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Währungsbericht Warum trotz Yuan-Abwertung ein Währungskrieg zwischen USA und China vorerst ausbleibt

Die USA stufen China trotz Intervention von Präsident Trump nicht als Währungsmanipulator ein. Das hätte weitreichende Konsequenzen haben können.
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Die chinesische Währung hat im vergangenen halben Jahr im Verhältnis zum Dollar erneut neun Prozent verloren. Quelle: AP
Yuan-Noten

Die chinesische Währung hat im vergangenen halben Jahr im Verhältnis zum Dollar erneut neun Prozent verloren.

(Foto: AP)

Düsseldorf Drohungen von ranghohen US-Politikern haben seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor gut zwei Jahren keinen Seltenheitswert mehr – unter anderem in Richtung China. Mehrfach hatten die Vereinigten Staaten kritisiert, China würde seine Währung, den Yuan, künstlich drücken. Und mehrfach hatten die USA auch laut über mögliche Gegenmaßnahmen nachgedacht.

Vorerst dürfte es aber nicht so weit kommen. In dem am Mittwoch veröffentlichten halbjährlichen Währungsbericht des US-Finanzministeriums wird China nicht als Währungsmanipulator einordnet. Zuvor hatte Trump entsprechend Druck ausgeübt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft wurde aber – neben Deutschland, Indien, Japan und der Schweiz – auf eine Beobachtungsliste gestellt. Die Yuan-Schwäche gegenüber dem US-Dollar und Chinas mangelnde Transparenz werde mit Sorge verfolgt, hieß es.

Schon im April, bei der letzten Veröffentlichung des Währungsberichts, hatte sich das US-Finanzministerium ähnlich geäußert. Seitdem hat der Yuan, auch Renminbi genannt, im Verhältnis zum Dollar etwa neun Prozent verloren. Eine offizielle Verurteilung als Währungsmanipulator kann eine Reihe von Maßnahmen nach sich ziehen, etwa weitere Strafzölle.

Experten erklären den Rückgang mit der Stärke des US-Dollars, weil der Yuan gegenüber dem Euro weniger als drei Prozent verloren hat. Auch am Donnerstag gab der Yuan-Kurs erneut nach, auf den niedrigsten Stand seit Anfang des vergangenen Jahres. Ein Dollar kostete am Nachmittag 6,94 Yuan, ein Euro 7,98 Yuan.

Die Regierung in Peking reagierte umgehend: Der Beschluss des US-Finanzministeriums folge „gesundem Menschenverstand und internationalem Konsens“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lu Kang. China habe nicht die Absicht, den Wechselkurs als Werkzeug im Handelskrieg mit den USA einzusetzen. Auch hoffe Peking, dass die USA das Thema „nicht politisieren“.

Ein schwacher Wechselkurs macht chinesische Waren auf dem Weltmarkt relativ billiger. Das kurbelt den chinesischen Exportsektor an – lässt auf anderen Seite allerdings auch das Handelsdefizit der Importstaaten steigen. Zwar werde die jüngste Abwertung der chinesischen Währung das US-Handelsdefizit wahrscheinlich vergrößern, hieß es in dem Bericht. Dennoch habe die Regierung in Peking offenbar wenig direkten Einfluss auf den Kurs genommen.

Die Abwertung der Währung hat aber nicht nur positive Seiten, urteilen Experten der Commerzbank in einem aktuellen Marktkommentar. Die Abwertung sei ein „zweischneidiges Schwert – sie würde zwar dem Risiko steigender Zölle entgegenwirken, könnte aber Auslöser für signifikante Kapitalabflüsse sein und Skepsis aufkommen lassen, ob die chinesische Zentralbank in der Lage ist, den Yuan wie bisher zu kontrollieren“.

Neue Konjunkturdaten am Freitag

Der Streit hatte zuletzt den chinesischen Aktienmarkt belastet. Der Markt agiere „vor dem Hintergrund steigender Handelsspannungen zwischen den USA und China „ungewöhnlich nervös“, schreiben die Commerzbank-Experten. Die Nervosität zeige, dass „hinsichtlich der Beziehung zwischen den USA und China momentan zahlreiche Unsicherheiten bestehen“. Vielmehr sei der jüngste Kursrückgang auf die getrübten Konjunkturaussichten Chinas zurückzuführen. Neue BIP-Quartalszahlen werden am Freitag veröffentlicht. Analysten rechnen mit einer Verlangsamung der Wirtschaft.

Die USA haben China bereits mit Strafzöllen auf Waren im Wert von mehr als 200 Milliarden Dollar belegt. Präsident Trump drohte jüngst mit weiteren Schritten: „Ich kann noch viel mehr machen“, sagte er dem Sender Fox News. IWF-Chefin Christine Lagarde fürchtet, dass es neben einem Handels- auch einen Währungskrieg geben könnte. Sollte es dazu kommen, könnte dies das Wachstum der Weltwirtschaft dämpfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Regierung in Peking sowie der Notenbank vorgeworfen wird, die Währung künstlich zu manipulieren. Auch frühere US-Präsidenten hatten immer wieder Vorwürfe erhoben. Als Währungsmanipulator wurde China allerdings zuletzt im Jahre 1994 eingestuft.

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