Welche Währung, welche Börse? So klappt der Einstieg beim Bitcoin

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Bitcoin und Co.: Welche Währung soll's denn sein?

Was ist eine Kryptowährung?

Für neugierige Privatanleger stellt sich eine Frage gleich zu Beginn: In welche Digitalwährung soll ich eigentlich investieren? Schon heute gibt es rund 700 sogenannte Kryptowährungen. Alle basieren auf der Blockchain-Technologie und ähneln mehr oder weniger dem Vorbild Bitcoin. Insbesondere der Mechanismus des „Minings“, der Herstellung der Digitalwährungen, unterscheidet sich deutlich. Bitcoins konnten Privatleute ursprünglich auf dem heimischen Rechner herstellen. Das geht heute praktisch nicht mehr, die nötigen Rechenaufgaben sind zu komplex geworden und können nur noch von professionellen „Minern“ gelöst werden, etwa großen Rechnernetzwerken in China. Bei jüngeren Digitalwährungen ist das anders, sie können teilweise noch selbst hergestellt werden.

Eine gute Übersicht über die wichtigsten Digitalwährungen bietet die Seite Coinmarketcap. Sie zeigt die hohe Volatilität, aber auch den generellen Trend nach oben. So überstieg laut Coinmarketcap der Gesamtwert aller gehandelten Digitalwährungen am Dienstag die Marke von 100 Milliarden Dollar – er verdoppelte sich damit binnen Monatsfrist. Platzhirsch ist nach wie vor der Bitcoin mit einem Marktwert von rund 46 Milliarden Dollar. Doch eine Währung ist ihm dicht auf den Fersen.

Ethereum mit einem Marktwert von rund 24 Milliarden Dollar greift nach der Vorherrschaft. Anleger haben hier zuletzt kräftig Kasse gemacht. Wer im Januar für 100 Dollar Ethers (wie die digitalen Münzen heißen) gekauft hat, hat inzwischen 2.300 Dollar auf dem Konto. Manche Beobachter rechnen damit, dass Ethereum Bitcoin noch in diesem Jahr überholen könnte. Schon allein, dass der Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin kein Geheimnis aus sich macht wie der anonyme Bitcoin-Schöpfer (der sich Satoshi Nakamoto nennt), könnte der Währung zum Durchbruch verhelfen.

Christoph Bergmann, einer der profiliertesten Kenner der Szene, schreibt in seinem Bitcoinblog: „Während die Bitcoin-Entwickler vor allem durch Zaudern und Schrecken vor dem eigenen Erfolg auffallen – man könnte manchmal meinen, sie wünschen sich in eine Zeit zurück, als noch kaum jemand Bitcoin benutzt hat – sind die Ethereum-Entwickler hungrig nach Erfolg“. Bitcoin hätte „noch immer mit dem Ruf als Währung der zwielichtigen Gesellen, der Hacker und Drogendealer, zu kämpfen“. Für viele Banken und Finanzinvestoren ist die Währung ein rotes Tuch; Ethereum könnte zur „weißen“, unbefleckten Alternative werden.

Allerdings befindet sich Ethereum noch in einem früheren Entwicklungsstadium. Die sogenannte Difficulty-Bombe beginnt gerade erst zu wirken. Für Miner wird es nun immer schwieriger, neue Währungsblöcke herzustellen. Das ist beabsichtigt: Je mehr Rechenkraft in das Netzwerk gepumpt wird, desto schwieriger werden die kryptographischen Rätsel, die die „Miner“ zu lösen haben. So wird Inflation verhindert. Bei Ethereum scheint das Gleichgewicht jedoch langsam ins Wanken zu geraten: Die Produktion verlangsamt sich, es droht eine Währungsverknappung. Die Entwickler wollen so die Nutzer dazu zwingen können, Reformen mitzutragen. Das scheint besser zu funktionieren als bei den Bitcoins, dessen Gemeinde seit rund zwei Jahren über Änderungen am Programmcode streitet.

