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Aktienmärkte Asien Börsen in China weiter auf Talfahrt

Die chinesischen Börsen haben ihre Talfahrt am Dienstag fortgesetzt und auch den Aktienmarkt in Tokio mit nach unten gerissen. Panikstimmung dominiert den Markt.
Update: 25.08.2015 - 09:55 Uhr Kommentieren
Ein Mann schaut auf eine Anzeigentafel mit den Aktienkursen an der Börse Tokio. Quelle: Reuters
Börsen Asien

Ein Mann schaut auf eine Anzeigentafel mit den Aktienkursen an der Börse Tokio.

(Foto: Reuters)

Shanghai/Tokio Während sich viele andere asiatische Märkte wieder erholten, verbuchte der Index in Shanghai erneut ein Minus von sieben Prozent und lag damit unter der als Stützungsgrenze geltenden Marke von 3000 Punkten. Der japanische Nikkei-Index büßte nach großen Kursschwankungen knapp vier Prozent auf 17.806 Punkte ein.

Investoren äußerten sich enttäuscht darüber, dass die Behörden in Peking trotz des Einbruchs nichts unternahmen, um die Märkte zu stützen. "Panikstimmung dominiert den Markt... und ich sehe keine Anzeichen für eine sinnvolle Intervention der Regierung", sagte Zhou Lin, Analyst bei Huatai Securities. Die chinesische Zentralbank pumpte am Morgen allerdings umgerechnet 23 Milliarden Dollar in den Interbankenmarkt.

In Japan dominierten Sorgen, dass die Abkühlung der chinesischen Konjunktur die bereits schwachen Exporte und negativen Auswirkungen der Stützungspolitik weiter verschärft. Zuletzt war der Yen zum Dollar deutlich gestiegen, weil die japanische Währung am Devisenmarkt als sicherer Hafen gilt. Finanzminister Taro Aso bezeichnete diese Entwicklung als nicht wünschenswert für die Wirtschaft. China gehört zu den wichtigsten Absatzmärkten Japans.

Welchen Konzernen China Sorge bereitet
Volkswagen: Minus 1,9 Prozent
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Ein Abflauen der Konjunktur in China könnte vor allem Volkswagen hart treffen. Die Wolfsburger erzielen bereits jetzt ein Drittel ihres Umsatzes in Fernost. Außerdem ist der Autobauer mit 100.000 Beschäftigten der größte deutsche Arbeitgeber in China. Daher verwundert es nicht, dass die Aktien von VW mit dem Kursrutsch des Shanghai Composite mit 1,9 Prozent ebenfalls ins Minus rutschten. Trotz der schwierigen Marktlage will VW jedoch weiter an seinem Kurs festhalten Toyota als größten Autobauer der Welt abzulösen. Die Zahlen sprechen jedenfalls für die Wolfsburger. Erstmals hatte Volkswagen im ersten Halbjahr 2015 die Japaner hinsichtlich der weltweiten Absatzzahlen überholt.

(Foto: Reuters)
Daimler: Minus 2,6 Prozent
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Auch für Premiumhersteller Daimler kommen die Unruhen rund um China zur Unzeit. Besonders die Luxuslimousine S-Klasse und der große Geländewagen G-Klasse erfreuen sich in Fernost großer Beliebtheit. Auch Daimler musste am Montag Kursverluste hinnehmen. Die Aktien rutschten 2,6 Prozent ins Minus. Nichtsdestotrotz gehen viele Experten davon aus, dass die China-Schwankungen bei den Autowerten bereits eingepreist seien. „Der Markt hat bereits zur Kenntnis genommen, dass der chinesische Markt schwach ist“, erklärt Jacques Porta, Fondsmanager bei Ofi Gestion Privée in Paris.

(Foto: Reuters)
BASF: Minus 2,7 Prozent
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Die schwächelnde chinesische Konjunktur trifft neben den Autobauern auch den Chemieriesen BASF, der ebenfalls hohe Umsätze in Fernost erzielen. Rund 16 Prozent des Gesamtumsatzes generiert BASF in Asien. Die Aktien gaben am Montag 2,7 Prozent nach.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Bayer: Minus 2,8 Prozent
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Auch in der Konzernzentrale von Bayer dürften die Verantwortlichen die Entwicklung in China mit großem Interesse verfolgen. Denn von den 42 Milliarden Euro Gesamtumsatz entfallen immerhin neun Milliarden auf die Region Asien. Die Aktien machten deswegen einen Satz nach unten. Am Montag verloren Bayer-Papiere 2,8 Prozent.

