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Aktienmarkt Talfahrt an Chinas Börse: Größter Ausverkauf seit dem Corona-Crash

Nach dem zuletzt rasanten Anstieg bricht der Aktienmarkt in China ein. Einen Anteil daran haben ausgerechnet die chinesischen Staatsmedien.
16.07.2020 - 10:15 Uhr Kommentieren
Fallende Kurse sind in China, wie hier Hangzhou, grün statt rot. Quelle: AFP
Rücksetzer für Chinas Aktien

Fallende Kurse sind in China, wie hier Hangzhou, grün statt rot.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Die skeptisch beäugte Rally an Chinas Aktienmarkt hat am Donnerstag ein jähes Ende genommen. Der CSI-300-Index, der Topaktien aus den Indizes Shenzhen und Schanghai abbildet, verlor 4,6 Prozent auf 4527 Punkte. Das war der größte Tagesverlust seit der Wiedereröffnung der Märkte im Februar nach der Neujahrspause.

Auch der Shanghai Composite und der Shenzhen Composite gaben mit minus 4,3 Prozent und minus fünf Prozent kräftig nach. Der ChiNext-Index, die chinesische Start-up-Börse vergleichbar mit dem US-Tech-Index Nasdaq, verlor sogar mehr als sechs Prozent.

Zuvor gab es aber am chinesischem Aktienmarkt eine extreme Rally. So legte beispielsweise der CSI-300-Index allein in diesem Monat in der Spitze um mehr als 16 Prozent zu. Befeuert worden war die Rally unter anderem von chinesischen Staatsmedien, die zu Aktienkäufen aufgerufen hatten.

Ausgerechnet die chinesischen Staatsmedien beschleunigten jetzt auch den Kursrutsch am Donnerstag. So kritisierte die einflussreiche „People’s Daily“ das Unternehmen Kweichow Moutai, den Hersteller des chinesischen Nationalgetränks Maotai.

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    Die Zeitung prangerte den hohen Preis für den von dem Unternehmen hergestellten Likör an. Das Getränk werde häufig zur Bestechung verwendet. Die Aktie brach anschließend um bis zu 8,7 Prozent ein, dabei wurde ein Börsenwert in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar vernichtet.

    Die Moutai-Aktie gehört zu den beliebtesten des Landes. Am Montag lag der Börsenwert des Unternehmens noch bei 320 Milliarden Dollar, damit war Moutai einer der wertvollsten Konzerne der Welt. Vor dem Einbruch am Donnerstag waren die Titel allein in diesem Jahr um 50 Prozent gestiegen, im Vorjahr hatte sich ihr Wert sogar verdoppelt.

    Regierung will wohl die Rally abkühlen

    Nach der Kritik an Moutai brachen auch die Aktien anderer Spirituosenhersteller wie Wuliangye Yibin, Jiangsu Yanghe Brewery Joint-Stock und Luzhou Laojiao bis zum maximal erlaubten Tagesverlust von zehn Prozent ein. Der SSE 50-Index der größten Unternehmen des Landes gab um bis zu 3,9 Prozent nach – der größte Rückgang seit Anfang Februar.

    Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Staatsmedien Moutai ins Visier nehmen. So kritisierte die Nachrichtenagentur Xinhua bereits im Jahr 2017 die beliebte Aktie, weil sie zu schnell gestiegen sei. Damit löste Xinhua damals einen breiten Ausverkauf aus.

    Beobachter werten die Attacke von „People’s Daily“ deshalb als Zeichen dafür, dass die Regierung in Peking die heiß gelaufene Aktienrally abkühlen lassen will. Vor allem Privatanleger hatten die Kurse zuletzt in immer neue Höhen getrieben. Beobachtern zufolge stürmten sie förmlich in die Banken, um sich einen Trading-Account anzulegen. In den sozialen Netzwerken waren entsprechende Suchanfragen ein Top-Thema.

    In den Kommentaren der staatlichen Medien hatten Journalisten deshalb bereits Investoren ermahnt, sie sollten rational investieren und ihre Risiken managen. Zudem verkauften in den vergangenen Tagen staatlich unterstützte Fonds Aktien oder kündigten etwaige Pläne an. Ein weiterer Grund für die Kursverluste sind die zunehmenden Spannungen im Handelsstreit mit den USA.

    Deutlich abwärts wird es für Chinas Aktienmarkt nach Meinung von Masayuki Kichi aber nicht gehen. Der Aktienstratege vom Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui verweist auf die niedrigen Zinsen und die guten Aussichten für Chinas Wirtschaft. Denn Chinas Industrie nimmt nach dem Schock des Coronavirus-Ausbruchs weiter Fahrt auf: Die Produktion stieg im Juni gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent.

    Mit Material von Bloomberg.

    Mehr: Chinas Wirtschaft wächst wieder – Arbeitslosenzahl könnte noch zu großem Problem werden.

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