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Zahlungsmittel Eine unendliche Liebe zum Bargeld

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Karte oder bar: Was ist teurer?

Aber ist Bargeld nicht einfach zu teuer? Scheine müssen gedruckt, Münzen geprägt werden. Panzerwagen bringen die wertvolle Ware von A nach B. Sprengen Kriminelle - wie zuletzt häufiger geschehen - einen Geldautomaten in die Luft, ist der Schaden nicht selten sechsstellig. Dennoch: „Mit Bargeld sind in den meisten Ländern die niedrigsten Kosten pro Transaktion verbunden“, resümiert eine Deutsche-Bank-Studie. Auch ein im April veröffentlichtes Gutachten des wissenschaftlichen Beirats im Bundeswirtschaftministerium führt aus: „Zahlungen per Kreditkarte ... sind in Europa durchweg teurer als Barzahlungen oder Zahlungen per Debitkarte.“

Für viele Verbraucher haben andere Argumente noch größeres Gewicht: Wer mit Schein und Münze zahlt, hinterlässt keine elektronischen Spuren, behält den Überblick über seine Finanzen und muss sich keine Sorgen machen, dass beim Einkaufen sensible Bankdaten geklaut werden.

Einer repräsentativen Umfrage der Direktbank ING-Diba zufolge wollen 84 Prozent der Deutschen niemals vollständig auf Bargeld verzichten. Neun von zehn der 1002 Erwachsenen, die dazu in diesem Februar befragt wurden, gaben an, sie hätten fast immer oder häufig Bargeld bei sich – das liegt deutlich über dem Schnitt der 13 betrachteten europäischen Länder (79 Prozent).

Während in Schweden manche Parkuhren keine Münzen mehr annehmen und in Kirchen per Automat gespendet wird (Motto: „Bargeld braucht nur noch deine Oma – und der Bankräuber“) oder es in London üblich ist, selbst Kleinstbeträge wie das Busticket oder den Coffee to go mit Karte zu zahlen, setzen sich moderne digitale Bezahlverfahren in Deutschland nur schleppend durch. „Restaurantbesuche, Taxen und öffentliche Verkehrsmittel werden immer noch viel öfter als im europäischen Durchschnitt in bar bezahlt“, sagt ING-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski.

Die beschlossene Abschaffung des 500-Euro-Scheins und Überlegungen der EU-Kommission, Obergrenzen für Bargeldgeschäfte einzuführen, bestärkt die Bargeldbefürworter eher noch - zumal umstritten ist, ob solche staatlich verordneten Einschnitte überhaupt die erhoffte Wirkung zeigen. „Versuche zur Bekämpfung von Schattenwirtschaft und Kriminalität durch eine drastische Erschwerung oder gar Abschaffung der Verwendung von Bargeld sind...unverhältnismäßig und im Übrigen nur bedingt wirksam“, halten die Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums fest. „Allein die Beobachtung, dass die Verwendung von Bargeld rückläufig ist, in einigen Ländern inzwischen sogar vernachlässigbar gering ist, ist kein Grund dafür, dass diese Entwicklung von Staats wegen beschleunigt werden sollte.“

  • dpa
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