Teures Edelmetall Dunkle Geschäfte mit Zahngold

Der Goldpreis steigt und steigt. Da werden nicht nur Schmuckstücke eingeschmolzen, sondern es wird auch auf kriminelle Weise Profit gemacht. In Krematorien, Zahnarztpraxen und Dentallabors wird Zahngold geklaut.
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Eingangsbereich eines Geschäftes für Münzhandel, Gold- und Schmuckankauf: Beim derzeitigen Goldpreis von rund 1.000 Euro für 30 Gramm trägt so mancher auch alten Schmuck und Zahngold zum Aufkäufer. Quelle: dpa

Eingangsbereich eines Geschäftes für Münzhandel, Gold- und Schmuckankauf: Beim derzeitigen Goldpreis von rund 1.000 Euro für 30 Gramm trägt so mancher auch alten Schmuck und Zahngold zum Aufkäufer.

(Foto: dpa)

dpa DÜSSELDORF/OLPE. Beim derzeitigen Goldpreis von rund 1.000 Euro für 30 Gramm trägt so mancher ein kleines Vermögen in seinem Mund herum. Umso begehrter ist Zahngold deshalb bei Kriminellen. Selbst den Goldstaub aus Schleifarbeiten ließen Einbrecher in der vergangenen Woche beispielsweise in einem Bielefelder Dentallabor mitgehen. Das kriminelle Geschäft mit dem Zahngold beschäftigt aber auch die Bestatterbranche und Zahnärzte.

So ermittelt in Hamburg die Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter eines Krematoriums, die Altgold aus der Asche Verstorbener entwendeten. Laut einem Beitrag der "Bestatterzeitung" finanzierte sich der Chef des Krematoriums vom Erlös seinen Winterurlaub im Schweizer Davos. Er und seine Mitarbeiter sind vom Dienst suspendiert.

Altgold sollte in der Asche bleiben

"Wir verurteilen solche Taten zutiefst", sagte Rolf Lichtner, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Bestatter. "Als Berufsverband setzen wir unseren Mitarbeitern klare ethische und rechtliche Schranken." In der Regel bleibe das Altgold in der Asche Verstorbener. Das Edelmetall daraus zu entwenden sei nur auf Aufforderung der Hinterbliebenen erlaubt. Selbst dann sei es den Hinterbliebenen auszuhändigen. Behalten dürften Mitarbeiter von Krematorien das Zahngold "auf keinen Fall".

Im Gegenteil: Nach den Richtlinien des Bundesverbands müssen die Mitarbeiter der 146 Krematorien in Deutschland Zahngold, das ihnen Hinterbliebene geben, als Spende gemeinnützigen Projekten zukommen lassen. Zahlen darüber, wie viel Zahngold jedes Jahr zusammenkomme, lägen nicht vor. Rund 400 000 Feuerbestattungen gibt es nach Angaben des Verbands pro Jahr, das sind knapp die Hälfte aller Beerdigungen in Deutschland.

Auch in Zahnarztpraxen lockt das edle Metall: Allein in Nordrhein-Westfalen gab es in diesem Jahr nach Angaben des Landeskriminalamts bislang 27 Einbrüche in Dentallabors und Praxen. Sie stahlen zahlreiche Brücken und Kronen. Eine Goldfüllung kann bis zu drei Gramm schwer sein und damit bei aktuellem Marktpreis einen Wert von etwa 100 Euro erreichen.

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