Währung Morgan Stanley prophezeit Euro-Absturz

Der Euro wird deutlich fallen - bis auf Parität zum US-Dollar. Das prophezeit Hans Redeker, Devisenstratege bei Morgan Stanley. Die Gründe dafür seien in Zypern und bei der Europäischen Zentralbank zu suchen.
Update: 27.03.2013 - 11:27 Uhr 29 Kommentare
Euro in der Klemme: Internationale Investoren sind besorgt. Quelle: dpa

Euro in der Klemme: Internationale Investoren sind besorgt.

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New York/LondonDer Euro läuft nach Einschätzung von Morgan Stanley Gefahr, in den nächsten zweieinhalb Jahren auf Parität zum US-Dollar zu sinken. Die Politik der Region ziele auf eine Schwächung der Währung zur Steigerung des Wachstums ab, argumentiert die US-Bank.

Die europäische Gemeinschaftswährung ist in diesem Jahr bisher 2,6 Prozent gesunken. Sie werde weiter nachgeben, da das Rettungspaket für Zypern Besorgnis um die Sicherheit der Spareinlagen in der Region schüre, sagte Hans-Günter Redeker, Leiter weltweite Devisenstrategie bei Morgan Stanley, in einem Interview in Sydney. Italiens Schwierigkeiten, nach den ergebnislosen Wahlen vom Februar eine Regierung auf die Beine zu stellen, werden ebenfalls den Euro schwächen, erklärte er.

„Angesichts der Zypern-Politik wird die Besorgnis zunehmen, die Peripherie zu finanzieren und dort Gelder anzulegen“, sagte Redeker. „Die langfristige Auswirkung ist, dass der geldpolitische Übertragungsmechanismus in Europa nicht funktioniert, es gibt keine Kredite, kein Wachstum und die Fiskalpolitik ist immer noch fragmentiert. Daher muss man beim Ausblick recht pessimistisch sein.“

Der Euro fiel am Dienstag zum ersten Mal seit November 2012 unter die Marke von 1,28 Dollar. Redeker sieht die Gemeinschaftswährung zum Jahresende bei 1,25 Dollar und bis Jahresende 2014 bei 1,19 Dollar. Die Median-Prognose von Analysten in einer Bloomberg-Umfrage lag bei einem Euro-Kurs von 1,29 Dollar zum 31. Dezember.

„Innerhalb von etwa zweieinhalb Jahren könnte er sich sehr nahe an die Parität bewegen, daher ist das Risiko einer Unterschreitung recht erheblich“, erklärte Redeker. Im März ist der Euroraum-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe stärker geschrumpft als Ökonomen erwartet hatten. Damit verstärken sich die Anzeichen, dass die Region sich schwertut, die Rezession hinter sich zu lassen. Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal so stark gesunken wie seit dem ersten Quartal 2009 nicht mehr.

Abwertung als Chance
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29 Kommentare zu "Währung: Morgan Stanley prophezeit Euro-Absturz"

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  • Alles richtig, aber: wir sitzen in der Falle, sagt Hans Werner Sinn, seitdem wir dem drei Stufen-Plan von Jaques Delors zur Einführung der Gemeinschaftswährung nach französischen Vorstellungen zugestimmt haben. Und bereits vorher wurde kolportiert, Mitterrand habe gesagt, daß es nichts nützt, den Deutschen die Waffen wegzunehmen, um ihre Hegemoniebestrebungen in Europa zu unterbinden, sondern daß man ihnen ihre Währung abnehmen muß: Und so stimmte Kohl dem Delors-Plan zu, weil die Franzosen nur dann seinen Plänen zur Deutschen Einheit zustimmen wollten: Und Kohl sprach sich vorher wohlweislich nicht mit Tietmeyer, dem damaligen Präsidenten der Bundesbank, ab, um nicht eine schallende Ohrfeige zu riskieren.
    Und seitdem sitzen Kohl und die Deutschen im Euro, aber dem Kohl bekommt der wesentlich besser, denn: Das Volk büßt immer, was die Könige tun, sagt uns der römische Satiriker Horaz. Für uns gibt es nur einen Ausweg: Die Bogenberger Erklärung lesen und die Alternative für Deutschland wählen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus Peter Kraa

  • Die 7 Biblischen Plagen ?
    EUROPA UND DER EURO !

    Da wird Heulen und Zähneklappern sein......

    Sofort raus aus dem Euro.

