Syriza-Sieg in Griechenland Euro hält den Atem an

Die Reaktion war heftig, aber kurz: Für wenige Sekunden fiel der Kurs des Euro nach dem Syriza-Wahlsieg unter die Marke von 1,11 Dollar. Die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise wächst.
Update: 26.01.2015 - 09:32 Uhr 37 Kommentare

Mit Syriza kommt „das Ende der Spar-Politik“

SingapurDer klare Sieg für das Linksbündnis Syriza in Griechenland hat den Euro auf Berg- und Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung fiel in der Nacht für wenige Sekunden unter die Marke von 1,11 Dollar auf 1,1098 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren.

Bis Montagmorgen erholte sich die Gemeinschaftswährung aber wieder etwas und notierte bei 1,1228 Dollar. Am Freitagnachmittag war der Euro wegen der EZB-Geldpolitik bereits bis auf 1,1115 Dollar abgetaucht.

Syriza hat Verhandlungen über die Reformauflagen seiner internationalen Geldgeber angekündigt. Das schürt unter Anlegern die Furcht vor einem Wiederaufflammen der Euro-Krise. Für Entspannung sorgte allerdings, dass Syriza mit ihrem Parteichef Alexis Tsipras die absolute Mehrheit verpasst hat.

Aus Sicht der Commerzbank-Analysten muss der Wahlausgang in Griechenland keine Belastung für den Euro werden. „Zumindest scheint eine Hängepartie in der Regierungsbildung und damit erneute Neuwahlen unwahrscheinlich. Und, dass es mit der neuen Regierung Streit um die Hilfsprogramme geben wird, war lange bekannt und dürfte am Markt bereits eingepreist sein“, heißt es in einem Kommentar.

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer urteilte: „Der Wahlsieg der Linken bedeutet, dass der Euro-Raum bei der Lösung der Staatschuldenkrise auf halber Strecke stehen bleibt.“ Der Druck auf die EZB wachse, die ungelösten Probleme durch eine massive Abwertung des Euro zu übertünchen, so Krämer.

Syriza-Chef Alexis Tsipras hatte im Wahlkampf erklärt, das von der Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite gerettete Griechenland zwar in der Euro-Zone halten zu wollen. Vereinbarte Reform-Auflagen will er aber kippen. Zudem forderte er einen Schulden-Nachlass.

Tsipras signalisierte den EU-Partnern noch in der Wahlnacht aber Gesprächsbereitschaft für eine „gerechte und praktikable Lösung“ beim Umgang mit den Schulden und dem Sparkurs. Experten wie JP-Morgan-Analyst David Mackie erwarten dennoch, dass der Syriza-Sieg den Euro weiter belasten wird. Es sei jedoch nicht davon auszugehen, dass Griechenland die Währungsunion verlässt.

„Das ist für Griechenland eine mögliche Katastrophe, aber keine für Europa“, so Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, in einem Kommentar. Selbst einem Austritt aus der Gemeinschaftswährend sieht er gelassen: Europa habe alle Instrumente, um mit Ansteckungsgefahren im Falle eines Euro-Austritts umzugehen.

  • rtr
  • dpa
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37 Kommentare zu "Syriza-Sieg in Griechenland: Euro hält den Atem an"

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  • @ Hr. Traunstein.

    Na, der Hr. Neuerer ist von der Links-Außen-Franktion der Handelsblatt-Schreiber.

    Da müssen Sie beim Lesen der Artikel noch den Neuerschen Umerziehungsauftrag herausfiltern.

  • Es war Kohl, der Deutschland mit seinem Euro-Wahn verkohlt hat.
    Das Euro-Trauerspiel sollte dem Ende zugehen, es war ein teures Experiment, das Kohl und Mitterand Deutschland eingebrockt haben.

  • @ Kroupi natürlich dürfen das die Griechen aber am besten ohne auf Kosten der anderen zu Leben außerhalb des Euros . Am besten ganz schnell

  • Na, sooooo schlecht scheint die griechische Wahl ja nun doch nicht den DAX zu beeinflußen!
    Nur mit der Ruhe, was passiert ist, ist doch ganz einfach: ein europäisches Land hat demokratisch gewählt, das darf selbst der Prügelknabe der Deutschen, nämlich Griechenland, jawohl noch tun, ohne fragen zu müssen.

  • >> Euro hält den Atem an
    >>

    Übertrieben.

    DRAGHI hat mit QE vorgesorgt.

    Dem Volk hat man das Lügenmärchen von Wirtschafts-wachstums-Maßnahmen erzählt.

    Nach dem Schuldenschnitt in Griechenland kommen viele Südländische Banken ( insbesondere Italienische und Französische ) ins Wanken.

    Dafür ist als Gegenmaßnahme der Anleihen Ankauf gedacht.
    Auf Kosten der EZB, auf Kosten des Europäischen Steuerzahlers !

    Nicht mehr und nicht weniger. Und auf Kosten des €-Verfalls, der wiederum unsere Wirtschaftsleistung schmälert und absinkt !

  • Billionen über Billionen aus Luft. Diese sogenannten Euros könnten auch aus Zeitungsschnitzeln gepackt sein, die Draghi grossflächig unter die Politgaunern ausschütten will. Das kommt den Griechen gerade so recht und Merkel wird als ZK-Vorsitzende ihrem Ziel näherkommen:Deutschland zu opfern. Pegida muss in Berlins Straßen demonstrieren und den Reichstag "in Flammen " setzen. Malocher und Rentner haben nichts zu verlieren.

  • @Frauke Müller
    Gott,sind Sie witzig!

  • „größter Nutznießer ist natürlich Deutschland.“
    ---
    Leider nein, größter Nutznießer sind deutsche Exportunternehmen, die exportieren. Verlierer sind der deutsche Arbeitnehmer/Bürger durch weiteren Kaufkraftverlust, Inflation. Auch die Unternehmen werden noch aufwachen, spätestens dann, wenn Hartwährungsländer sich unsere Unternehmensfiletstücke einverleiben udn aufkaufen werden. Für Deutschland ist eine Dauer-Weichwährung auf Dauer negativ, dass ist einfach Fakt.

  • Wie kommen Sie darauf,dass die Antifa mittels Steuergeldern nach Dresden fährt?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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