Steuer auf Edelmetalle Sieg für das Börsen-Gold

Echtes Gold als Wertpapier an der Börse kaufen, das macht etwa das Produkt „Xetra-Gold“ möglich. Die Deutsche Börse als Anbieter kann sich jetzt über ein Urteil des Bundesfinanzhofs freuen. Es lockt die Steuerfreiheit.
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Nicht nur bei Münzen und Barren profitieren Anleger von einem Steuervorteil. Quelle: Getty Images

Nicht nur bei Münzen und Barren profitieren Anleger von einem Steuervorteil.

(Foto: Getty Images)

FrankfurtGold-Anleger, die nicht auf Münzen oder Barren setzen, können sich demnächst die Abgeltungssteuer sparen. Der Bundesfinanzhof bestätigte jetzt als oberste Instanz zwei Entscheidungen der Finanzgerichte Sachsen und Münster.

Danach können Besitzer der Anleihe „Xetra-Gold“, die Anrechte auf Gold verbrieft und auf Wunsch dessen Auslieferung ermöglicht, das Papier nach einem Jahr steuerfrei verkaufen (VIII R 35/14). Das gilt ebenso für den Fall, dass sich der Anleihebesitzer die entsprechenden Goldbestände nach einem Jahr auch tatsächlich ausliefern lässt (VIII R 4/15).

Kern der Urteile: In der steuerlichen Behandlung sind solche Inhaberschuldverschreibungen dem Kauf und Verkauf von physischem Gold gleichgestellt. Ein erzielter Gewinn wird also nicht den Einkünften aus Kapitalvermögen zugeordnet, da die Schuldverschreibung keine Kapitalforderung verbrieft, sondern einen Anspruch auf eine Sachleistung. Derartige Goldgeschäfte aber hat der Bundesfinanzhof immer als private Veräußerungsgeschäfte angesehen, mit der beschrieben steuerlichen Folge.

Steffen Orben, Leiter von Deutsche Börse Commodities, dem Emittenten von Xetra-Gold, hat diese Entscheidung erwartet. „Die Anleihe wird behandelt wie Goldmünzen oder Goldbarren, eben nicht wie ein Wertpapier mit Abgeltungssteuer belegt“, sagt er. Die Kunden haben mittlerweile Anteile für knapp zwei Milliarden Euro gekauft, das ist der Gegenwert von 59,3 Tonnen Gold.

Xetra-Gold wird als börsengehandelter Rohstoff eingestuft, als Exchange Traded Commodity. Eine Schuldverschreibung bezieht sich auf ein Gramm Gold. Eine Anleihe gibt dem Inhaber das Recht auf Auslieferung eines Gramms Gold, das jederzeit bei einer Lieferfrist von zehn Tagen gegenüber der Bank geltend gemacht werden kann. Bewertungsbasis ist der Großhandelspreis für das Edelmetall an den internationalen Märkten. Das bringt dem Besitzer der Anleihe Kostenvorteile gegenüber dem Kauf von Barren oder Münzen.

Das Produkt ist günstiger als physisches Gold, kann außerdem wie eine Aktie über die Börse gehandelt werden. Es eignet sich für kurzfristige Trader, aber auch für Investoren, die keinen Wert auf den direkten und sofortigen Zugriff legen. „Wer Gold physisch haben will, der kauft Münzen oder Barren“, sagt Robert Hartmann, Chef des Edelmetall-Handelshauses Pro Aurum.

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11 Kommentare zu "Steuer auf Edelmetalle: Sieg für das Börsen-Gold"

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  • Ich frage mich, wie Loser Gold kaufen können. Herr Spiegel und Herr Bauer, gibt es da Zuschüsse von der ARGE oder finanziert sie der Hein_Bloed mit seinen Flaschen ?

  • Unser Bauer macht nie Fehler, denn er verkauft nichts!

  • @Tom Bauer

    in meinen Augen: alles richtig gemacht.....

  • @Rainer P.

    gerne auch Silber (andere Edelmetalle) als "Beimischung" und ganz wichtig, wie Sie selbst schon geschrieben haben: kein "Sammler-Schnick-Schnack"!!!!

