Eon mit hohem Verlust Uniper reißt Milliardenloch in die Bilanz

Kurz vor dem Uniper-Börsengang legt Eon tiefrote Zahlen vor. Schuld sind hohe Wertberichtigungen bei der angeschlagenen Kraftwerkstochter. Allerdings gibt es für Konzernchef Teyssen auch einen Lichtblick.
Update: 10.08.2016 - 10:19 Uhr 5 Kommentare
Der radikale Umbau reißt Eon wieder tief in die roten Zahlen. Quelle: dpa
Uniper-Kraftwerk in Gelsenkirchen

Der radikale Umbau reißt Eon wieder tief in die roten Zahlen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm September will Eon-Chef Johannes Teyssen die Scheidung von Uniper endgültig vollziehen. Dann soll das Unternehmen, in das der Energiekonzern seine konventionellen Kraftwerke, den Großhandel und die Gasproduktion abgespalten hat, an die Börse. Eon will sich danach mit ganzer Kraft dem Zukunftsgeschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und Vertrieb widmen.

Beide Teile gehen den Neustart aber äußerst geschwächt an. Eon hat im ersten Halbjahr einen Nettoverlust von drei Milliarden Euro verbucht, wie der Konzern in seinem Zwischenbericht mitteilte. Eon begründete den Verlust mit Wertberichtigungen und Drohverlustrückstellungen bei der Kraftwerkstochter Uniper von 3,8 Milliarden Euro. Die Aktien stürzten am Mittwoch um bis zu 6,6 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Tief von 8,81 Euro ab und waren größter Verlierer im Leitindex Dax.

Uniper dürfte parallel ebenfalls einen hohen Milliardenverlust verbucht haben. Das neue Unternehmen will am 22. August erstmals über seine Halbjahreszahlen berichten.

Das Handelsblatt hatte in der vergangenen Woche bereits über einen hohen Abschreibungsbedarf berichtet – der mit den jetzt vorgenommen Wertberichtigungen noch nicht erledigt sein dürfte. Hintergrund ist der Börsengang. Spätestens dann muss Eon die 47-Prozent-Beteiligigung, die der Konzern an Uniper noch hält, an den Börsenwert anpassen. Laut Spaltungsbericht hatte Eon Uniper insgesamt bislang noch mit einem Netto-Buchwert von 15,5 Milliarden Euro in den Büchern stehen, während Analysten den Börsenwert des Unternehmens allenfalls auf maximal fünf Milliarden Euro schätzen. Und auch in Konzernkreisen wird mit ähnlichen Werten kalkuliert.

Die Kraftwerke von Uniper haben in den vergangenen Jahren eben dramatisch an Wert verloren – der Konzern kam mit dem Abschreiben gar nicht hinterher. Dadurch dürfte Eon auch das Gesamtjahr wieder mit einem Nettoverlust abschließen – wie schon 2014 und 2015

Uniper arbeitet bereits seit Anfang des Jahres selbstständig. Anfang Juni billigten die Aktionäre auf der Hauptversammlung die Trennung. Und nachdem anschließend keine Klage eingereicht wurde, steht dem Börsengang nichts mehr im Wege. Die Eon-Aktionäre erhalten für je zehn Anteilsscheine eine Uniper-Aktie.

Operativ läuft es bei Eon besser. Im neuen Kerngeschäft Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien lag das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit knapp 1,7 Milliarden Euro um 15 Prozent höher als ein Jahr zuvor..

Auch RWE hat ähnliche Probleme
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5 Kommentare zu "Eon mit hohem Verlust: Uniper reißt Milliardenloch in die Bilanz"

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  • @ Rainer von Horn
    Das "Jucken" wird ganz sicher wie Amen im Gebet kommen ,wenn kein Saft mehr aus der Steckdose kommt.Und das ganz große Jucken wird kommen,wenn die Firma wo grade noch der schöne Arbeitsplatz war mit gutem Gehalt plötzlich geschlossen ist.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Mit welcher Wucht die Energieversorger und die auch industrielle Basis in Europa durch seine Regierungen, insbesondere der Deutschen vernichtet, wird ist erstaunlich. Das neue Personal
    für eine noch zu errichtende Agrargesellschaft, wird gerade in das Land gelassen. Viel Freude beim Sackhüpfen mit Kienspan-Beleuchtung wünscht ihr P.Spiegel

  • Der frührere Chef von Pimco, Bill Gross, hat einmal gesagt: "Wenn das Spiel unfair wird, dann nimm Deinen Ball und geh nach Hause!". Er spielte damit auf die von der Fed unnatürlich gedrückten Anleiherenditen an (die freilich von den Aktionen der EZB nochgllatt getoppt wurden).

    Das Unfaire im Stromspiel besteht darin, dass man die Versorger und Stadtwerke dem harten Wind der (manipulierten) Marktkräfte aussetzt - die Erzeuger "Erneuerbarer Energie" jedoch nicht. Auch nach der Reform übernehmen die Letzteren keinerlei Verantwortung für ihr Produkt, es gilt das Prinzip "Produce and Forget", die Erneuerbaren leiten weiter ihren Strom zu Festpreisen und Unzeiten ein. Was draus wird, interessiert nicht.

    Solange der "Markt" auf diese Weise kaputtgemacht wird werden herkömmliche Erzeuger und Stadtwerke kein Geld mehr mit ihren Kraftwerken verdienen können sondern welches verbrennen. Dies würde verstärkt, wenn weitere Länder in uropa den Sonderweg Deutschlands beschreiten würden.

    Immerhin: die Energiewende ist ja politisch gewollt und demokratisch entschieden, denn die Merhrzahl der Deutschen wählt ja die regierenden Blockparteien, die gleichzeitig auch für die schrankenlose Massenmigration stehen. Koste es, was es wolle. Dumm nur, das beides nicht funktionieren wird, weder die Energiewende noch die schrankenlose Massenmigration sind bezahlbar. Aber wen juckt das schon?

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