Volatiler Handel Goldpreis erreicht beinahe Rekordhoch

Der Preis für Gold ist zu Wochenbeginn wieder über 1.900 Dollar gesprungen. Die 2.000-Dollar-Marke rückt damit näher - doch der Kurs ist extrem volatil.
Update: 06.09.2011 - 12:22 Uhr 10 Kommentare
Käufer investieren kräftig in das gelbe Edelmetall. Quelle: dpa

Käufer investieren kräftig in das gelbe Edelmetall.

(Foto: dpa)

LondonDer Goldpreis hat seinen Höhenflug am Dienstag fortgesetzt, doch musste zwischenzeitlich einen scharfen Knick nach unten hinnehmen. Im frühen Handel stieg der Preis für die Feinunze auf 1.920,20 Dollar und übertraf damit das bisherige Rekordhoch um knapp sieben Dollar. Dann fiel der Kurs wieder etwas, gegen Mittag lag er noch bei 1.893 Dollar. Am Montag war der Goldpreis erstmals seit fast zwei Wochen wieder über die Marke von 1.900 Dollar gestiegen.

Die Koppelung des Schweizer Franken an den Euro durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat beim Goldpreis für ein heftiges Auf und Ab gesorgt. Das Edelmetall verbilligte sich zunächst um 2,1 Prozent auf 1860,85 Dollar je Feinunze, legte dann aber wieder auf 1910,10 Dollar zu und näherte sich damit seinem Rekordhoch von 1911 Dollar.

Anschließend gab der Goldpreis wieder nach und notierte mit 1889,69 Dollar pro Feinunze 0,5 Prozent niedriger. Die Festlegung eines unteren Kursziels von 1,20 Franken habe die Gold-Verkäufe ausgelöst, sagte Manager Ole Hansen von der Saxo Bank. „Das Problem ist aber: Wenn der Schweizer Franken gekoppelt ist, welche anderen sicheren Häfen haben wir dann noch? Das erzeugt ein bisschen Panik und wir sehen, dass dadurch einige Verkaufsorders ausgelöst worden sind.“

Damit hat sich Gold deutlich schneller vom jüngsten Rückschlag erholt, als die meisten Experten erwartet hatten. Am 23. August war der Preis zunächst auf Allzeithoch gestiegen, hatte dann aber binnen zwei Tagen um zeitweise mehr als 200 Dollar korrigiert.

Doch die unverändert große Unsicherheit unter den Anlegern und ein neuer Einbruch an den Aktienbörsen treiben die Investoren zurück in „sichere Häfen“. Davon profitieren neben Gold, das als klassische Fluchtanlage gilt, beispielsweise deutsche Bundesanleihen. Wegen der immensen Nachfrage nach den Papieren sank die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen gestern auf ein Rekordtief von weniger als 1,9 Prozent.

Auf Euro-Basis hatte Gold bereits am Montag ein Rekordhoch markiert und legte heute ein weiteres nach. Zeitweise stand der Preis für das Edelmetall am Morgen bei gut 1.366 Euro je Feinunze. An den Rohstoffbörsen wird der Goldpreis aber üblicherweise in US-Dollar ausgewiesen.

Gold profitiere von der Unsicherheit der Investoren und den Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in den USA, begründeten Experten der Commerzbank die aktuelle Rekordjagd. Den Auslöser für den jüngsten Ansturm auf das Gold sahen Händler in einem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht der US-Regierung vom vergangenen Freitag. Seit Freitagvormittag ist der Preis für das gelbe Edelmetall um mehr als 80 Dollar gestiegen.

Das überraschend zum Stillstand gekommene Job-Wachstum in den USA habe „im Konzert mit schwächeren Konjunkturindikatoren zu verstärkten Rezessionsbefürchtungen geführt“, schrieben Experten der HSH Nordbank. Die enttäuschende Entwicklung könnte die US-Notenbank dazu bewegen, ihre Geldpolitik auf der nächsten Sitzung am 21. September noch stärker zu lockern, um die lahmende US-Wirtschaft anzukurbeln. Das habe die Sorge vor einer steigenden Inflation geschürt und das Gold als vermeintlich sichere Anlageform attraktiver gemacht, sagten Händler.

Darüber hinaus gilt die europäische Schuldenkrise nach wie vor als ungelöst, was bei den Investoren für zusätzliche Verunsicherung sorgt und den Goldpreis nach oben treibt. Zuletzt stand vor allem die Lage in Griechenland im Fokus: So wird der größte Schuldensünder Europas seine Haushaltsziele in diesem Jahr aller Voraussicht nach verfehlen. Darüber hinaus werden die Anleger von politischen Unwägbarkeiten in Italien verunsichert. Dort hatte die Regierung unlängst ein Sparpaket wieder aufgeschnürt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rad
  • dpa
Startseite

10 Kommentare zu "Volatiler Handel: Goldpreis sprengt die nächste Rekordmarke"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Gold ist die kommende Weltreservewährung.

  • Die neuen Bundesanleihen in DM2, die kann man dann zeichnen, keine mehr in Euro!

  • Irgendwann heute Mittag wird in US das Punch Protection Team ;-) wieder in Aktion treten und den Goldpreis etwas konsolidieren.
    Jedoch werden diese geplanten Goldpreis "Preisdrück" Aktionen nicht mehr den bisherigen Erfolg erziehlen.
    Jeder Hans hat Gold jetzt als den letzten sicheren Hafen ausgemacht und der Finale Run darauf hat begonnen - es gibt derzeit nicht mehr viel Alternativen ausser z.B. Bundanleihen.

  • Irgendwann rauscht der Goldkurs nach unten. Dann wird das Geheule groß sein. Möglicherweise steigt er aber vorher noch eine Weile.

    Gold ist bei weitem kein so "sicherer Hafen", wie manche glauben. Zumindest nicht, solange der Marktpreis so weit über dem Herstellungspreis liegt.

  • Wenn die Krise weiter so geht, ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, bis auf Dollarbasis die 5.000 oder gar 10.000 Marke erreicht sein wird

  • Was für eine Blase im Goldkurs! Fällt demnächst auf unter 300€ die Unze! denn:
    alle wollen EUROBONDS
    Starke Rendite, hohe Zinsen und Sicherheit,
    Deutschland als Hauptbürgen, Rettungsschirme XXL gratis!
    und für jeden Investor: eine Flasche Ouzo geschenkt!
    (für deutsche Investoren gibts eine Flasche Baltrian)
    ... einfach nur goldige Zeiten... was uns bevorstehen.

  • Hier kann man Ihnen einmal vorbehaltlos zustimmen.
    Aber Frauenhändler sollten Sie trotzdem nicht werden, das schadet Ihrer Reputation.

  • Wer kein physisches Gold hat, oder plant es zu verkaufen wegen einer angeblich “Blasenbildung“, der muss echt mit dem Klammerbeutel gepudert sein.

    Ich würd eher mein kostenintensives Frauchen verkaufen. Sparbuch und LV hab ich erst gar nicht !!!

  • Bei dem Tempo was wir derzeit beobachten können, schon vorher.

  • bis Jahresende sehen wir mindestens US$ 2000 für eine Unze

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%