber die Teilhabe an einem neuen Unternehmen.

Was ist eine Kryptowährung?

Dabei bietet die Software von Ethereum die Möglichkeit, Abstimmungen über die Führung oder vielleicht sogar den Zweck des Unternehmens zu automatisieren. Im Idealfall ist das gesamte Unternehmen eine DAO, eine dezentrale autonome Organisation, also ein virtuelles Unternehmen. Anhänger dieses Konzepts wie Olaf Carlson-Wee glauben, dass diese DAOs das „zweite Geschäftsmodell“ des Silicon Valley sind und am Ende Google, Facebook & Co ablösen werden. Carlson-Wee hat den Fonds Polychain gegründet und dafür unter anderem den bekannten Investor Andreessen Horowitz als Geldgeber gewonnen.

Der Phantasie sind also keine Grenzen geboten. Das birgt freilich auch Gefahren. So lockt der Bitcoin-Growth-Fund mit Sitz in Indien Anleger. Doch hier ist Vorsicht geboten: Aus der Website ist nicht ersichtlich, wer hinter dem Fonds steckt, und auf der Linkedin-Seite finden sich Beschwerden von Kunden, die ihr Geld nicht wiederfinden. Und schon 2015 bestrafte die SEC zwei Firmen, die Anlegergeld für Bitcoin-Mining eingesammelt hatten, ohne über die entsprechende Computer-Kapazität zu verfügen. Jede neue Welt hat ihre eigenen, neuen Risiken.

Die Serie

Banken zittern, Spekulanten jubeln: Aber was steckt wirklich hinter Bitcoin, Ethereum und Co.? In einer Serie behandeln wir die Welt der Digitalwährungen. Bisher erschienen:

Teil 1: Der Selbstversuch: Warum Bitcoins so verlockend sind
Teil 2: Welche Währung, welche Börse? So klappt der Einstieg
Teil 3: Mehr als ein Zockergeld: Wie das Bezahlen mit Bitcoins funktioniert
Teil 4: Sparen in der digitalen Zukunft: In Bitcoins investieren
Teil 5: Gemeinsam in die Blockchain: Die drei großen Allianzen
Teil 6: Streit in der Gemeinschaft: Wie China den Bitcoin zerstören könnte
Teil 7: Von Japan in die Welt: Die Geschichte des Bitcoin
Teil 8: Mehr als virtuelle Münzen: Ethereums Griff nach der Vorherrschaft
Teil 9: Bitcoin und Moral: Ein philosophischer Blick auf den Krypto-Hype
Teil 10: Digitalwährungen als Rohstoffe: Die Vision des Bitpay-Chefs
Teil 11: Finanzbranche und Bitcoin: Die Folgen für Banken und Banker
Teil 12: ICO was? Das zweifelhafte Business der Krypto-Börsengänge
Teil 13: Die Zukunft des Geldes: Was Bitcoins und Kaurischnecken eint

(Fortsetzung folgt)

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1 Kommentar zu "Sparen in der digitalen Zukunft: In Bitcoins investieren"

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  • Zu: „In den letzten Monaten hat diese Art der Mittelaufbringung zumindest bei Unternehmen mit Bezug zu Blockchains und Crypto-Währungen sogar traditionelle Formen der Wagnis-Finanzierung in den Schatten gestellt. Letztlich erwirbt der Anleger für seine virtuelle Währung eine sozusagen noch virtuellere Währung, dafür aber die Teilhabe an einem neuen Unternehmen.
    Dabei bietet die Software von Ethereum die Möglichkeit, Abstimmungen über die Führung oder vielleicht sogar den Zweck des Unternehmens zu automatisieren. Im Idealfall ist das gesamte Unternehmen eine DAO, eine dezentrale autonome Organisation, also ein virtuelles Unternehmen. Anhänger dieses Konzepts wie Olaf Carlson-Wee glauben, dass diese DAOs das „zweite Geschäftsmodell“ des Silicon Valley sind und am Ende Google, Facebook & Co ablösen werden.“

    Nochmal zur Erinnerung: Das Geld ist für die Menschen da, nicht umgekehrt.

    Das heißt: Es geht zuvorderst um Demokratie und Gleichberechtigung. Und dann erst um die Rolle, die Geld dabei spielen soll.

    Dies impliziert zwingend, dass sich die Funktionsweise eines j e g l i c h e n Finanzierungsmodells auch den zahllosen „Technik-Halb- und Vollanalphabeten“ – zu denen ich leider auch mich zählen muss – erschließen muss.

    Damit nicht nur „Profis“ die Kontrolle haben.

    Sonst war's das mit der Demokratie.

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