Börsengang Rocket Internet Investoren reißen sich um die Aktien

Nach einer Stunde waren die Orderbücher voll: Investoren reißen der Start-up-Schmiede Rocket Internet die Aktien aus der Hand. Während die Brüder Samwer bereits weitere Börsengänge planen, muss sich Rocket erst beweisen.
Update: 24.09.2014 - 12:56 Uhr 2 Kommentare
Seit heute läuft die Zeichnungsfrist für Rocket Internet. Vieles spricht dafür, dass die Aktie abhebt. Doch muss sich Rocket erst beweisen. Quelle: Reuters

Seit heute läuft die Zeichnungsfrist für Rocket Internet. Vieles spricht dafür, dass die Aktie abhebt. Doch muss sich Rocket erst beweisen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/BerlinEs rattert bei der Rakete. Kaum hatte die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet am Morgen den Börsengang für den 9. Oktober festgelegt und kaum war die Zeichnungsfrist für die Aktien eingeläutet, häuften sich die Orders. Schon rund eine Stunde nach Beginn der Frist seien die Bücher einschließlich der Platzierungsreserve gefüllt gewesen, hieß es von der den Börsengang begleitenden Bank JP Morgan. Den angestrebten Erlös von 1,5 Milliarden Euro dürfte das Unternehmen damit bereits erreicht haben.

Bis 7. Oktober können weitere Anleger Aktien zeichnen, die Preisspanne liegt zwischen 35,50 und 42,50 Euro. Am Ende werden sich Bank und das Unternehmen dann die besten Käufer herauspicken. Insidern zufolge gilt ein Börsengang dann als Erfolg, wenn die Bücher mindestens zweifach überzeichnet sind. Auch Oliver-Samwer, Mitgründer und Vorstandschef von Rocket Internet, begrüßte die positive Resonanz. „Dass heute schon genug Orders vorliegen, zeigt das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen Rocket und sein Team“, sagte er am Morgen in Frankfurt.

Und er plant bereits die nächsten Schritte. „Es kann sein, dass einige unserer größeren Unternehmen über die Zeit vielleicht auch gelistet werden“, sagte Samwer weiter. Damit könnte ihnen über Kapitalerhöhungen zusätzliches Geld zufließen. Als nächste Börsenkandidaten aus dem Portfolio von Rocket gelten die Online-Möbelhändler Westwing und Home24.

Zugleich betonte Samwer aber, dass ein solcher Schritt die Ausnahme sein werde. Rocket Internet wolle künftig tendenziell die Mehrheit an den Beteiligungen halten und dazu auch den Erlös aus dem Börsengang nutzen. Ziel sei es nicht mehr, die Unternehmen am Ende zu verkaufen. „Verkaufen werden wir nur Non-core-Assets.“

Indessen mag sich der ein oder andere Anleger fragen, wie ein Unternehmen mit 1,5 Milliarden Euro an der Börse bewertet werden kann, das seinen Nettogewinn in Höhe von rund 174 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr hauptsächlich der Abspaltung des Online-Modehändlers Zalando sowie Investitionen nach Finanzierungsrunden bei assoziierten Unternehmen zu verdanken hat. Der Börsenwert der Internet-Holding übersteigt damit sogar den von etablierten Dax-Unternehmen wie der Lufthansa oder K+S.

Rocket Internet mit dem größeren Potenzial
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2 Kommentare zu "Börsengang Rocket Internet: Investoren reißen sich um die Aktien"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mit Verwunderung sehe ich hier die gleiche Entwicklung wie anno 2000 bei den Haffa Brüdern und "ihrem Baby". Operativ und vor Steuern müssen die Samwer Brüder erst beweisen, daß ihre Geschäftsidee trägt und "ihre Babies" Geld verdienen können.
    Viel Glück den Zeichnern.

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