US-Währung Der Dollar ist so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht

Der Dollar profitiert von der Geldpolitik in Übersee. Dank der Zinsanhebung der Fed wird er wieder zum Liebling von Anlegern.
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Die US-Währung legt wieder kräftig zu. Quelle: Reuters
US-Dollar

Die US-Währung legt wieder kräftig zu.

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Frankfurt, BerlinDer Dollar feiert ein Comeback am Devisenmarkt. War 2017 für die US-Währung mit einem Minus von zehn Prozent noch das schwärzeste Jahr seit 2003, ist sie mittlerweile wieder zum Liebling der Anleger geworden. Allein in den vergangenen drei Wochen hat der Dollar-Index, der den Kurs zu anderen Währungen widerspiegelt, um dreieinhalb Prozent zugelegt. Damit stieg er so stark wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr.

„Dem hat der Euro derzeit wenig entgegenzusetzen“, sagt Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Ein Grund hierfür sei das zuletzt schwächelnde Wirtschaftswachstum in Europa. „Es wird zunehmend deutlich, dass die EZB die Zinsen wohl noch länger nicht anheben wird, als dies einige Marktteilnehmer erwartet hatten.“

Auch bei anderen großen Notenbanken rückt ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik in weitere Ferne. Die Bank von Japan kassierte Ende April ihren Zeitplan für das Erreichen des Inflationsziels. In Großbritannien gilt eine baldige Zinserhöhung inzwischen als ausgeschlossen, nachdem Notenbankchef Mark Carney entsprechende Spekulationen gedämpft hat.

„Die Erwartungen an das europäische und japanische Wachstum waren wohl überzogen“, erklärt Fondsmanager Nick Wall vom Vermögensverwalter Old Mutual Global Investors. „Damit bleibt die Fed die einzige Notenbank, die die Zinsen weiter anhebt.“ Die US-Zentralbank signalisiert für das laufende Jahr noch zwei weitere Schritte nach oben. Manche Experten erwarten sogar drei.

Devisenexperte Oliver Jones vom Analysehaus Capital Economics geht davon aus, dass viele Währungen aus Ländern mit aufstrebenden Volkswirtschaften im Jahresverlauf gegenüber dem Dollar weiter abwerten. Die Investoren habe allgemein der Mut verlassen, ins Risiko zu gehen: Allerdings werde sich ein Verfall wie in der Zeit nach dem sogenannten „Taper tantrum“ von 2013 nicht wiederholen.

Die damaligen Turbulenzen an den Finanzmärken hatte der einstige US-Notenbankchef Ben Bernanke ausgelöst. Er ließ in einer Anhörung im US-Kongress beiläufig die Bemerkung fallen, die Fed könnte bei anhaltend positiven Wirtschaftsdaten ihre Wertpapierkäufe allmählich zurückfahren. Ein Beben an den Märkten war die Folge.

Ökonom Jones rechnet nicht damit, dass die Schwellenländer nun in eine ähnliche Lage geraten. „Anders als damals ist kaum eine Währung in Schwellenländern überbewertet“, begründet er.

Derzeit ist eher die Fed mit ihrer immer strafferen Geldpolitik dafür verantwortlich, dass Anlagen in Dollar attraktiver werden und Kapital verstärkt aus Schwellenländern abfließt. Bei steigenden Zinsen winken höhere Renditen auf dem US-Rentenmarkt, der als risikoarm gilt. „Damit können viele Schwellenländer derzeit nicht mithalten“, so Jones.

Das der Dollar noch stärker wird, ist nicht im Interesse der US-Regierung. Fachleute verweisen darauf, dass politische Interessen dem entgegenstehen: Eine schwache Währung verbessere die Wettbewerbschancen der US-Unternehmen auf dem Weltmarkt. Das sei für die Regierung in Washington wichtig, um die durch Steuersenkungen aufgerissenen Haushaltslöcher zu stopfen, argumentieren sie. Außerdem sei sich die Fed der Auswirkungen einer Dollar-Aufwertung auf die Schwellenländer durchaus bewusst.

  • rtr
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