Neuemission Scout 24 nimmt zweiten Anlauf an die Börse

Vor einem Jahr wollte Scout24 schon einmal an die Börse – und scheiterte. Nun will es das Portal für Kleinanzeigen noch einmal wagen. In vier Wochen soll es an die Börse gehen. Kapitalziel: 200 Millionen Euro.
Update: 07.09.2015 - 12:14 Uhr
Die Plattform für Kleinanzeigen – zu der auch Immobilienscout24 gehört – will ein weiteres Mal ihr Glück an der Börse versuchen.

Die Plattform für Kleinanzeigen – zu der auch Immobilienscout24 gehört – will ein weiteres Mal ihr Glück an der Börse versuchen.

FrankfurtDie Frankfurter Börse soll einen neuen Tech-Wert bekommen: die Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 strebt im Herbst auf das Parkett. Das Münchner Unternehmen gab am Montag den offiziellen Startschuss für seinen Börsengang, den Branchenbeobachter im Vorfeld auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt haben. Das Angebot soll die Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung und den Verkauf von Anteilen aus den Beständen der Altaktionäre umfassen. Die Finanzinvestoren Hellman & Friedman sowie Blackstone halten ungefähr 67 Prozent der Anteile, die Deutsche Telekom 29 Prozent und das Management vier Prozent. Der Nettoerlös aus der Erstplatzierung soll mindestens 200 Millionen Euro betragen. Das Unternehmen will damit seine Verschuldung reduzieren, die im ersten Quartal 2015 bei rund 950 Millionen Euro lag. Die Bewertung des Unternehmens dürfte bei rund vier Milliarden Euro liegen.

Seit der Übernahme hat sich Scout24 unter seinem neuen Chef Greg Ellis auf Automobil- und Immobilien-Anzeigen im Internet konzentriert und etwa die Partnerbörse Friendscout24 erkauft. AutoScout24 ist in Deutschland Nummer zwei hinter mobile.de, Immobilienscout24 sieht sich als Marktführer vor Immowelt und Immonet. Bei den Investoren wirbt das Top-Management vor allem mit Synergien, die noch nicht gehoben seien. So interessierten sich 30 Prozent der Nutzer der Kfz-Angebote auch für den Kauf oder die Anmietung einer Immobilie, 43 Prozent der Immobilien-Interessenten wiederum erwärmten sich auch für Kraftfahrzeuge. Diesen „Hebel“ habe man noch nicht adressiert, heißt es in Branchenkreisen.

Das sind Deutschlands größte Börsengänge
Schaeffler
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Gleich drei milliardenschwere Börsengänge stehen Anfang Oktober an. Die Schaeffler-Inhaber Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg W. Schaeffler wagen den Gang aufs Parkett: Der Auto- und Industriezulieferer will am 5. Oktober sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Ab dem 28. September können die Aktien gezeichnet werden, der Preis für die bis zu 166 Millionen Papiere wird am 2. Oktober festgelegt, wie aus einer Präsentation des Familienkonzerns am Montag hervorging.

Scout24
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Börsengang Nummer zwei: Bereits am 1. Oktober will Scout24 sein Debüt an der Frankfurter Börse geben. Der Betreiber der Internet-Kleinanzeigenbörsen ImmobilienScout24 und AutoScout24 will bei entsprechend hoher Nachfrage bis zu 1,6 Milliarden Euro einsammeln.

Covestro
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Der Kunststoff- und Matratzenschaumhersteller Covestro wird der dritte große Börsengang in Deutschland. Die Aktien der Bayer -Kunststofftochter Covestro, die 2,5 Milliarden Euro einsammeln will, sollen am 2. Oktober erstmals in Frankfurt gehandelt werden. Ab 2016 können Covestro-Aktionäre mit einer Dividende rechnen. Geplant sind Ausschüttungen von 30 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses.

Platz 10 – Norma Grouop AG
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Der Maschinen- und Werkzeugbauer hat sich rund um Rohr- und Leitungsverbindungen einen Namen gemacht. Obwohl das zunächst nach Nische klingt, waren Investoren beim Börsengang am 7. April 2011 bereit, 336 Millionen Euro für die neuen Aktien locker zu machen. An der Börse ist Norma mit rund einer Milliarde Euro bewertet.

Platz 9 – GSW Immobilien AG
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In den Jahren seit 2009 wagten gleich mehrere große Wohnungsgesellschaften den Sprung an die Börse. Die GSW Immobilien AG überzeugte Anleger und bekam für ihre Aktien-Neuemission 467 Millionen Euro. An der Börse ist GSW zwei Milliarden Euro wert.

Platz 8 – Kion Group AG
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Der Gabelstaplerhersteller Kion ist eine Abspaltung der Linde-Gruppe und ging am 26. Juni 2013 an die Börse. Investoren gaben dem Unternehmen für die neuen Aktien 475 Millionen Euro. Die Börse bewertet Kion zur Zeit mit 2,9 Milliarden Euro.

Platz 7 – Talanx AG
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Mit Talanx gelang am 1. Oktober 2012 einem der größten deutschen Versicherer der Börsengang in Frankfurt. Zu Talanx gehören unter anderem die Versicherer Ergo und Victoria. Zum Börsengang erhielt Talanx frisches Kapital in Höhe von 517 Millionen Euro. An der Börse ist der Konzern derzeit 6,6 Milliarden Euro wert.

Im Kerngeschäft setzte das Unternehmen im vergangenen Jahr 342,2 Millionen Euro um (plus zwölf Prozent) und steigerte damit den operativen Gewinn (Ebitda) um fast die Hälfte auf 149,1 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2015 wurde der Umsatz um rund 13 Prozent gesteigert. Die Federführung beim Initial Public Offering (IPO) haben Goldman Sachs und Credit Suisse. In der Regel dauert es von der offiziellen Bekanntgabe der Börsenpläne vier Wochen bis zur Erstnotiz auf dem Kurszettel. Vor einem Jahr hatte Scout24 erste Börsenpläne wegen der schlechten Stimmung am Aktienmarkt abgeblasen. Vergleichbare börsennotierte Unternehmen gibt es in Deutschland noch nicht, in Australien ist die REA Group erfolgreich unterwegs. Scout24-Chef Ellis führte REA fünf Jahre lang als CEO.

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