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Weltleitwährung Die Gründe für die aktuelle Dollar-Schwäche

Der Euro ist auf ein Dreimonatshoch im Vergleich zum Dollar gestiegen. Das liegt vor allem an der Zinspolitik und dem Sitzungsprotokoll der US-Notenbank.
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Nachdem die US-Währung 2018 gegenüber den meisten anderen Währungen deutlich aufgewertet hat, schwächelt sie derzeit etwas. Quelle: Reuters
US-Dollar Banknoten

Nachdem die US-Währung 2018 gegenüber den meisten anderen Währungen deutlich aufgewertet hat, schwächelt sie derzeit etwas.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Euro ist mit Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Am Donnerstag erreichte die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise mit einer Marke von auf 1,1570 US-Dollar den höchsten Stand Mitte Oktober. Zuletzt wurde sie wieder etwas tiefer bei 1,1555 Dollar gehandelt.

Auslöser für die starken Kursverluste beim Dollar war eine Äußerung des Präsidenten der regionalen Notenbank von Atlanta, Raphael Bostic. Dieser hatte auf Nachfrage nicht ausgeschlossen, dass der nächste Zinsschritt der US-Notenbank Fed auch eine Leitzinssenkung und keine Erhöhung sein könnte. Obwohl Bostic kein Stimmrecht im Zinsgremium der Fed hat, befeuerte er damit Spekulationen über ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA.

Auch die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Fed-Sitzung im Dezember bieten hierfür Raum. Die Zinsentwicklung gilt als einer der wichtigsten Treiber für den Devisenmarkt und ist aus Sicht von Devisenexperten auch der wichtigste Grund für die aktuelle Dollar-Schwäche und die Stärke des Euro.

Tendenziell stützen höhere Zinsen den Dollar, weil es dadurch für internationale Investoren attraktiver wird, in US-Zinspapiere zu investieren und so mehr Kapital in die USA fließt. Im vergangenen Jahr hat die Fed viermal die Zinsen angehoben – und damit stärker als viele Investoren erwartet hatten. Aus Sicht vieler Analysten war dies auch einer der wesentlichen Gründe für die Aufwertung der US-Währung. Inzwischen rechnen Ökonomen mit einer Abkühlung der US-Wirtschaft, manche wie der frühere EZB-Vizepräsident Vitor Constancio sogar mit einer baldigen Rezession. Das würde auch die Pläne der Fed für weitere Zinserhöhungen beeinflussen.

Bisher gehen die Führungsmitglieder der Notenbank von zwei Erhöhungen in diesem Jahr aus, bis Dezember waren sie mehrheitlich sogar von drei Schritten in diesem Jahr ausgegangen. Laut dem Protokoll sind aber viele Teilnehmer der Fed-Sitzung im Dezember der Meinung, dass die Zentralbank bei der weiteren geldpolitischen Straffung „Geduld“ aufbringen sollte.

Eine Reihe von Fed-Führungsmitgliedern hält es zudem für angebracht, zunächst die „in den vergangenen Monaten stärker ausgeprägten Risiken“ in den Blick zu nehmen, bevor der Zins weiter angehoben wird. Zuletzt hatte es starke Turbulenzen an den Finanzmärkten gegeben und auch die Industrie hatte deutlich an Schwung verloren.

Fed-Chef Jerome Powell hatte bereits am Freitag ein vorsichtigeres Vorgehen bei der Zinspolitik angekündigt, da er auf die Entwicklung der US-Konjunktur Rücksicht nehmen wolle. Auch andere Fed-Mitglieder haben zuletzt öffentlich zur Vorsicht gemahnt, so etwa der Eric Rosengren, Chef der Fed Boston, und James Bullard, Chef der Fed St. Louis.

Langfristige Faktoren gegen den Dollar

Neben der Zinspolitik belastet den Dollar kurzfristig auch der andauernden Schließung von US-Behörden wegen des Konflikts zwischen dem amerikanischen Kongress und der Regierung. Der Streit, bei dem es um die von Präsident Trump gewünschte Mauer an der Grenze zu Mexiko geht, war in der Nacht weiter eskaliert.

Auch langfristige Faktoren, die gegen den Dollar sprechen, kommen jetzt stärker zur Geltung. So ist der Dollar beispielsweise gemessen an der Kaufkraftparität relativ hoch bewertet. Sprich: Für einen festen Warenkorb muss man in Dollar mehr zahlen als in vielen anderen Währungen.

Außerdem haben die USA seit langem ein hohes Leistungsbilanzdefizit, also einen negativen Saldo im Handel von Waren und Dienstleistungen mit dem Ausland. Bislang wurde dies durch Kapitalzuflüsse etwa in den amerikanischen Aktienmarkt überdeckt. Das wird aber zunehmend schwieriger, zumal erwartet wird, dass das Haushaltsdefizit in den USA steigt.

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