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Anleihen Das Fintech Scorable nutzt KI-Analysen zur Bewertung von Investments

Das Berliner Fintech Scorable bietet ein neues Werkzeug für Anleiheinvestoren. Ein intelligentes Programm soll frühe Hinweise auf Ratingverschlechterungen geben.
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Mit der KI-Analyse will das Fintech den großen Agenturen zuvorkommen. Quelle: dpa
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Mit der KI-Analyse will das Fintech den großen Agenturen zuvorkommen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Für Bondanleger sind Ratings die entscheidende Orientierung. Sie bestimmen maßgeblich das Risiko des Investments und die Rendite eines Papiers. „Wir werden jetzt eine Ergänzung zu den klassischen Bewertungen der Ratingagenturen bieten“, sagt Oliver Kroll, Produktchef bei Scorable. Offiziell startet das Unternehmen sein Angebot an diesem Montag.

Scorable ist ein im vergangenen Oktober gegründetes Fintech in Berlin mit momentan 30 Mitarbeitern. „Im nächsten Jahr dürften es über 40 sein“, sagt Philippe Padrock, der das operative Geschäft leitet. Die Firma wird von Talanx und dessen Fondstochter Ampega als Mitinvestor sowie von Deloitte Digital bei der Firmenentwicklung unterstützt. Die Beteiligten machen zur Höhe der Engagements keine Angaben.

„Wir wollen möglichst früh denkbare Ratingveränderungen vorhersagen, der Fokus liegt auf wahrscheinlichen Bewertungsverschlechterungen über eine Zwölfmonatsperiode“, sagt Kroll. Für große institutionelle Investoren stehe Verlustvermeidung im Vordergrund. Und eine Ratingabstufung bedeute fallende Kurse. „Ziel ist, ein Signal zu geben, bevor die großen Agenturen und auch der Finanzmarkt reagieren“, meint Kroll.

Auf diesem Feld der Bewertungen seien die klassischen Agenturen aktiv, auch einige Start-ups. „Aber bei uns sehen wir die Kombination aus Textanalyse und quantitativer Analyse als Alleinstellungsmerkmal“, meint Kroll. Als Input dienten Nachrichten aus einer Agentur, Geschäftsberichte und sonstige Unternehmensmeldungen. Alle Daten würden von einer mit künstlicher Intelligenz arbeitenden Software kombiniert und ausgewertet.

Scorable will den eingesetzten Algorithmus weiter verbessern, im nächsten Schritt auch Staatsanleihen und Bankpapiere aufnehmen. Nachhaltigkeitsaspekte könnten hinzu kommen. Ziel sei es die Prognosegüte zu erhöhen. Künftigen Kunden will man nach Angaben von Kroll auch Begründungen für das Ergebnis liefern. „Das Ergebnis von KI-Analysen ist nicht immer intuitiv erklärbar, aber wir werden die Einflussfaktoren nennen, die zu einer Bonitätsabschwächung geführt haben.“

Unter den Investoren gibt es Interesse, aber auch viele Fragen. Das neue Angebot könne nützlich sein, meint etwa Martin Stürner, Chef des Vermögensverwalters PEH Wertpapier. „Entscheidend ist, wie erfolgreich die Methode bisher gearbeitet hat und welchen Mehrwert sie im Vergleich zu den bisher schon genutzten Instrumenten bietet“, sagt er.

An eine Zukunft solcher Angebote glauben auch die Experten beim großen Sparkassen-Fondshaus Deka. „Es gibt sicher einen Markt für KI-gesteuerte Bonitätsbewertungen als weiteres Instrument“, meint Demir Bektic, Leiter des quantitativen Anleihemanagements.

Für kleine Häuser, die solche Prozesse nicht intern abbilden könnten, könne das eine sinnvolle Ergänzung sein. Bektic betont, eine Transparenz der Entscheidungen sei ebenso wichtig wie die Offenlegung der Lernvorgänge des KI-Algorithmus.

Mehr: Ratingagenturen wie Moody's und S&P drängen auf den Markt für Öko-Ratings und setzen auf Übernahmen, um spezialisierten Agenturen Marktanteile abzuringen.

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