  • @Kamerun
    Sehr richtig,
    alle Parteien sagen die Wahrheit schon lange nicht mehr und wie sie richtig erkannt haben, sie regieren am Volk vorbei.
    Sie begreifen einfach nichts. Oder sie tun nur so, weil sie nicht weiterwissen.
    Dann sollen sie doch endlich die " richtigen Fachleute "fragen, wir haben sie doch.
    Keine Regierung kann auf Dauer gegen das Volk regieren, das zeigt uns die
    Vergangenheit .

    und @JFK... wie sie auch richtig schreiben.
    Die Politik müsste endlich mal den Mut haben, die Banken in die Insolvenz zu schicken und das dadurch gesparte Geld in die Wirtschaft stecken.
    Doch darauf werden wir vergeblich warten.
    Da Schicksal nimmt seinen lauf und die Marktlage, der Finanzmarkt, die Entwicklung wird die Banken dahinschicken, wo sie hingehören.
    Die seriösen und marktfähigen , die Zahlungsfähigen bleiben,
    die Pleitekandidaten und Zocker, die sich verzockt haben , die gehen.
    Ade, die brauchen wir nicht und die Wirtschaft auch nicht.
    Das will in so manches Hirn nicht hinein. der Gutmensch rettet alles, koste es was es wolle, keiner wird hängen gelassen. Was für ein Traum!
    Sozial ist da, was sozialistisch geteilt wird, auch die Schulden und Verluste.

  • Deutschland sollte schnellstens parallel die DM wieder einführen. Das dicke Ende des Euros naht. Man sollte vorbereitet sein. Und ab jetzt "Alternative für Deutschland" wählen, endlich ein Stück Anti-EU und Anti-Euro. Alle Altparteien sagen die Wahrheit nicht mehr, sie regieren am Bürger vorbei.

  • Das es der EU an einer echten Fiskalpolitik fehlt, die auf Investitionen abzielt, ist ja nix neues. Und das ist meiner Ansicht nach auch der Grund für die immer wieder aufkeimende Krise. Wir brauchen eine gemeinsame EU-Weite Vision der wirtschaftlichen Zukunft. Einen Plan wie wir diese finanzieren wollen. Dazu müsste die Politik den Mut haben marode Banken in die Insolvenz zu schicken, um das Geld was man dadurch spart in die Wirtschaft zu pumpen.

    Wir drehen uns im Kreis- mit dem Spardiktat von Frau Dr. Merkel. Seit nun mehr 5 Jahren bringt dieses Diktat keinerlei Besserung... Es gibt halt keine Währungen mehr die gegeneinander auf, oder abwerten können. Folgerichtig kann nur eine gemeinsame Politik helfen;- die leider Gottes in weiter Ferne liegt.

    Die EU ist ein Haufen von Ländern die sich uneins sind über das was zu tun ist. Das kann Investoren nur abschrecken. Die EU tut auch alles dafür, auf politischer ebene, Investoren zu vertreiben.

    So wenig ich die USA mag, so sehr haben sie es drauf sich eben nicht als unzuverlässiger Kandidat zu präsentieren.

  • @Aktienbulle

    "das...könnte!

    und das schlechteste was den deutschen Lohn- und Gehaltsempfängern passieren kann.

    Manche kapieren's nie. Ein Export-Rekord wäre schön, wenn er mit einer ausgeglichenen Leistungsbilanz einher ginge. Geht er aber nicht, Deutschland hat für 2013 einen Leistungsbilanzüberschuss von ca. 190 Mrd. € prognostiziert (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Leistungsbilanzsalden_europ%C3%A4ischer_L%C3%A4nder_(1997-2013).svg&filetimestamp=20120219150256).

    Das ist simpelste Mathematik: Der Leistungsbilanzüberschuss der einen ist das Leistungsbilanzdefizit der anderen, und über was außer Schulden der Defizitländer soll das finanziert werden? Dazu passt sehr gut diese Grafik: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Cumulative_Current_Account_Balance.png&filetimestamp=20090422233551

    Dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse sind wirtschaftlicher Unsinn. Sie würden in letzter Konsequenz dazu führen, dass dem entsprechenden Staat (wem genau – eher den Vermögenden im Staat, aber das ist ein anderes Thema, das Thema Schere zw. arm und reich bzw. Einkommensgerechtigkeit) der Rest der Welt gehört.

    Denn die überschüssigen Milliarden müssen ja irgendwo untergebracht werden. Entweder in Krediten an den Rest der Welt (die Überschüsse des einen sind nun mal zwangsläufig die Defizite der anderen, s. z.B. Griechenland, Frankreich etc.) die dann irgendwann mal abgeschrieben werden müssen. Oder in Sachinvestitionen im Ausland (worin im Endeffekt auch die Kredite, wenn richtig gemacht, sprich besichert, mal (Zahlungsunfähigkeit) enden).