Die Deflation macht Ethereum reizvoll für Spekulanten. Aber auch für einen weiteren Siegeszug des Bitcoins spricht viel. Inzwischen gibt es Bitcoin-Geldautomaten, -börsen für Smartphones, professionelle Tauschhändler und sogar erste Geschäfte, die die Währung akzeptieren, darunter eine Airline aus Japan. Ethereum ist noch längst nicht so weit. „Die Geldwerdung passiert nicht über Nacht, sondern ist ein langer und steiniger Weg“, bilanziert Christoph Bergmann.

Neben Bitcoin und Ethereum gibt es zahlreiche andere Netzwährungen, darunter Ripple mit einem Marktwert von knapp 11 Milliarden Dollar, NEM (2 Milliarden Dollar) oder Litecoin (rund 1,5 Milliarden Dollar). Es spricht jedoch einiges dafür, dass sich im globalen Internet, in dem Größe alles schlägt – wie der Siegeszug von Facebook zeigt –, eine Leitwährung herauskristallisieren wird. Bitcoin und Ethereum haben dafür aktuell die besten Chancen.

Wie der Fall der offenbar betrügerischen Währung Onecoin zeigt – laut Ermittlern ein Schneeballsystem statt einer echten Kryptowährung –, sollten Privatanleger von Währungen die Finger lassen, die nur über eine zentrale Plattform zu beziehen und dort auch gespeichert sind, Nutzer somit voll dem Betreiber ausliefern. In der Krypto-Gemeinde gilt das als klares Anzeichen für ein betrügerisches System.

Gefangen im Börsendschungel
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15 Kommentare zu "Welche Währung, welche Börse?: So klappt der Einstieg beim Bitcoin"

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  • @Herr Helmut Metz, 08.06.2017, 18:45 Uhr

    "Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen."

    Seit wann setzt sich die Menschheit aus Wölfen, Schafen und anderen Tieren zusammen?

    Und selbst, wenn es so wäre: Die „Wölfe“ würden dann mit Sicherheit nicht die Mehrheit in diesem fiktiven "Tierreich" stellen.


    „DER WERT IST IMMER SUBJEKTIV!!“

    Das meine ich doch gerade. Wie kommen Sie darauf, dass ich das anders sähe?


    „Beschäftigen Sie sich mit Eigentumsrechten. Wie kommt es überhaupt dazu, dass etwa "dem Staat" Land gehört?“

    Die – von wem auch immer beanspruchten – vermeintlichen „Eigentumsrechte“ an Allgemeingütern sind doch gerade das Problem. Da habe ich mich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt.

  • @ Annette Bollmohr

    Leider ist nicht mehr viel Zeit, dann wird zugesperrt. Dehalb nur ein paar Anmerkungen, obwohl ich heute sehr gerne mit Ihnen diskutieren möchte.

    - Was ist Demokratie? "Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen." (Benjamin Franklin)

    "Geld war ursprünglich "nur" ein Instrument, also eine Art allgemein anerkanntes "Tauschmittel", um das Funktionieren von Wirtschaft und Handel zu vereinfachen."
    -> Nein, war es nicht. Siehe dazu das Mises´sche Regressionstheorem:
    http://www.misesde.org/?p=1345

    "Weil es - jedenfalls weitgehend - in ihrer Macht liegt, an "entscheidender Stelle" zu beeinflussen bzw. zu bestimmen, welcher "Wert", d.h., welchen Preis in Geld welches Wirtschaftsgut hat. "
    -> Dem liegt ein falsches Verständnis von "Wert" zugrunde. Ein "Wert" kann von niemandem generell und schon gar nicht für alle festgelegt werden: DER WERT IST IMMER SUBJEKTIV!! Die Armbanduhr meines Opas hat für mich einen ganz besonders hohen Wert - ein Pfandleiher im Pfandleihaus wird die Uhr jedoch ganz anders bewerten als ich!

