Währung fällt und fällt Wer profitiert vom schwachen Euro?

Vor allem Frankreich appellierte jahrelang: Drückt den Eurokurs, damit es unsere Wirtschaft leichter hat. Nun schreibt sich die EZB tatsächlich die Schwächung der Währung auf ihre Fahnen. Geht das Rezept auf?
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Der Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten. Quelle: dpa

Der Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten.

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BerlinDer Euro kennt in diesen Tagen nur eine Richtung: Nach unten. Beim aktuellen Stand von weniger als 1,29 Dollar macht der Kursverlust im Vergleich zum Jahreshoch von gut 1,39 Dollar schon mehr als sieben Prozent aus. Auch zu anderen wichtigen Währungen lässt der Euro nach - sogar im Vergleich zum seinerseits schwächelnden britischen Pfund. Den Eurokurs zu drücken ist mittlerweile ein erklärtes Ziel der Europäischen Zentralbank, wie Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny betont hat.

Ein bemerkenswerter Kurswechsel der Währungshüter, deren Devise jahrelang lautete: „Ein Euro ist ein Euro“. Zentrales Ziel war die Bekämpfung der Inflation, Wechselkurspolitik stand nicht auf dem Programm. Doch Inflation ist für Jahre nicht in Sicht – im Gegenteil: Es droht eine Deflation, eine gefährliche Spirale aus Preisverfall und schrumpfender Wirtschaft, die mit allen Mitteln verhindert werden soll – eben auch mit der Schwächung der eigenen Währung.

Für Sparer ist der Wechselkurs kaum von Bedeutung, für sie zählen in erster Linie die Zinsen. Doch wem nützt der Kursverlust der Gemeinschaftswährung, wie kann das der Wirtschaft helfen – und gibt es auch Verlierer?

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12 Kommentare zu "Währung fällt und fällt: Wer profitiert vom schwachen Euro?"

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  • steigender Benzinpreis heißt sprudelnde Steuereinnahmen: denn auf die Mineralölsteuer kommt noch die MWST.
    Kein Sorge, die Mehreinnahmen bleiben nicht im Lande, werden gar für die infrastruktur verwendet oder ähnliches.

  • No Comment.

    Die DM war noch viel weniger wert.
    Target sind keine Steuern und 3. Weltländer gibt es
    in Europa nicht.

    Bitte mal vorher etwas genauer nachlesen.

  • @Herr Leonhard Fischer

    Ihre Euphorie muß ich ein wenig dämpfen.

    Da unsere Industrie, hauptsächlich der Export, mit ausländischen Halbfertigprodukten aus nicht EU arbeitet, werden sich diese Produkte erheblich verteuern.
    Ein niedriger Euro hat den selben Effekt im gesamten Euro Raum.

    Wat dem Einen sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall.

    Schönen Tag noch.

  • An die Jüngeren unter Ihnen!Als der Euro 1999 zum Wechselkurs 1,09 zum Dollar eingeführt wurde,wurde langfristig von der EZB eine Zielmarke von 1:1 zum Dollar abgestrebt.Dann fiel der Euro wie ein Stein bis auf 0,84 in der Spitze und Panik griff um sich.Die EZB sollte intervenieren,tat das auch mehrmals(September 2000 insgesamt 4 mal)- letzten Endes aber erfolglos.Erst die Kriege,vor allem der Irak-Krieg 03(Araber,Russen u.a. verkauften aus Verärgerung über den ungerechten Krieg ihre Dollar und kauften Euro) und dann die Immobilien-Krise brachten den Dollar unter Druck,so dass er Ende 08 bei über 1,60 in der Spitze zum Euro lag.Der Euro hatte sich also in 6 Jahren(02-08) fast verdoppelt.

  • Die von GMS vorgegebenen Forderungen werden jetzt geschaffen, gegen den Willen der deutschen Steuerzahler.
    Die Abwertung führt nur zu griechischen und italienischen Verhältnissen in D. Vorteile für D gibt es nur als momentanes Strohfeuer.
    Letztendlich zahlt der deutsche Bürger die Zeche die da z.B. wären:
    Höhere Energiekosten
    Zu hohe und zu billige Exporte für Qualitätswaren
    Exporte die über Target aus deutschen Steuern bezahlt werden.
    Eine Einfuhr von noch billigeren Ramschwaren aus den dritte Welt Ländern wie Griechenland, Italien, u.a.
    Es langt auch hier!
    Der Herr Draghi, ein unkontrollierter Mancher in der €-Zone von GMS ohne irgendeine demokratische Legitimation!
    Die €-Zone und die EU ist am Ende angelangt, sie fliegt gerade auseinander und das ist gut so!
    Multikulti funktioniert nicht auch wenn einige Gutmenschen das in D und der €-Zone/EU glauben mögen.

  • An vorderster Stelle profitieren in Deutschland die Lohnsklaven in der Export-Industrie (also über 10 Mio. abhängig Beschäftigte), die bei einer starken Währung zum Großteil alle stempeln gehen könnten.

    Daher ist der Euro in jedem Falle für uns Deutsche eine ökonomische Goldgrube und Glücksfall zugleich. So einfach ist das. Over and out !

  • An vorderster Stelle profitieren in Deutschland die Lohnsklaven in der Export-Industrie, die bei einer starken Währung zum Großteil alle stempeln gehen könnten.

    Daher ist der Euro in jedem Falle für uns Deutsche eine ökonomische Goldgrube und Glücksfall zugleich. So einfach ist das. Over and out !

  • Scheinbar reicht es Schäuble nicht, dass durch die chaotische Europolitik die hart erarbeiteten Sparguthaben der Bundesbürger pulverisiert werden, es muß auch ein schwacher EURO her, damit der Benzinpreis wieder schön steigen kann; es trifft ja nur das dumme Stimmvieh.

    Man sieht sich stets zweimal im Leben, die nächsten Wahlen werden den Eurokritikern massiven Zulauf bescheren.

  • und zu den Verlierern: alle, die gespart haben und die konsumieren werden sich über reale Vermögens- und Kaufkraftverluste freuen ... also es bleibt alles beim alten, diejenigen, die die Krise durch blinde Kreditvergabe herbeigeführt haben, werden gerettet/ belohnt, die die solide gewirtschaftet haben, werden gemolken ... so ein Europa haben wir uns doch immer gewünscht, gell!?

  • Eine Euro-Wechselkursschwächung wird den Südländern am Ende auch nicht wirklich helfen, wenn sie weiterhin keine innovativen und wettbewerbsfähigen Produkte im Angebot haben.
    Denn im relativen Vergleich zu Deutschland, dem größten Konkurrenten, ändert sich nämlich nichts, denn auch die besseren und innovativeren deutschen Produkte werden am Weltmarkt entsprechend billiger. Und das ist ja genau das Problem der Einheitswährung EUR. Man kann nicht mehr gegenüber Deutschland abwerten.

    Es zeigt einmal mehr, wir werden von volkswirtschaftlichen Dilettanten regiert.

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