Aktienausblick Noch schwebt ein Damoklesschwert über dem Dax

Die Lage am Aktienmarkt ist deutlich besser als die Stimmung, der Dax notiert über 12.000 Punkte. Doch die Investoren werden bald sehr schnell handeln.
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Ein Händler steht an der Börse vor der Dax-Kurve. Noch sind die Börsianer ihre Sorgen nicht los, der Handelsstreit zwischen den USA und China ist noch nicht gelöst. Quelle: dpa
Dax-Kurve

Ein Händler steht an der Börse vor der Dax-Kurve. Noch sind die Börsianer ihre Sorgen nicht los, der Handelsstreit zwischen den USA und China ist noch nicht gelöst.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Fondsgesellschaft Fidelity präsentiert sich als Mutmacher für Aktienfans. „Die Lage am deutschen Aktienmarkt ist deutlich besser als die Stimmung“, urteilt ihr Stratege Christian von Engelbrechten. Der Satz knüpft an den Erholungsversuch an, der die Wochenbilanz einfängt: Der Leitindex Dax gewann rund ein Prozent, hat sich wieder deutlich über der Marke von 12.000 Punkten etabliert. Er liegt allerdings immer noch rund elf Prozent unter dem Januar-Top bei 13600 Zählern.

Von Engelbrechten verlässt sich bei seinem Urteil auf die harten Wirtschaftszahlen. Er erwartet bei den deutschen Unternehmen in diesem Jahr ein moderates Gewinnwachstum von sechs bis sieben Prozent. Im nächsten Jahr rechnet er mit einem Plus ebenfalls in dieser Größenordnung. Solche Daten bestimmen allerdings nicht die aktuellen Diskussionen an der Börse.

Die Marktstimmung beschreibt Robert Halver eindrucksvoll. „Noch kleben Krisen wie Kaugummi am Schuh“, meint der Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Die Beben in den Schwellenländern mit den krisenträchtigen Meldungen aus der Türkei oder Argentinien belegten das eindrucksvoll. Allerdings versuchte die türkische Zentralbank mit ihrer resoluten Zinserhöhung die Ängste der Investoren zuletzt zu zerstreuen, die russische Zentralbank setzte die Zinsen ebenfalls herauf. Das soll die Währungsabwertungen stoppen.

An den Schwellenländer-Aktienbörsen belaufen sich die Kursverluste seit dem Januar-Hoch auf mittlerweile ein Fünftel. Ausgangspunkt sind die starke US-Konjunktur, steigende US-Zinsen und ein steigender Dollar. Das bringt einige Länder mit hoher Dollar-Verschuldung in Schwierigkeiten. Betroffen sind davon Länder wie die Türkei.

US-Präsident Donald Trump ist für diese Probleme mit verantwortlich, hat auch die weiter schwelenden Handelsauseinandersetzungen initiiert. Das nimmt Robert Greil ins Zentrum seines Börsenausblicks. Der Chefstratege von Merck Fink Privatbankiers glaubt: „Die Märkte warten auf die US-Entscheidung zu weiteren Zöllen auf China-Produkte. Solange dieses Damoklesschwert über den Börsen schwebt, halten sich Investoren mit Käufen und Verkäufen zurück.“

Nach dieser Entscheidung oder bei Anhaltspunkten dafür dürften die Investoren seiner Meinung nach schnell handeln. Bei einer Entspannung der Lage würden sie kaufen, wenn dagegen Amerika ernst macht, würden sie verkaufen. Bei einer Zuspitzung seien dann auch Gegenmaßnahmen der Chinesen sehr wahrscheinlich.

Der Datenkalender für die kommende Woche zeigt die interessantesten Zahlen erst in der zweiten Wochenhälfte. Am Montag sind die europäischen Verbraucherpreise und ein wirtschaftlicher US-Frühindikator für den Raum New York vorgesehen. Für Mittwoch stehen die Zinsentscheidung in Japan und US-Daten für den Bausektor auf dem Tageskalender.

Donnerstag werden die Angaben zum europäischen Verbrauchervertrauen veröffentlicht. Aus den US kommt eine ganze Welle von Daten, die ebenfalls das Verbrauchervertrauen umfassen, Zahlen vom Arbeitsmarkt liefern, weitere Frühindikatoren sowie Angaben zur Konjunkturlage im Raum Philadelphia bereit stellen. Zum Wochenausklang am Freitag folgen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Europa.

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