Union-Investment-Stratege „Dem Euro droht bei einem Brexit Ungemach“

Frank Engels leitet das Rentenfondsmanagement bei Union Investment. Mit dem Handelsblatt sprach er über das, was ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens für Währungen bedeutet und wer von Niedrigzinsen profitiert.
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Seit 2012 leitet Engels das Rentefondsmanagement von Union Investment. Seit 2014 ist er Mitglied der Union Investment Privatfonds GmbH. Quelle: PR
Frank Engels

Seit 2012 leitet Engels das Rentefondsmanagement von Union Investment. Seit 2014 ist er Mitglied der Union Investment Privatfonds GmbH.

(Foto: PR)

Frankfurt am MainFrank Engels ist ein Kenner der globalen Märkte. Als Leiter des Rentefondsmanagements bei der Union Investment Privatfonds zeichnet er maßgeblich für die Portfolios verantwortlich. Zudem setzt er als Mitglied des „Union Investment Committee“ die Grundpfeiler für die taktischer Steuerung der Fonds seines Unternehmens. Dabei behält er immer auch die internationalen Devisenmärkte im Blick.

Weltweit unterbieten sich derzeit die Zentralbanken mit Zinssenkungen, die USA verlangsamt zugleich ihre Zinswende, das Pfund wirkt durch den Brexit unberechenbar. Stehen uns volatile Zeiten bei den Währungen bevor?

Bei Währungen haben wir in den vergangenen Monaten bereits durchaus starke Schwankungen gesehen, speziell im Block der G10-Währungen, also der wichtigsten wie dem Dollar, Yen, Pfund und Euro.

Was aufgrund der lockeren Geldpolitik der großen Zentralbanken aber kaum ein Zufall sein dürfte.
Auslöser sind in den vergangenen Jahren und Monaten ohne Zweifel sehr häufig die Zentralbankentscheidungen. Zwar sind die Währungsabwertungen nicht der Fokus der Zentralbanken, sondern die Geldwertstabilität. Aber: Die Währungen sind in der Regel nachgelagerte Variablen, die häufig hohe Kursausschläge zeigen.

Wenn plötzlich alle Währungen nachgeben, scheinen diese Variablen nicht mehr ganz so nebensächlich zu sein.
Es schien schon so, dass die Schwächung der Währungen, egal ob nun in Japan oder Europa, ein gewollter Nebeneffekt der Geldpolitik war. Das hatte in der jüngeren Vergangenheit allerdings nur sehr mäßigen Erfolg. Seitdem Japan seinen Leitzins Ende Januar in den Negativbereich gedrückt hat, wertete der Yen rund sechs Prozent auf.

Auch der Euro legte nach Draghis Senkung des Einlagenzinses auf minus 0,4 Prozent gegenüber dem Dollar kräftig zu – von 1,10 auf 1,13 Dollar. Die Rechnung: Leitzins runter, Währung schwächen geht offenbar nicht mehr auf.
Zumindest funktioniert dieser Zusammenhang umso weniger, je öfter er Anwendung findet. Dass der Euro über die vergangenen Wochen speziell gegen den US-Dollar im Wert gestiegen ist, liegt allerdings nicht nur an der Politik der EZB. Da spielt auch die Entscheidung der US-Notenbank eine große Rolle, im März keine Leitzinserhöhung durchzuführen und ihren Leitzins wohl auch nicht wie angekündigt viermal im laufenden Jahr zu steigern. Wir reden in diesem Falle also eher über eine Dollarschwäche als Konsequenz einer vorsichtigeren Zinspolitik der US Notenbank.

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24 Kommentare zu "Union-Investment-Stratege: „Dem Euro droht bei einem Brexit Ungemach“"

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  • GB zahlt an die EU jährlich ca 12 Mrd. Euro. Davon bekommt es ca 5 Mrd in Form von
    Subventionen, etc. wieder zurück. Ein schlechtes Geschäft für die Briten. Grund genug, sich zu verselbständigen.

  • Zum Glück gibt es jetzt eine Partei, die genau diese bisher von der Politkaste verdrängten Themen aufs Tapet bringt.

