US-Börsenaufsicht schreitet ein Der nächste Krypto-Betrugs-Krimi

Die US-Börsenaufsicht SEC hat die milliardenschwere Ausgabe der neuen Kryptowährung AriseCoin wegen Betrugsvorwürfen gestoppt. Und auch Facebook reagiert auf die Negativschlagzeilen um Kryptowährungen.
Update: 31.01.2018 - 08:47 Uhr 1 Kommentar
Die Behörde stoppte die Ausgabe einer neuen Kryptowährung. Quelle: Reuters
US-Börsenaufsicht SEC

Die Behörde stoppte die Ausgabe einer neuen Kryptowährung.

(Foto: Reuters)

New York, WashingtonEin neuer Krypto-Krimi beschäftigt die US-Börsenaufsicht SEC. Dabei geht es um 600 Millionen Dollar in Kryptowährungen, um angebliche Bankübernahmen und um Betrug. Betroffen ist das Unternehmen Arisebank. Die SEC hat die Gelder der Arisebank einfrieren und einen Zwangsverwalter einsetzen lassen. Die Nachricht kommt an einem Tag, an dem die Krypto-Währung Bitcoin unter die psychologisch wichtige 10.000er Marke gefallen ist.

Die Arisebank ist nach eigenen Angaben die „erste dezentrale Bank, integriert mit 700 Kryptowährungen und Heimat von AriseCoin und vieler anderen großartigen Block-Chain-Lösungen“. Wie die SEC am Dienstag mitteilte, handelt es sich in ihren Augen aber um Betrüger. So sollen die beiden Gründer der Arisebank, Jared Rice und Stanley Ford, Geld ohne die dafür nötige Genehmigung eingesammelt zu haben. Außerdem habe das Unternehmen Investoren mit Falschaussagen angelockt, so die Aufseher. Rice hat bereits in der Vergangenheit wegen schweren Diebstahls und Dokumentenfälschung Probleme mit der Justiz gehabt und ist derzeit auf Bewährung frei. Ford lebt in Dubai.

Nun hat Behörde Konsequenzen gezogen und bei der Arisebank Bitcoins, Dogecoins und Litecoins einfrieren lassen. „Es ist das erste Mal, dass die Kommission einen Zwangsverwalter im Zusammenhang mit einem ICO-Betrugs eingesetzt hat“, sagte Steve Perkin, Co-Chef der zuständigen Abteilung der SEC. ICOs (Initial Coin Offering) sind das Pendant zum IPO – also eine Art Börsengang für  die digitalen Währungen. Allein im vergangenen Jahr sind knapp vier Milliarden Dollar in ICOS der Kryptowährungen geflossen.

Start-ups nutzen die neue Methode, um Geld von Investoren einzusammeln und geben ihnen im Gegenzug sogenannte Tokens. Das sind digitale Münzen oder Gutscheine, die gehandelt werden können. Manche versprechen, ähnlich einer Aktie bestimmte Ansprüche oder Stimmrechte zu beinhalten. Andere werden sogar von den Anbietern nur als eine Art wertlose Spendenquittung definiert. Doch auch die ICOs müssen offiziell beantragt werden. Und das hat Arisebank nicht getan.

„Wir werden alle Werkzeuge und Möglichkeiten nutzen, um Investoren gegen jene zu schützen, die betrügerisches Verhalten an den Tag legen in dem Wachstumsmarkt der digitalen Titel“, sagte der SEC-Beauftragte Perkin.

Bei der Arisebank kommt erschwerend hinzu, dass sie behauptet hat, zwei konventionelle Banken übernommen und dafür auch die Genehmigungen der zuständigen Aufsicht bekommen zu haben. Tatsächlich gab es wohl weder einen Antrag bei der zuständigen Behörde, der Federal Deposit Insurance, noch existieren die beiden Banken.

Außerdem wirft die SEC den beiden vor, Berühmtheiten benutzt zu haben, um die Investoren zu täuschen. So hat unter anderem der Box-Champion Evander Holifield die Kryptobank öffentlich unterstützt.

Die Negativschlagzeilen um Kryptowährungen und das wachsende Misstrauen vieler Anleger haben zudem weitere Konsequenzen: Das soziale Netzwerk Facebook hat diese Woche entschieden, keine Werbung mehr für Bitcoin oder andere Kryptowährungen zuzulassen.

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1 Kommentar zu "US-Börsenaufsicht schreitet ein: Der nächste Krypto-Betrugs-Krimi"

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  • Diebstahl und Betrug, wie kann das sein? Angeblich soll Block-Chain doch alles transparent machen? Müßte dann doch sofort feststellbar sein? Scheint doch nicht so der Hit zu sein.

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