    Diese Vergötzung der deutschen Handelsbilanzüberschüsse ist ökonomischer Schwachsinn. S. dazu auch hier:

    http://www.fspiecker.de/Home/literatur-1/Kein%20Licht-ohne%20Bild.pdf?attredirects=0

    Aber einem Aktienbullen geht das natürlich am A.... vorbei.

  • Es ist schon erstaunlich, wie eifrig und nachhaltig sich die Ratingagenturen bemühen, ein starkes Europa nebst starkem Euro zu negieren und das ohne vernünftige und belastbare Aussagen zu verwenden.
    Das was sie sagen ist eine psychologische Annahme, die die meisten gemäß vorhandener Erfahrungswerten bei dem bisherigem Verlauf der Krise, eher negieren.
    Die Bevölkerung weiss schon zu sehen, dass Risiko-Investments mit doppelt so hohen Zinsen wie sonst durchschnittlich in Europa üblich, ein Risiko darstellen, speziell in einem solch merkwürdig strukturiertem Inselstaat, der zwischen Griechenland und der Türkei filetiert ist.

  • Wen wundert das, menschlich gesehen ist der Euro eine einzige Katastrophe. Mit der Gemeinschaftswährung dem Euro haben sich die Euro-Länder völlig überhoben. Die Banker haben die „Sau“ raus gelassen. Und die Bevölkerungen in den einzelnen Ländern glaubten, wir können so weiter machen.

    Dass mit der Einführung des Euro das Bruttosozialprodukt in jedem einzelnen Land angeglichen werden muss, wurde der Bevölkerung vorsätzlich vorenthalten. Kein Volk wäre für die Einführung der Gemeinschaftswährung gewesen. Das wussten alle Politiker, die am Euro gebastelt haben.

    Das mit der Einführung der Gemeinschaftswährungen sämtliche nationalen Souveränitäten verloren gehen würden, wurde ebenfalls der Bevölkerung vorenthalten.

    Das Volk hat ein Recht darauf so produktiv zu sein wie es will. Der Euro hingegen wurde zum Sklaventreiber. Die Menschen im Süden haben ihre Vorstellung wie sie ihren Arbeitsablauf haben wollen. Viel Freizeit und viel Sonne spielen dabei eine gewisse Rolle. Der Mensch wurde nicht geboren um von Früh bis zur dunklen Nacht zu malochen. Dies haben die Südländer beherzigt.

    In diesen Lebensrhythmus dringt Brüssel ein, und diktiert eine völlig andere Ausrichtung der Tagesabläufe aller Menschen im Süden. Die sehr verschiedenen Mentalitäten sollen durch den Entzug der vielfältigen Souveränitäten angeglichen werden. Dem Souverän wird in diktatorischer Weise ein System übergestülpt was nicht passen kann. Brüssel fordert im Klartext, dass sich alle Menschen charakterlich grundlegend ändern sollen. Die Individualität wird dabei zerstört. Es entstehen gleich getaktete Lebewesen.

    Je länger der Euro existiert, umso schlimmer wird die Wirtschaftslage in Europa. Der Euro hat keine Chance. Die Menschen wollen ihren nationalen Stolz nicht verbieten lassen. Sie wollen sich auch nicht verbiegen lassen. Wenn ein Land nach dem Anderen wirtschaftlich zerstört ist, was haben wir Menschen davon? Der Euro ist zum Kriegstreiber geworden. Deshalb muss der Euro abgeschafft werde

  • Wenn man diesem "Vorschlag" von Morgan Stanley folgt als EZB, wird man den Ausverkauf aller europäischen Firmen einläuten, mehr nicht! Ein 30% Preisabschlag hält auch Deutschlands Mittelstand nicht aus und wird übernommen, mit allen fatalen Folgen für die Beschäftigungsraten! Muss man nur mal zu das Opel Gemurkse von GM als Beispiel anschauen.

    Diese Aussage von Morgan Stanley ist also eine verkappte Kampfansage für Übernahme und gegen die Selbständigkeit Europas...

  • Abwertung des Euro schon, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Aber gegenüber dem US-Dollar? Ich kenne keine andere Währung, die so grotesk überbewertet ist, wie der US-Dollar. - Natürlich, meine Beurteilung kann an meinem fehlenden Sachverstand liegen. - Sind aber nicht die US - Amerikaner für die Welt das, was die Griechen für Europa? ;o))

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