    "Problem" bei Silber ist in meinen Augen die MwSt. die, je nach Form/Ausführung, zu zahlen ist.
    Als "Einstieg" aufgrund des "niedrigeren Preises" gegen Gold aber ggf. ein "Anfang"

  • Ich kaufe seit knapp 50 Jahren regelmäßi Gold, natürlich in schönen Barren.
    Einges habe ich zu Hause, aber es wurde für meine Wohnung wegen der Statik zu schwer, deshalb ist der Großteil im Safe bei der Bank.

    Da ich noch Preise von 200-300 bezahlt habe, kann ich mich jetzt zurücklehnen, ob das Gold bei 1700 oder 1100 steht.

    So ist es auch mit meinem Aktiendepot, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Aktien geakuft, der Lebensabend kann kommen.
    Bei Schieflage nie verkaufen, denn nur realisierte Verluste sind Verluste.

  • @Rainer P.

    das Wichtigste meiner Meinung nach ist, nicht "alle Eier in einen Korb" zu legen.
    Von daher gehört neben (bezahltes) Eigenheim/Wohnung, Aktien auch Gold (in der Reihenfolge) zur Geldanlage.
    Und wenn Gold, dann eben als physisches Produkt.

    Ich schließe mich G. Nampf an, bei Gold keine "kleinen Stücke" zu kaufen.
    Wo "kleine Stücke" anfangen/aufhören muss jeder für sich entscheiden.
    Das kann man ja recht einfach prüfen in dem man jeweils auf "Gramm" runterrechnet und vergleicht.
    "Kleine Stücke" sind eben verhältnismäßig teuer.
    "Klein" ist es in jedem Fall: ein 1oz-Barren ist gerade mal 41x 24x 2,2mm!

    In jedem Fall sollte Gold (wie Aktien) KEINE kurzfristige Geldanlage darstellen.
    Das eigene Haus schaffen Sie sich i.d.R. ja auch nicht für Tage, Wochen oder ein paar Monate an.
    Gold ist eher was, was man an seine Nachkommen vereerbt.......
    Für einen "Normalo" wird es am Besten sein, regelmäßig einen Betrag nach persönicher "finanzieller Möglichkeit" bei Seite zu legen. Wenn man das konsequent über Jahre/Jahrzehnte macht, dürfte es mit dem Erfolg klappen.

    Es gibt hier im Forum ab und an einen "Freiherrn von Stettin", der wird sicher monatlich nur im Dutzend und dann Kilo-Barren kaufen.

  • @Rainer P

    Zu Silber habe ich (noch) keine Meinung.

    Nur soviel: auf Silber /Platin/Palladium zahlt man Mehrwertsteuer (19%) , das muß man berücksichtigen.

    Ein Nachtrag zu Gold: Im ALLERschlimmsten Fall werden Edelmetalle verboten werden; diesen Fall halte ich für durchaus realistisch.

    Dann sind alle, die Edelmetalle besitzen die Gekniffenen.... . Aber das sind diejenigen, die ihr Geld in andere Dinge angelegt haben, dann auch, denn dann ist unser Geldsystem - nach einer massiven Enteignungswelle - ohnehin am Ende.

  • Danke für die Info G. Nampf.

    Was halten Sie von Silber-Münzen, kein Sammler-Schnick-Schnack, sondern Eagle, Maples oder Wiener...?

    Nochmal Danke.

  • @ Rainer P

    Ich heiße (offensichtlich ;-) ) nicht Bertram, antworte Ihnen aber trotzdem:

    Meines Erachtens zahlt derjenige mit kleinem Geldbeutel drauf, denn kleine Barren bis einschließlig 10 g) sind hoffnungslos überteurert und taugen bestenfalls als Geschenk.

    Alles größer 10g ist für mich nicht mehr "kleiner Geldbeutel".

    20g/ Unzen/ 50g sind noch gut transportierbar ("schlimmster Fall" heißt für mich: schnelle Flucht) . Alles größer Unzen ist ohnehin jenseits der Finanzierbarkeit bei den meisten Menschen.

  • @ Bertram...
    Da Sie anscheinend/erfreulicherweise ein Pro-Gold-Junge sind....

    Welche Stückelungen etc. würden Sie den empfehlen für den Fall von

    a) kleiner Geldbeutel
    b) für den schlimmsten Fall?

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