Weltweite Knappheit: Ruhe vor dem Sturm auf dem Getreidemarkt
Düsseldorf, Moskau. Knappheit oder nur Spekulation? Die zuletzt heftigen Preisausschläge an den Getreidemärkten werfen Fragen auf. Die Wiederaufnahme der russischen Getreideexporte hat zwar zu einer gewissen Entspannung der Märkte beigetragen, doch die Ruhe könnte sich Experten zufolge als trügerisch erweisen.
Mitte 2010 waren die Getreidepreise sprunghaft gestiegen. Mais war zeitweise doppelt so teuer wie zuvor. Ähnlich sah es bei Weizen aus. Grund dafür war unter anderem eine Dürre in Russland. Die Jahrhundertdürre verbrannte 17 Prozent der Anbauflächen des Riesenlandes, die Getreideproduktion sank um über ein Drittel auf rund 61 Millionen Tonnen, Russland hatte daraufhin die Exporte gestoppt und erst Anfang Juli wieder aufgenommen.
Von dem hohen Niveau sind die Preise seit Mai zurückgefallen; eine Erholung hängt nun auch von Russland ab. Das Land ist mit jährlich 20 Millionen Tonnen drittgrößter Getreideexporteur der Welt. Auch spekulativ eingestellte Anleger hatten dem Markt den Rücken gekehrt. Private Anleger können auf Entwicklungen im Agrarsektor beispielsweise über börsengehandelte Indexfonds (ETF) oder Zertifikate setzen.