  • Den staatlich eingeforderten neuen Begriff für das negativ besetzte Wort "Flüchtlinge" gibt es schon längst. Jeder, der von egal woher nach Deutschland kommt, muss gemäß Volkskammer-Einheitspartei "Schutzsuchende" genannt werden. Wenn man sich nicht daran hält, ist man automatisch rechtsradikal, rechtsextremistisch, rechtspopulistisch, Nazi, Pack, Stammtisch, Hetzer, Hasser...

  • Wie sagt ein altes chinesisches Sprichwort:

    Mit dem Schlimmsten rechnen und auf das Beste hoffen.

    Die Pfarrerstochter "glaubt" auch immer nur. Scheint noch nicht vielen aufgefallen zu sein.

    Merkels Sätze: " Ich glaube....".

    Ja, Frau Kanzlerin: Ich glaube auch an den Gottesstaat.

    Allerdings bin ich Atheist und kein verbohrter religiöser Mensch, der vor Morden auch Ehrenmorde der eigenen Tochter begeht und auch nicht zurückschreckt, wenn es um Allah oder Mohammed geht. Alles geschieht (fast) täglich oder wöchentlich vor unserer Haustür und wir schauen zu. Wir gestatten seit Jahrzehnten dieser Religion eine grenzenlose Freiheit, die im wahrsten Sinne des Wortes uns immer wieder mit Füßen tritt. Die Erzieherinnen des landes, die Lehrer, die Polizei, die Justiz sollten uns es doch sagen können, wie es wirklich vor Ort zugeht.

    Schon aus Angst heraus wird man vor Ort nicht die Wahheit sagen. Erst recht wird sie von den Verantwortlichen nicht an die Politik herangetragen. Getreu nach dem Motto: Soetwas will ich nich hören.

    Wie Ausländer (soetwas darf man glaube ich noch nicht einmal sagen - wo sind wir denn) und Flüchtlinge (da gibt es bestimmt auch bald einen neuen Ausdruck dafür) mit unserer Bevölkerung täglich umgegangen wird, sollten wir nicht nur seit der Silvesternacht in Köln auf der Agenda haben. Wir sollten das Kind beim Namen nennen. Hätten wird das vor vielen Jahren schon getan, wäre dem Volk in Deutschland mehr geholfen gewesen. Ehrlichkeit, Realismus stehen im Lande der Unehrlichkeit/Verschwiegenheit und Unterdrückung von Fakten gegenüber.
    Täglich können wir uns den Spiegel vorhalten, was um uns herum sich tut.


    Diese Kultur ist nicht meine Welt. Ganz bestimmt nicht!

    Die politische Gefolgschaft sollte auch hier seine Grenzen finden, bei einem Teil der Bevölkerung scheint dies schon im vollen Gange zu sein.

  • Ja, die EUdSSR-Protagonisten haben halt fleißig von ihren Vorbildern gelernt, z.B. auch vom guten Walter Ulbricht (gelle, Mutti?):

    "Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben!"

    Da darf man nie, nie, nie das Volk abstimmen lassen! Auf keinen Fall darf man eine Direkte Demokratie ermöglichen, wo die Macht tatsächlich vom Volke ausgeht, und nicht wie in unserer Parteien-Diktatur von den Partei-Fürsten und Hof-Schranzen!!

  • Deine Devise ist nur heiße Luft, Bolli!

    Mit dem Brexit beginnt die Erosion dieses Krebsgeschwürs namens EU. Erst so richtig spannend wird es dann 2017 mit Le Pen.

  • Herr Enrico "FatFinger" Caruso@Richtig und die Anderen mucken auch auf,
    siehe Holland und TTIP, Orban stellt Merkel kalt......

  • Der Brexit dieses Jahr ist sicher. Ich habe nicht den geringsten Zweifel.

    Cameron hat (aus EU-Sicht) einen schweren Fehler gemacht: Er will das Volk fragen. Sowas tut man einfach nicht! Die deutschen Regierungen seit Kohl waren und sind da schlauer.

  • Zurück in die Vergangenheit?! Bewahre.

    Die Devise heute: "Think global, act local".

  • Richtig!! Lieber 100 Liechtensteins als1 EU!!!!
    Ich wäre schon längst im freiesten Land Europas (nach der Schweiz), aber da muss ich in der "wundervollen" BRD mit über 60% Staastsquote noch verdammt viel malochen, um mich dort niederlassen zu können.
    DIE NEHMEN DORT NÄMLICH NICHT JEDEN !!!!

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