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Währungen US-Notenbank setzt Dollar unter Druck

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Tor für weitere Lockerung steht offen

Zach Pandl von Nomura Securities in New York rechnet damit, dass die Notenbanker bereits bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses Nägel mit Köpfen machen werden: „Der Ausschuss hat alles für die November-Sitzung gerichtet.“ Auch der US-Chefökonom von Unicredit, Harm Bandholz, sieht das Tor für eine weitere Lockerung der Geldpolitik weit offen: „Die Fed hat einen weiteren großen Schritt hin zum Ankauf von Staatsanleihen in großen Stil gemacht.“ Zur nächsten Sitzung trifft sich der Offenmarktausschuss ausgerechnet Anfang November, wenn auf der politischen Bühne die Kongresswahlen anstehen. Dabei muss Präsident Barack Obama um die Mehrheit seiner demokratischen Partei im Parlament bangen.

Bernanke hatte bereits auf der Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole Ende August konkret angesprochen, welche Mittel der Fed für den Fall der Fälle noch zur Verfügung stehen: Dabei sei auch eine Wiederaufnahme des Ankaufs von Staatsanleihen und anderer Wertpapiere denkbar.

Die Fed hat in der seit mittlerweile drei Jahren andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Leitzins auf nahe null Prozent gesenkt und versucht mit immensen Geldspritzen, Wirtschaft und Finanzsystem vor dem kompletten Kollaps zu bewahren. Unter anderem hatte sie für 300 Mrd. Dollar US-Staatsanleihen erworben und für weit mehr als eine Billion Dollar andere Wertpapiere, wie immobilienbesicherte Anleihen und Papiere der staatlichen Hypothekenfinanzierer in ihre Bilanz genommen. Zuletzt legte sie angesichts der schleppenden Erholung nochmals ein wenig nach und beschloss, das Geld aus der Fälligkeit von erworbenen Wertpapieren in neue Papiere zu investieren, um die Stütze für die Konjunktur aufrecht zu erhalten. Diese Praxis soll vorerst beibehalten werden, wie die Notenbanker nach der Zinssitzung mitteilten.

Trotz aller Konjunkturhilfen der Fed ist die US-Wirtschaft noch nicht aus dem Gröbsten heraus: Insbesondere die Lage am Arbeitsmarkt gibt der Fed weiterhin großen Grund zur Sorge. Bei den Arbeitgebern herrsche immer noch Zurückhaltung vor, neues Personal einzustellen, räumten die Notenbanker ein. Die hohe Arbeitslosigkeit laste zudem auf den privaten Konsum, der als große Triebfeder der US-Wirtschaft gilt.

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4 Kommentare zu "Währungen: US-Notenbank setzt Dollar unter Druck"

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  • Zitat: "Zudem halte man sich Maßnahmen offen, um die derzeit gedämpfte inflationsentwicklung im Laufe der Zeit wieder auf ein höheres Niveau zu bringen, das besser für Preisstabilität und Vollbeschäftigung sei."

    ich fürchte, das ist die Schlüsselaussage der gestrigen Sitzung und da sollten eigentlich bei allen die Alarmgocken läuten.

    Der Staat USA wird etwa 2015 (nach Einschätzung der FED) mit rund 20 billionen Dollar insgesamt verschuldet sein. Wenn bernanke und die Notenbank jetzt offiziell auf eine kommende Erhöhung der inflationszahlen nicht nur spekulieren, sondern regelrecht darauf abzielen, heißt das nichts anderes als: Die USA wollen sich über die inflation auf kaltem Wege zumindest in großen Teilen entschulden.

    Ob die internationalen investoren aber auf Dauer bereit sein werden, den amerikanischen Haushalt und die fälligen Zinszahlungen zu fnanzieren, wage ich zu bezweifeln. Wer schießt sich schon gerne selbst in die Füße, auf denen er steht....

  • Es wird deutlich, das eine (unsere) Währung, die durch nichts gedeckt
    ist als dem Versprechen, dass gemachte Schulden irgendwann zurückgezahlt
    werden, durch Überschuldung zerstört wurde.

    Der Prozess der Abwicklung in dem wir uns jetzt befinden wird sicher
    einige Zeit in Anspruch nehmen und dürfte mir erheblichen, sagen wir mal, "Verdauungsproblemen" verbunden sein.
    Alan Greenspan, meiner Meinung nach einer der Hauptverantwortlichen für
    diese Krise, stiehlt mit seiner kürzlich gemachten bemerkung:" Gold is the Canary in the Mine", ben bernanke wieder mal die Show.
    Und Larry Summers geht! Wenn das keine Nachrichten sind. Entweder holt Obama jetzt
    einen berater aus dem Ron Paul Lager, oder das war: "Rette sich wer kann."

  • @mono
    Seien Sie versichert, es ist d e r Offenbarungseid. Die Wirksamkeit jedes geldpolitischen instrumentes versagt, wenn die Verbraucher partout nicht m e h r konsumieren wollen, weil sie aus ihren kreditfinanzierten Wolkenkuckucksheimen hinaus in ihre Welt realer (und miserabler) Verdienste zurückgeschleudert worden sind. An dieser beinharten Realität versagt zunehmend die überkommene Wirtschaftswissenschaft und die darauf basierende "Wirtschaftspolitik" unserer "Eliten". Es werden sich in der nächsten Zeit zwangsläufig die politischen Ratlosigkeiten überbieten, von denen uns die FED seit geraumer Zeit bereits einige bietet. Diese Leute kapieren immer noch nicht, dass die beständig sich fortsetzende Emmission neuer Staatsschulden und deren Janusköpfigkeit, die Milliarden staatliche Sparprogramme, mehr sind als nur eine "geldtechnische" Angelegenheit. Es ist gleichfalls Dummenfang, wenn darüber geschwätzt wird, diese Gelder "neutral" bei passender Gelegenheit den Finanzkreisläufen wieder zu entziehen, ohne "schädliche" Nebenwirkungen eintreten zu lassen.

  • Wow, da wäre ich ja nie drauf gekommen. Das war ja überhaupt nicht zu erwarten. Da werden die börsenkurse aber steigen wie verrückt.

    Was ein Trauerspiel, als könnte die FED irgendwie ein Kaninchen aus dem Hut zaubern und alles wird gut.
    Jeder weiss, das System ist hoffnungslos überschuldet und eine 40 Jahre andauernde Party ist vorbei. Wer es nicht weiss, der ahnt es zumindest.

    Und ben bernanke träumt davon, das er irgendwann mal so bedeutend daher kommt wie Alan Greenspan, als gäbe es nicht wichtigeres.

    in der Privatwirtschaft wäre jetzt der Offenbarungseid fällig.

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