Asien-Börsen Börse Tokio trotzt schlechter Konjunktur

Trotz schwacher Konjunkturdaten aus China haben die asiatischen Börsen zum Wochenanfang Gewinne verbucht. Die Anleger setzen auf Hilfen der chinesischen Regierung. Mehr Sorgen bereitet ihnen die drohende US-Zinswende.
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Vor einer elektronischen Anzeigetafel in Tokio. Quelle: ap
Aktienkurse in Tokio

Vor einer elektronischen Anzeigetafel in Tokio.

(Foto: ap)

Tokio/SchanghaiDer Aktienhandel in Fernost hat sich zum Wochenauftakt trotz schwacher Konjunkturdaten aus China positiv entwickelt. Die Börse in Shanghai notierte am Montag gut fünf Prozent im Plus, während der Tokioter Leitindex Nikkei mit Gewinnen von 0,4 Prozent schloss. Die Anleger ließen sich nicht von Chinas enttäuschenden Wirtschaftszahlen beirren. Vielmehr setzten sie gerade in der Volksrepublik selbst darauf, dass die dortige Zentralbank nun stärker zu einer weiteren Lockerung ihrer Geldpolitik tendiert. Zuletzt waren die chinesischen Börsen abgestürzt, auch weil sich Anleger zunehmend Sorgen um den Zustand der Wirtschaft machten.

Der Nikkei in Tokio ging auf einem Stand von 20.808 Punkten aus dem Handel. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,4 Prozent zu.

Die lukrativsten Märkte der letzten 20 Jahre
Platz 18: Japan
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Die Sutor Bank hat die 18 wichtigsten Aktienmärkte der Welt im Zeitraum von 20 Jahren untersucht, um herauszufinden, welcher Markt die stärkste Performance hatte. In der Auswertung der Hamburger Privatbank kommt Japan auf den letzten Platz. „Das war durchaus erwartbar“, kommentierte Lutz Neumann, Leiter der Vermögensberatung der Sutor Bank, das schlechte Abschneiden Japans. Auf den anderen Plätzen fanden sich allerdings ein paar Überraschungen.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 0,19 Prozent pro Jahr

Platz 17: Österreich
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Ziemlich oft bergab ging es auch für Anleger am österreichischen Aktienmarkt. Auf 20-Jahressicht schaffte der österreichische MSCI Austria Index immerhin doch noch ein Plus. Schlusslicht war Österreich unter anderem im Jahr 2014. Die Sanktionen gegen Russland belasteten österreichische Banken und Unternehmen, die stark in Russland engagiert sind.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 1,65 Prozent pro Jahr

Platz 16: Italien
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Der MSCI Italy Index gehört im internationalen Vergleich der Sutor Bank ebenfalls zu den Schlusslichtern. Besonders schlecht lief es für den italienischen Aktienmarkt in den Jahren 2010 und 2011 als die europäische Schuldenkrise aufkam.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 3,99 Prozent pro Jahr

Platz 15: Singapur
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Singapur ist ein beliebter Finanzplatz und verfügt über eine beeindruckende Skyline. Besonders hoch hinaus kamen hier Anleger jedoch nicht. Der MSCI Singapore Index gehört zu den schwächsten innerhalb der vergangenen 20 Jahre.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 5,35 Prozent pro Jahr

Platz 14: Belgien
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In der Gesamtwertung kommt Belgiens Aktienmarkt nur auf den vierzehnten Platz. Allerdings holte der MSCI Belgium Index in den vergangenen Jahren deutlich auf. 2014 schlug er alle anderen Indizes mit einem Plus von 37 Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 6,8 Prozent pro Jahr

Platz 13: Frankreich
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Der Aktienmarkt der zweitgrößten europäischen Volkswirtschaft schaffte es innerhalb der letzten zwanzig Jahr nicht unter die Top 10 (im Schnitt). Besonders schlecht lief es in den Jahren 2001 (- 18 Prozent) und 2002 (- 33 Prozent). Lutz Neumann von der Sutor Bank betont, dass die Entwicklung eher zufällig erfolgt. Eine belastbare, seriöse Vorhersage sei unmöglich, erklärt die Privatbank.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): + 7,15 Prozent pro Jahr

Platz 12: Norwegen
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Der norwegische Aktienmarkt erlebte einen legendären Boom im Jahr 2009: Der MSCI Norway Index stieg um sagenhafte 81 Prozent. 2014 gehörte er allerdings zu den schwächsten Märkten, mit einem Minus von elf Prozent.

Durchschnittliche Performance (20 Jahre): 7,31 Prozent pro Jahr

Die Aktienmärkte verzeichneten die Gewinne, obwohl die Ausfuhren des Export-Weltmeisters China im Juli deutlicher einbrachen als von Ökonomen erwartet. Zudem fielen die Erzeugerpreise deutlich.

Stärker schlugen die schwachen Konjunkturdaten aus China auf den japanischen Aktienhandel durch. Anleger trennten sich von Anteilen an Firmen, die viel Geschäft mit der Volksrepublik machen. Darunter waren vor allem Stahlproduzenten wie JFE Holdings, deren Papiere 3,4 Prozent nachgaben.

Das japanische Aktiengeschäft erhielt zudem einen Dämpfer durch die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed bereits im September mit ihren Zinsanhebungen beginnen könnte. Auslöser war der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung. Demnach stieg die Zahl der neuen Stellen im Juli kräftig.

In China ließen dagegen Fusionsgerüchte Hoffnungen aufkeimen, dass in der zentralen Reederei- und Schifffahrtsbranche künftig mehr Geld zu machen ist. Der Handel mit Aktien von Unternehmen wie China Cosco Holdings, China Shipping Development und China Shipping Container Lines wurde wegen bevorstehender Ankündigungen vom Handel ausgesetzt.

  • dpa
  • rtr
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