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Währungen Dollar auf Jahreshoch macht Trumps Politik zum Bumerang

Starker Dollar, schwacher Euro: Trump will eine schwache Landeswährung, um die US-Wirtschaft anzukurbeln. Doch mit seiner Politik bewirkt er genau das Gegenteil.
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Dollar: Der Dollar wird für Donald Trump zum Bumerang Quelle: dpa
Euro und Dollar

Die US-Währung befindet sich im Aufwärtstrend.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der US-Dollar ist auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr gegenüber dem Euro gestiegen. Umgekehrt kostete die europäische Gemeinschaftswährung am Morgen mit 1,1317 US-Dollar so wenig wie seit 12 Monaten nicht mehr. Auch gegenüber einem Korb der wichtigsten Weltwährungen erreichte der Greenback ein 13-Monats-Hoch.

Der Höhenflug des Dollars ist genau das Gegenteil von dem, was sich Donald Trump wünscht. Der US-Präsident hat immer wieder deutlich gemacht, dass er einen schwächeren US-Dollar will. Der US-Dollar sei gestiegen, und „Chinas Währung fällt wie ein Stein“, schrieb er vor einigen Wochen auf Twitter. „Ich muss Ihnen sagen, das benachteiligt uns.“

Ein starker Dollar macht amerikanische Exporte im Ausland teurer und damit weniger attraktiv. Trump aber will die amerikanische Handelsbilanz verbessern und hat deshalb unter anderem auch Zölle verhängt. Wertet der Dollar weiter auf, wird das umso schwieriger. Dennoch spricht vieles dafür, dass die Stärke des Dollars weiter anhält. Das liegt zu einem beträchtlichen Teil auch an Trump selbst.

Als der US-Präsident in der vergangenen Woche ankündigte, die Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei zu verdoppeln, sorgte er damit nicht nur für einen deutlichen Kurssturz der türkischen Lira, sondern schwächte auch den Euro. Dies war nicht das erste Mal, dass er mit einer einzelnen Twitter-Nachricht die Währung anderer Länder beeinflusste. Auch den Kurs des mexikanischen Peso hat er auf dieselbe Art schon gedrückt.

Dollar als sichere Anlagemöglichkeit

Derlei Aktionen wirken aber nicht nur kurzfristig, sondern auch auf längere Sicht. Sie schüren Unsicherheit und treiben Anleger damit in den Dollar, der in turbulenten Zeiten als sicherer Hafen gilt. Gleiches gilt für Trumps Drohungen, zusätzliche Zölle gegen China, die EU, Kanada oder andere Länder zu verhängen. Das alles passiert in einem Umfeld, das ohnehin labil ist.

So droht etwa mit Blick auf Italien in den nächsten Wochen weiteres Ungemach, wenn die neue populistische Regierung ihren Haushalt für 2019 festzurrt. Hält sie an teuren Wahlversprechen fest und geht auf Konfrontationskurs mit Brüssel, könnte das den Euro zusätzlich belasten – und den Dollar stärken.

Ein weiterer Faktor, der für einen starken Dollar spricht, ist die straffere Geldpolitik in den USA. Die US-Notenbank Federal Reserve hat zuletzt signalisiert, dass sie die Zinsen in diesem Jahr schneller anheben will. Ihre Führung geht mittlerweile von vier statt drei Zinserhöhungen in diesem Jahr aus.

Auch hier spielt die Politik von Trump eine Rolle. Seine Regierung hat massive Steuersenkungen und zusätzliche Ausgaben beschlossen, die durch neue Schulden finanziert werden sollen. Das facht das Wachstum in den USA kurzfristig noch an, wodurch die Fed sich zu schnelleren Zinserhöhungen veranlasst sieht.

Höhere Zinsen in den USA wiederum führen dazu, dass mehr Kapital aus dem Ausland dorthin fließt. Das größere Defizit in den USA muss letztlich durch mehr Kapitalzuflüsse aus dem Ausland finanziert werden. Auch das trägt dazu bei, dass der Dollar weiter aufwerten könnte. Kurzfristig erscheint es daher unwahrscheinlich, dass sich Trumps Wunsch nach einem schwächeren US-Dollar erfüllt.

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