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Presseschau Google feuert ersten Schuss im Handelskrieg

Die internationale Wirtschaftspresse untersucht die Auseinandersetzung von Google und China. Die Wirtschaftswoche kommentiert die Pläne der Bundesregierung zur Bankenabgabe. Les Echos bezeichnet das Ergebnis der französischen Regionalwahlen als Votum gegen den Reformstil von Nicolas Sarkozy. Fundstück: Mönche belagern Airline-Chef.
  • Maxim Kireev
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Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

Google macht im Streit mit der chinesischen Regierung seine Drohung wahr und bietet für China eine Suchmaschine ohne Zensur an: Statt der chinesischen wird die Hongkonger Suche angezeigt. Die Abteilungen Technik und Verkauf sollen aber weiter in China verbleiben, wie das Internetunternehmen am Montag in San Francisco mitteilte.

Die Entscheidung von Google, chinesische User auf die unzensierte Hongkong-Seite der Suchmaschine umzuleiten, sehe auf den ersten Blick wie eine clevere Kompromisslösung aus. Sie löse das moralische Dilemma, in das die chinesischen Zensurregeln das Unternehmen gebracht hätten, schreibt das Wall Street Journal. Das Risiko bestehe jedoch darin, dass das verärgerte China den Zugang zur Hongkong-Seite vom Festland aus blockieren und das Leben für Google in China in den kommenden Jahren sehr schwer machen werde. „Google scheint die chinesische Regierung regelrecht herauszufordern“, schreibt das Blatt. Der Schritt deute an, dass Google sich mit einem kompletten Rückzug aus China auseinandergesetzt habe. Das Drama sei noch lange nicht zu Ende. „Allerdings hat Google China jetzt in Zugzwang gebracht“, meint die Zeitung.

Die Financial Times bezeichnet den Schritt von Google als „Lose-Lose-Szenario“. Falls Google gehofft habe, in dem Streit mit China die Konkurrenz hinter sich sammeln zu können, so sei dies fehlgeschlagen. Microsoft habe den Streit in China bereits als das „Google-Problem“ abgestempelt. Auch habe der Suchmaschinenbetreiber China nicht mit einer weltweiten Debatte über Internetfreiheit in die Verlegenheit bringen können. „Außerhalb der großen Städte würde das Fehlen von google.cn in China kaum auffallen, sollte der Dienst komplett blockiert werden“, kommentiert die Zeitung. Google könne noch versuchen, das Gezerre der letzten zwei Monate als Erfolg im Kampf um die viel gepriesenen eigenen Prinzipien darzustellen – vier Jahre, nachdem Google beschlossen habe, sich den chinesischen Zensoren zu beugen. Dieser Anspruch werde zusätzlich vom Verlust eines der größten Märkte untergraben. Die „digitale chinesische Mauer“ scheine „unüberwindbarer“ denn je.

Der Business Spectator aus Australien sieht hinter dem Google-Konflikt eine Auseinandersetzung zwischen China und den USA. In Zeiten angespannter Handelsbeziehungen zwischen den beiden Staaten sei die Frage nach der Rolle der amerikanischen Regierung bei Googles Entscheidung angebracht. Die USA seien fest an der Seite von Google in die Debatte gegangen.„Es fällt schwer, zu glauben, dass die US-Regierung nicht über den nächsten großen Schritt informiert gewesen ist“, kommentiert das Blatt. Der Zug könne als Test im Handelskrieg mit China gesehen werden. Google sei weit von der Dominanz des chinesischen Marktes entfernt, es sei also ein Kampf, den sich das Unternehmen und möglicherweise auch die US-Regierung leisten könnten. Zensur und Propaganda seien in allen Formen der chinesischen Medien seit Jahrzehnten an der Tagesordnung. „Die Tatsache, dass das Thema auf der amerikanischen Agenda plötzlich so weit nach oben gerückt ist, zeigt, dass die US-Führung es als eine weitere Frontlinie des Handelskrieges mit der chinesischen Wirtschaft ausgemacht hat“, glaubt die Zeitung.

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