    "Wie z.B. die Tatsache, dass globale Ressourcen (Land, Wasser, saubere Luft u.v.a.m.) als "Privateigentum" deklariert werden (und damit das vermeintliche(!) "Recht" beansprucht wird, sich für etwas, das schon immer da war und für alle da ist, bezahlen zu lassen - in Geld. "
    -> Beschäftigen Sie sich mit Eigentumsrechten. Wie kommt es überhaupt dazu, dass etwa "dem Staat" Land gehört? Der Staat hat sich vorher das Land IMMER angeeignet:
    „Falls jeder Mensch das Recht an seinem eigenen Körper hat und falls er Objekte der Natur benutzen und transformieren muss, um zu überleben, dann hat er das Recht, das von ihm geschaffene Produkt zu besitzen.“ Nachdem Eigentum durch Arbeit geschaffen wurde, kann es durch freiwilligen Tausch oder als Geschenk an einen neuen Eigentümer weitergegeben werden; ein erzwungener Transfer von Gütern wird als illegitim angesehen."
    https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchokapitalismus

  • Korrekturen:

    ... dieses Instrument zu etwas "Absolutem", also z u e i n e m eigenständigen, für sich selbst stehenden "Wert", ...

    ... zu bestimmen, w e l c h e n Wert, ...

  • Der auf die immer verzweifeltere Suche nach "sicherem" Geld verwendete Aufwand an Zeit und Aufmerksamtkeit führt offensichtlich dazu, dass das eigentliche Problem völlig aus dem Blickfeld gerät:

    Es geht im Grunde gar nicht um "Geld", sondern um Demokratie und Gleichberechtigung.

    Geld war ursprünglich "nur" ein Instrument, also eine Art allgemein anerkanntes "Tauschmittel", um das Funktionieren von Wirtschaft und Handel zu vereinfachen.

    Im Laufe der Jahrhunderte - und heute mehr denn je - haben "interessierte Kreise" dieses Instrument zu etwas "Absolutem", also für einen eigenständigen, für sich selbst stehenden "Wert", erklärt.

    Weil es - jedenfalls weitgehend - in ihrer Macht liegt, an "entscheidender Stelle" zu beeinflussen bzw. zu bestimmen, welcher "Wert", d.h., welchen Preis in Geld welches Wirtschaftsgut hat. "Geld" ist somit zu einem Machtfaktor geworden.

    Dies alles vermutlich, um von einigen grundlegenden, von der menschlichen Gesellschaft über die Jahrhunderte und -tausende meist unhinterfragt als "Gesetz" oder "Schicksal" (oder was auch immer, jedenfalls etwas Unverrückbares) hingenommenen Missständen abzulenken.

    Wie z.B. die Tatsache, dass globale Ressourcen (Land, Wasser, saubere Luft u.v.a.m.) als "Privateigentum" deklariert werden (und damit das vermeintliche(!) "Recht" beansprucht wird, sich für etwas, das schon immer da war und für alle da ist, bezahlen zu lassen - in Geld.

    Das muss sich heute dringend ändern.

    Und dank der gewaltigen intellektuellen Fortschritte, die die Menschheit im Laufe der Zeit auf allen Gebieten (Wissenschaft, Technik, und insbesondere Aufklärung) gemacht hat, stehen die Chancen dafür trotz allem (damit meine ich insbesondere den verzweifelten Kampf einiger - nicht aller! -, dafür aber besonders rücksichts- und skrupelloser Nutznießer der derzeitigen globalen politischen Ordnung und insbesondere Wirtschafts- und Finanzordnung gegen die ganze Gesellschaft, um ihre Pfründe zu "verteidigen"), auch gar nicht schlecht

  • Nachtrag:

    Um nicht falsch verstanden zu werden: Bitcoin sind ein hervorragendes Tauschmittel, sie eignen sich jedoch ausgesprochen schlecht zum Sparen (Horten).
    Sie sind ein ausgesprochen schlechtes "Wertaufbewahrungsmittel" (d.h. ein Speicher von "Wert" über einen langen Zeitraum). Ohne Strom kann man mit Bitcoins nicht tauschen; sie können auch "zerstört" werden z..B. durch einen Elektromagnetischen Impuls.
    Dagegen hieß es einmal in der Werbung (zurecht): "Ein Diamant ist unvergänglich!"
    Der überlebt alles - aber z.B. auch ein anderes "Relikt" aus der Steinzeit...

