USA vs. China Wie der Handelsstreit US-Dollar und Gold beeinflusst

Für US-Präsident Donald Trump sind Handelskriege angeblich leicht zu gewinnen. Doch es gibt ungeahnte Nebeneffekte. Was das für Anleger bedeutet.
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Wie der Handelsstreit US-Dollar und Gold beeinflusst Quelle: dpa
Yuan und US-Dollar

Ein Kassierer zählt Banknoten der Währungen US-Dollar und des chinesischen Renminbi. Der Greenback steigt, seitdem US-Präsident Donald Trump mit höheren Zöllen droht.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHandelskriege sind gut und leicht zu gewinnen, lautet das Credo von US-Präsident Donald Trump. Diese Aussage hat einen ganz anderen Nebeneffekt: Sie sorgt für einen steigenden US-Dollar. Der Goldpreis hingegen fällt weiter ab.

Der Grund dafür: Viele Investoren halten in der aktuellen Situation den Greenback für den besseren „sicheren Hafen“ – und nicht die Krisenwährung Gold. Vor allem für den Fall, dass sich der Streit um höhere Zölle weiter hochschaukeln sollte.

„Der Dollar ist zum Hauptziel für Anleger geworden, die einen sicheren Hafen suchen“, erklärte Ole Hansen, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Saxo Bank in Kopenhagen. „Das geopolitische Risiko steigt, Anleihen und Aktien wurden abgestoßen, und Gold sinkt weiter ab.“ Das sieht Jane Foley, Leiterin Währungsstrategie bei der Rabobank, auch so: „Die bloße Liquidität des Dollars bedeutet für einige Anleger, dass er immer ein sicherer Hafen ist.“

Ein Blick auf die Charts verdeutlicht diese Entwicklung: Vier Monate, nachdem der US-Präsident die Aktienmärkte mit seiner Vision von höheren Zöllen auf Importe nach Amerika schockiert hatte, ist der US-Dollar bereits deutlich gestiegen, gegenüber dem Euro beispielsweise um mehr als sechs Prozent.

Auch der US-Dollar-Index, der das Verhältnis im Vergleich zu sechs wichtigen Währungen (Euro, Yen, Pfund, Kanada-Dollar, Franken und schwedische Krone) abbildet, hat in diesem Zeitraum um mehr als 5,5 Prozent zugelegt.

Am heutigen Freitag hat US-Präsident Donald Trump Zölle auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden Dollar eingeführt. Der Umfang soll um weitere 16 Milliarden Dollar bis August vergrößert werden, eventuell später sogar auf 200 Milliarden Dollar anwachsen. China reagierte umgehend und kündigte an, es sei nun gezwungen, Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen.

Für die Investoren bietet der Handelsstreit eine seltene Gelegenheit

Die Aussicht, dass die Einfuhrzölle das Leistungsbilanzdefizit der größten Volkswirtschaft zu einem Zeitpunkt verringern werden, zu dem die Federal Reserve die Zinsen erhöht, hat eine seltene Gelegenheit geschaffen. Andreas Steno Larsen, globaler Währungsstratege bei der Nordea Bank in Kopenhagen erklärt, warum: Der Dollar könne sowohl als ein sicherer Anlagehafen als auch für sogenannte Carry-Trades verwendet werden.

Bei Carry-Trades verschulden sich Investoren normalerweise in einer eher sicheren Währung mit niedrigen Zinssätzen, um ihre risikoreicheren Investments in anderen Währungen mit höheren Renditen zu finanzieren. Doch in diesem Fall bietet der sichere US-Dollar auch hohe Zinssätze: Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen liegt bei über drei Prozent.

Das alles hinterlässt Spuren in den anderen Assetklassen: Die globale Aktien-Benchmark MSCI All-Country-World Index hat ihren ersten Quartalsrückgang seit 2015 hinnehmen müssen, und Aktien aus Schwellenländern haben den ersten Rückgang seit sechs Quartalen verzeichnet.

Und da der US-Anleihenmarkt als liquidester Bondmarkt der Welt solch hohe Renditen bietet, werden Vermögenswerte wie Gold weniger attraktiv, da sie weder Zinsen noch Dividenden bieten. Das gelbe Edelmetall hat 2018 die schlechteste Performance in einem ersten Halbjahr seit fünf Jahren verzeichnet.

Auch der festere Dollar sorgt offenbar für einen fallenden Goldpreis. Laut einer Analyse des Wirtschaftsdienstes Bloomberg könne etwa die Hälfte der Goldpreisschwankung seit Januar durch Bewegungen im Greenback erklärt werden. Der Währungseinfluss war offenbar stärker als die fallende physische Nachfrage in Indien, die geringer werdenden Erwartungen für die Nachfrage aus der Industrie sowie schwindende Investmentzuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETF).

„Wir haben kürzlich eine sehr enge Beziehung zwischen Gold und Dollar gesehen“, bestätigt Carsten Menke, Rohstoffstratege bei der Bank Julius Bär in Zürich. „Es ist sehr schwierig, mit dem Handel von Gold Geld zu verdienen, wenn der Dollar steigt.“

Mit Material von Bloomberg

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1 Kommentar zu "USA vs. China: Wie der Handelsstreit US-Dollar und Gold beeinflusst"

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  • "Handelskriege sind gut und leicht zu gewinnen, lautet das Credo von US-Präsident Donald Trump. Diese Aussage hat einen ganz anderen Nebeneffekt: Sie sorgt für einen steigenden US-Dollar. Der Goldpreis hingegen fällt weiter ab..."

    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.
    Der USD steigt an, weil die Fed die amerikanische Wirtschaftspolitik SABOTIERT und sukzessive die Leitzinsen erhöht. Zudem hat sie ihr "QE" (= Gelddrucken) beendet, während insbesondere der Gewohnheitsdrucker Draghi weiterhin Vollgas gibt - sonst wären nämlich die PIGS-Bonds schon längst gecrasht.
    Wenn Sie schreiben: "der Goldpreis fällt...", dann müssen Sie auch dazu schreiben, GEGEN WAS er sinkt.
    Gegen den Venezolanischen Bolivar etwa explodiert er gerade - und demnächst auch gegen die Türkische Lira. Wieso wohl??
    Gegen den USD und (allerdings deutlicher weniger!!) gegen den EUR sinkt er, weil wir seit ca. Beginn dieses Jahres EIGENTLICHE DEFLATION (= Geldmengenkontraktion / Liquiditätsverknappung) sehen - und daher fast ALLE Assets fallen. Oder steigt z.B. der DAX seit ca. Januar oder die meisten Anleihenkurse? (Übrigens "sinkt" in einer möglichen Starkdeflation Gold nicht mehr, da es dann als was wohl angesehen wird!)
    Zum Handelskrieg: Natürlich gewinnt den Trump, weil sowohl China als auch die EU wesentlich mehr Waren in die USA exportieren als umgekehrt!! Da gibt es dann irgendwann nix mehr, worauf man noch Zölle erheben könnte!!
    Und was für brillante Händler und Kaufleute gerade die Chinesen auch sein mögen, ihre Handelspolitik gegenüber den USA war über Jahrzehnte geradezu verhängnisvoll dumm: der "Staatskapitalismus" dort war nämlich tatsächlich MERKANTILISMUS:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus
    So haben die Chinesen über Jahrzehnte fleißigst Waren in die USA exportiert (und einen gewaltigen Handelsbilanzüberschuss erwirtschaftet), aber dafür haben sie von den Amis im Gegenzug nur Dollar-Schulden-Müll aka US-Treasuries erhalten.

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