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Asiatische Börsen Asien trägt die Herabstufung mit Fassung

Es war klar, dass die Börsen in Fernost nach der Neubewertung der US-Kreditwürdigkeit mit Verlusten reagieren würden. Doch zum Handelsschluss sieht es gar nicht mal so schlimm aus.
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Der Hang Seng Index in Hongkong. Quelle: AFP

Der Hang Seng Index in Hongkong.

(Foto: AFP)

PekingDie asiatischen Aktienmärkte haben sich zum Börsenschluss des ersten Handelstages noch einmal etwas erholt. Nachder der Hongkonger Leitindex Hang Seng zwischenzeitlich vier Prozent im Minus stand, schloss er letztlich nur mit einem Verlust von 1,9 Prozent. In Tokio hat der Nikkei 2,2 Prozent verloren – zwar ein harter Schlag für die Depots, angesichts der dramatischen Ereignisse in den USA aber eine moderate Reaktion.

Die höchsten Verluste haben die Börsen Taipei und Shanghai hinnehmen müssen. Das wichtigste chinesische Börsenbarometer, der Shanghai Composite Index, lag 3,8 Prozent in den Miesen. Den Grund sehen Experten jedoch nicht in erster Linie in der US-Politik. „Die Anleger hatten ohnehin kein Vertrauen mehr in den Markt“, sagt Analyst Zeng Hongyu von Guoyuan Securities in Peking. Die Herabstufung des Kreditrating durch S&P sei nur der Anlass, nicht die wahre Ursache für die Verkaufsorders. Jede schlechte Nachricht hätte eine ähnliche Reaktion auslösen können.

Tatsächlich befindet sich die chinesische Konjunkturpolitik derzeit schwer in der Klemme. Die Krise von 2008 haben die Wirtschaftsplaner noch bewältigt, indem sie die Geldschleusen geöffnet haben. Das hat jedoch die Inflation hochgetrieben. Ökonom Zeng erwartet für die Inflationszahlen am morgigen Dienstag einen Anstieg auf gefährliche sechs Prozent. In dieser Lage wären eigentlich Zinserhöhungen und eine Verknappung der Liquidität gefragt – doch angesichts der desolaten Lage in Amerika und Europa ist dafür kein Spielraum. Andererseits verschließt das auch den Weg weiterer Stimulusprogramme - eine klassische Zwickmühle.

Das Ergebnis wird laut Zeng sein, dass sich Wachstum und Firmengewinne verlangsamen – und das spiegelt sich in den Kursen wieder. Am schlimmsten trifft es derzeit die Finanz- und Immobilienbranche. Chancen tun sich eher bei chinesischen Nebenwerten auf, beispielsweise bei Spirituosenherstellern. Dem Markt fehlt jedoch derzeit insgesamt die Kraft für große Sprünge. In Shanghai gab es allein in der vergangenen Woche neun Börsengänge. „Einerseits kommen ständig neue Papiere auf den Markt, andererseits fehlt das Geld. Kein Wunder, dass die Kurse fallen“, sagt Zeng.

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Chinesischer Aktienmarkt hat am meisten zu kämpfen
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