Abstufung auf Ramsch-Niveau Brasiliens Währung rutscht auf 13-Jahres-Tief

Teure Korrektur: Nach der Herabstufung brasilianischer Anleihen durch die Ratingagentur Standard & Poor’s stürzt die Landeswährung Real dramatisch ab.
Nach dem Downrating brasilianischer Bonds durch S&P verteuerte sich der Dollar zum Real um bis zu 3,7 Prozent. Quelle: Reuters
Starke Abwertung

Nach dem Downrating brasilianischer Bonds durch S&P verteuerte sich der Dollar zum Real um bis zu 3,7 Prozent.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Einstufung brasilianischer Bonds als „Ramsch“ hat am Donnerstag einen Ausverkauf der Landeswährung Real ausgelöst. Der Dollar verteuerte sich um bis zu 3,7 Prozent. Das ist der größte Kurssprung seit zwei Jahren. Mit 3,9161 Real war der US-Dollar damit so teuer wie zuletzt vor 13 Jahren.

Auch brasilianische Aktien warfen Investoren aus ihren Depots. Anleger befürchteten schwindende Gewinne, weil den Unternehmen wegen der Herabstufung der Bonität des brasilianischen Staates durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) höhere Kreditzinsen drohen. Außerdem werden Banken voraussichtlich höhere Sicherheiten verlangen.

Zu den größten Verlierern zählten die Aktien von Petrobras, die sich um 5,5 Prozent verbilligten. Der staatliche Ölkonzern sitzt auf einem 140 Milliarden Dollar hohen Schuldenberg. Kein anderes Unternehmen der Branche hat mehr Verbindlichkeiten. Der Leitindex der Börse Sao Paolo fiel zur Eröffnung um 0,5 Prozent.

S&P benotet die Bonität Brasiliens nun mit „BB+“ statt „BBB-“. Damit verlieren die Anleihen des südamerikanischen Landes das Gütesiegel „Investment Grade“. Pensionsfonds und Lebensversicherer müssen wegen des höheren Ausfall-Risikos „Ramsch“-Papiere meist verkaufen. Die S&P-Experten setzten darüber hinaus den Ausblick für das Rating auf „negativ“. Damit droht in den kommenden Monaten eine weitere Herabstufung.

Welche Länder Rendite-Chancen bieten
Australien
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Das Analysehaus Keppler Asset Management hat seine Kandidaten für seine Strategie „Top Value“ veröffentlicht. Zu dieser Liste gehören nur Industrieländer – die „Emerging Markets“ wurden bewusst ausgeblendet. Keppler setzt nach dem Prinzip des Value-Investing auf unterbewertete Märkte. Ausgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweiligen Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler Länderwerte zusammen. Um sie anschließend zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cash-Flow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis und auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite. Keppler sieht für Australien in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Renditepotenzial.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 26,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 48,9 Prozent

Quelle: Keppler Asset Management Inc., Developed Markets Country Selection

Österreich
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Ebenfalls zu den unterbewerteten Märkten gehört laut Keppler der österreichische Aktienmarkt. Hier verspricht sich der Fondsmanager überdurchschnittliche Zuwächse.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 44,4 Prozent
Geschätzte Rendite: (3-5 Jahre): 57,9 Prozent

Frankreich
3 von 10

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU ist laut Keppler einen Kauf wert. Der Aktienmarkt Frankreichs werde überdurchschnittlich (verglichen mit dem MSCI World) zulegen.

Geschätzte Index-Entwicklung: 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite: 36,4 Prozent

Deutschland
4 von 10

Deutschland gehört schon seit mehreren Jahren zur „Top Value“ Strategie von Keppler. Bereits im Jahr 2013 sah Keppler den deutschen Markt als unterbewertet an. Im Frühling 2015 hat sich die Einschätzung immer noch nicht geändert – obwohl der deutsche Leitindex Dax in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent zugelegt hat. Doch die Experten sehen noch Luft nach oben.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 34,3 Prozent

Hong Kong
5 von 10

Hong Kong zählt ebenfalls zu den Märkten, die einen Kauf wert sind. Hier sieht das Fondshaus Keppler jährliche Zuwachsraten von mehr als elf Prozent.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 39,2 Prozent
Geschätzte Rendite: 53,9 Prozent

Italien
6 von 10

Italiens Aktienmarkt hat sich von dem Absturz im Jahr 2007, dem Jahr der Finanzkrise, nicht wirklich erholt – anders als der deutsche. Auch deshalb sieht Keppler den italienischen Markt als unterbewertet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 35,7 Prozent

Japan
7 von 10

Japans Notenbank flutet den Markt mit Geld. Noch hat das Geldpolitik-Experiment keine Früchte gebracht, die Wirtschaft stottert weiterhin. Doch der schwache Yen hilft den Exportunternehmen und Experten hoffen, dass das Programm der Notenbank bald fruchtet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,8 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 30,8 Prozent

  • rtr
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