(Foto: ap)
Airbus: Minus 4,3 Prozent
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Der Flugzeugbauer Airbus drängt neben vielen anderen Konkurrenten in den chinesischen Markt, der sich anschickt bis 2030 die USA als größten Markt für Luftfahrthersteller abzulösen. Airbus geht davon aus, dass der chinesische Markt in den kommenden 20 Jahren ein Marktvolumen von über 500 Milliarden Dollar bietet. Dementsprechend groß ist das Interesse von Airbus in China zu investieren – und dementsprechend hoch waren auch die Verluste am Montag. Die im MDax notierten Aktien verzeichneten ein Minus von rund 4,3 Prozent.

(Foto: Reuters)
Deutsche Bank: Minus 10 Prozent
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Am Montag musste auch die Deutsche Bank Federn lassen. Die Aktien rutschten 3,7 Prozent ins Minus. Für Belastung sorgt die Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank, deren Aktien im Zuge des China-Crashs rund zehn Prozent verloren haben.

(Foto: Reuters)
Siemens: Minus 2 Prozent
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Siemens erzielte 2014 in der Region Asien und Australien einen Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro. Davon entfielen allein auf China rund 6,4 Milliarden Euro. Kein Wunder also, dass Siemens ebenfalls mit Sorge auf die konjunkturelle Entwicklung in China blickt. 2015 deutet sich bisher ein Rückgang der Geschäfte an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gingen die Auftragseingänge aus China bei Siemens um 16 Prozent zurück. Der Kursrutsch in China ließ die Siemens-Papiere knapp zwei Prozent ins Minus rutschen.

(Foto: dpa)

Bereits am Montag waren die chinesischen Börsen rund acht Prozent abgestürzt. Dies löste Panikverkäufe rund um den Globus aus und zog die Aktienmärkte weltweit ins Minus. Deutlich moderater fielen dann die Verluste am Dienstag beim Hongkonger Index aus. Der MSCI-Index asiatischer Märkte außerhalb Japans notierte sogar rund ein Prozent höher, machte damit aber nur einen kleinen Teil der Vortagesverluste von knapp fünf Prozent wieder wett. Aufwärts ging es etwa in Taiwan, Singapur und Südkorea.

Auch die Börse in Australien erholte sich von den Vortagesverlusten. Der S&P/ASX 200-Index fiel zwar beim Auftakt kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 5000 Punkten, lag am Mittag (Ortszeit) aber zeitweise mehr als 1,5 Prozent im Plus. Am Montag waren die Kurse um vier Prozent eingebrochen.

Die Ereignisse von Montag seien keine Krise, sondern eine Kurskorrektur, meinte der australische Finanzminister Joe Hockey. „Ich bin überzeugt, dass die Fundamentaldaten der australischen und der Weltwirtschaft weiter gut sind“, sagte er im Fernsehen.

Der Euro verlor zum Dollar auf 1,1562 Dollar nach 1,1620 Dollar im New York. Zum Yen notierte die US-Währung bei 120,04 Yen. Am Montag war der Yen um fast fünf Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch gestiegen.

China, ein Land ganz plötzlich ohne Hoffnung?

Der Kurssturz in China hatte die Stimmung am Montag auch an der Wall Street schwer eingetrübt. Nach hohen Anfangsverlusten gab es zwar einen kurzen Erholungsversuch, doch gingen die US-Aktien deutlich schwächer aus dem Handel. Der Dow Jones Industrial schloss 3,58 Prozent tiefer bei 15 871,28 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich den mehr als sechsprozentigen Verlust im frühen Handel nahezu wettgemacht hatte und dabei um fast 1000 Punkte gestiegen war.

In der vergangenen Woche hatte der US-Leitindex den größten Verlust seit fast vier Jahren erlitten. Der marktbreite S&P-500-Index endete am Montag mit einem Minus von 3,94 Prozent bei 1893,21 Punkten. Der Nasdaq 100 fiel um 3,78 Prozent auf 4038,60 Punkte. Anfangs war der technologielastige Auswahlindex sogar um fast 10 Prozent abgestürzt. „Wir haben ausreichend Panik gesehen,“ beschrieb ein Händler den Kursabsturz zum Börsenstart.

Finance Briefing
  • dpa
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