  • @ x y

    "Bitcoins haben gegenüber Fiat-Müll einen ganz entscheidenden Vorteil: SIE SIND NICHT INFLATIONIERBAR." aber es gibt hunderte digitale Währungen und es könnten tausende werden. Dadurch sind sie sehr wohl inflationierbar, geschweige denn es gibt plötzlich wesentlich mehr Rechenleistung..."

    Das gibt einen wunderschönen Wettbewerb unter den Kryptowährungen. Und nach Gresham´s Gesetz wird sich die beste davon (oder vielleicht auch mehrere) durchsetzen. Beim Fiat-Müll gibt es dagegen einen umgekehrten "Wettbewerb" durch die "Geldzauberer" der ZB´s : welche Fiat-Währung wird am schnellsten verdünnt!

  • "Bitcoins haben gegenüber Fiat-Müll einen ganz entscheidenden Vorteil: SIE SIND NICHT INFLATIONIERBAR." aber es gibt hunderte digitale Währungen und es könnten tausende werden. Dadurch sind sie sehr wohl inflationierbar, geschweige denn es gibt plötzlich wesentlich mehr Rechenleistung...

  • Bitcoins haben gegenüber Fiat-Müll einen ganz entscheidenden Vorteil: SIE SIND NICHT INFLATIONIERBAR. Es können maximal 21 Milllionen Bitcoins "geschürft" werden (im Protokoll unabänderlich festgelegt) - wobei ca. 16 Millionen bereits bis zum heutigen Zeitpunkt geschürft sind, und vor allem das "Schürfen" weiterer Bitcoins immer rechen- / energie-/ kostenintensiver wird .
    Somit sind Bitcoins diametral zum Fiat-Müll ausgelegt: Bitcoins: deflationär, Fiat-Müll inflationär.
    Natürlich haben auch Bitcoins genauso wie Fiat-Müll keinen "intrinsischen Wert" (wobei Bitcoins im Gegensatz zum Fiat-Müll jedoch wenigstens nicht durch einen Akt der Verschuldung entstehen).
    Für den Harcore-Austrian ist für ein Tauschmittel ein "intrinsischer Wert" sowieso Blödsinn - es kommt einzig und alleine auf dessen GRENZNUTZEN an.
    Und insbesondere aufgrund der Dezentralität und Nicht-Inflationierbarkeit nimmt der Grenznutzen von Bitcoins weniger schnell ab als der von Fiat-Müll - und deswegen sind Bitcoins dasjenige Tauschmittel, das ein FREIER MARKT gegenüber Fiat-Müll bevorzugen würde. Es gilt nämlich bei Privatgeld das UMGEKEHRTE Greshamsche Gesetz: das "bessere" Geld verdrängt das "schlechtere" aus dem Umlauf!

  • Merkwürdig, dass Bitcoins sogar im HB besprochen werden, wo doch jahrelang vor Bitcoins gewarnt wurde, und man nirgendwo eine legale Garantie für den Kauf von Bitcoins bekommt. Nur für Spielernaturen wie Ulli Honess zu empfehlen.

  • @ Herr Manfred Riegel08.06.2017, 14:31 Uhr

    Es waren hauptsächlich die vorwärtsgewandten US-Banken, die die Finanzkrise ausgelöst haben. Die europäischen und speziell die deutschen waren so dumm, denen ihren Schrott abzukaufen. Fortschritt ist ganz sinnvoll, wenn er denn sinnvoll ist und man ihn braucht. Bitcoin braucht keiner.

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