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Staatsanleihen werden verkauft Türkische Lira fällt wieder – Erdogan kritisiert erneut die hohen Zinsen

Türkei-Anleger werden nervös: Sie lassen die Lira fallen und die Renditen der Anleihen steigen. Am Donnerstag dieser Woche fällt am Bosporus eine wichtige Entscheidung.
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Lira fällt wieder – Erdogan kritisiert erneut die hohen Zinsen Quelle: Reuters
Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident hat wieder einmal sein ökonomische Sichtweise erklärt und forderte erneut niedrige Zinsen zur Bekämpfung der Inflation.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Von den Währungsturbulenzen im August dieses Jahres hatte sich der türkische Anleihen- und Devisenmarkt langsam erholt. Doch am heutigen Dienstag kam es wieder zu einem Rückschlag.

Türkei-Anleger verkauften die Währung des Landes und trieben den Kurs des Euros zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent auf 6,7328 Lira. Türkische Staatsanleihen flogen ebenfalls aus den Depots. Dadurch stieg die Rendite der zehnjährigen Titel auf 19,16 von 18,35 Prozent.

Zwei Gründe waren die Entwicklung verantwortlich. Zum einen der Absprung eines politischen Partners der Regierungspartei AKP. Die nationalistische MHP kündigte für die Kommunalwahlen 2019 ihre Allianz mit der Partie von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf.

Zuvor hatten beide Parteien ihren Willen zur Fortsetzung der Zusammenarbeit signalisiert. Erdogan und die MHP liegen wegen einer von den Nationalisten geforderten Amnestie für bestimmte verurteilte Kriminelle über Kreuz.

Der zweite Grund: Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lässt mit seiner Kritik an den hohen Zinsen im Land nicht nach. Banken sollten Unternehmern Kredite mit geringeren Sätzen anbieten, um für Investitionen zu sorgen, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am heutigen Dienstag. „Dieser niedrige Zins wird die Inflation nach unten bringen.“

Die Teuerungsrate war im September auf fast 25 Prozent geklettert – der höchste Wert seit 15 Jahren. Um sie einzudämmen, hat die türkische Zentralbank zuletzt gegen den Wunsch des Staatschefs die Leitzinsen kräftig um 6,25 Punkte auf 24 Prozent angehoben.

Dass sich Erdogan wieder zu den Zinsen äußert, liegt auf der Hand: Die Türkische Zentralbank (CBT) trifft sich am Donnerstag und wird eine Zinsentscheidung treffen. „Das Schicksal der Lira wird vielmehr davon abhängen, ob die CBT die Zinsen am 25. Oktober erhöht oder nicht“, meint die Devisenanalysten der Commerzbank.

Denn die Sorge vor einer zu starken Einflussnahme des Präsidenten auf die eigentlich unabhängige Notenbank hat mit dazu beigetragen, dass die Lira seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert eingebüßt hat. Im August dieses Jahres kollabierte die Lira, wodurch es nach einer Commerzbank-Analyse fast zu einem „Sudden-Stop“ kam: einem jähen Stillstand der Importe, der Kreditvergabe von Banken und der Investitionen.

Erdogan hat sich selbst wiederholt als „Gegner der Zinsen“ bezeichnet. Von niedrigeren Sätzen erhofft er sich einen Schub für das Wirtschaftswachstum. Seine Ansicht zur Inflation und den Zinsen stünde womöglich im Widerspruch zu denen der Akademiker, sagte Erdogan der Agentur. Diese würden aber keine Belege liefern, er dagegen schon. „Daher nenne ich den Grundsatz: Zinsen sind die Ursache, Inflation das Resultat.“

Mit Material von Nachrichtenagenturen

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