Analyse Ausverkauf an der Wall Street – Die wichtigsten Fragen und Antworten

Der Einbruch des Dow Jones hat die Wall Street aufgeschreckt. Kippt die Stimmung der Anleger? Die wichtigsten Punkte zu den Ereignissen am US-Markt.
Update: 11.10.2018 - 06:39 Uhr Kommentieren

„Der Ausverkauf an der Wall Street ist da“

New YorkAm Mittwoch ist es am New Yorker Aktienmarkt zu den schwersten Kurseinbrüchen seit acht Monaten gekommen. Zinsspekulationen, die gedämpfte IWF-Wachstumsprognose und der andauernde Handelskonflikt zwischen den USA und China bereiten den Anlegern Sorgen. Auch der Dax dürfte wegen dieser Vorgabe aus den USA am Donnerstag weiter nachgeben.

Was ist passiert?

Der Dow-Jones-Index für Industriewerte brach um 3,15 Prozent ein und schloss bei 25.598 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 3,3 Prozent auf 2786 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 4,1 Prozent auf 7422 Zähler.

Welche Aktien waren besonders vom Ausverkauf betroffen?

Die Aktien von Technologie-Unternehmen gehörten zu den größten Verlierern. Amazon-Papiere fielen am Mittwoch um 6,2 Prozent, während Netflix ganze 8,4 Prozent verlor. Auch Facebook und Apple sanken um jeweils mehr als 4 Prozent. Die Titel von Microsoft verbilligten sich um 5,4 Prozent.

Kippt die Grundstimmung der Anleger ins Negative?

Auslöser für die Verluste an der Wall Street sind die Sorgen der Börsianer um die Weltkonjunktur. Anleger reagierten mit Aktienverkäufen auf Äußerungen des Internationalen Währungsfonds (IWF), der vor möglichen Finanzmarkt-Turbulenzen gewarnt und seine Prognosen zum Wachstum der globalen Wirtschaft gesenkt hatte.

Seit vergangener Woche drücken auch Spekulationen über schneller ansteigende Zinsen in den USA die Stimmung der Anleger. Sie befürchten, dass dadurch die Unternehmensgewinne im nächsten Jahr geschmälert werden könnten.
Und auch der andauernde Handelskonflikt zwischen den USA und China beunruhigt seit Monaten die Märkte weltweit.

Steht nun eine Korrektur bevor?

Nach dem schlimmsten Kurseinbruch seit acht Monaten spekulieren einige Investoren über eine womöglich bevorstehende Korrektur. Viele Anleger definieren eine Börsenkorrektur als einen Rückgang um mindestens 10 Prozent von einem Hoch, oft als Reaktion auf übertriebene Gewinne.

„Es ist wahrscheinlich der Beginn der Korrektur“, sagte Oliver Pursche, Chefstratege bei Bruderman Brothers in New York. „Es wird auf die Ergebnisse ankommen. Das große Problem ist nicht wirklich, was die Unternehmensergebnisse des dritten Quartals sind, sondern was der Ausblick für das vierte Quartal und das erste Quartal des Folgejahres ist.“

Was sagt US-Präsident Trump zum Kurseinbruch?

Der US-Präsident sucht die Schuld für die Kurstalfahrt bei der US-Notenbank Federal Reserve. Er erklärte am Mittwoch: „Eigentlich ist es eine Korrektur, auf die wir schon lange gewartet haben, aber ich bin wirklich nicht damit einverstanden, was die Fed tut.“ Der Republikaner kritisierte die Zinspolitik der US-Notenbank scharf und fügte hinzu: „Ich denke, dass die Fed verrückt geworden ist“.

Die US-Währungshüter haben 2018 ihren Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld bereits drei Mal angehoben – auf das aktuelle Niveau von 2,00 bis 2,25 Prozent. Bis Ende 2019 haben sie noch insgesamt vier weitere Schritte nach oben angedeutet.

Wie reagieren die asiatischen Börsen auf den Ausverkauf?

Die Kursverluste an der Wall Street haben am Donnerstag auch die asiatischen Aktienmärkte nach unten gezogen. Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle: Die Experten der ANZ nannten die steigenden Anleihenrenditen, die Warnungen des Internationalen Währungsfonds vor Risiken für die Finanzstabilität und die anhaltenden Handelsspannungen als weitere Gründe für die Kursverluste.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel bis zum Mittag um fast vier Prozent auf 22.591 Punkte – das war der stärkste Rückgang seit März. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor zeitweise 2,7 Prozent, notierte im Mittagshandel dann noch 0,3 Prozent schwächer. In China verlor der CSI300 mehr als vier Prozent.

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